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Ragnarok # Diabolical Age

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Um es gleich vorweg zu nehmen: dem direkten Vergleich zum herausragenden VorgĂ€nger hĂ€lt 'Diabolical Age' - jedenfalls grĂ¶ĂŸtenteils - nicht stand. Die Keyboards wurden bis auf wenige Einsprengsel fast ganz herausgenommen, was dem Ganzen irgendwie dieses majestĂ€tische Element raubt, welches 'Arising Realm' noch innewohnte. Die Musik ist jetzt auf den bloßen KnĂŒppelfaktor reduziert worden; damit verbrennt sich die Band aber etwas die Finger.
Wenn ich von 'It's War', dem Auftakt des Albums, sage, dass er einen drittklassigen Marduk-Abklatsch darstellt, zeige ich mich noch sehr gnĂ€dig. Ein derart unkoordiniertes, planloses Durcheinandergeklopfe habe ich wirklich selten vernommen - wo Marduk beim Setzen der Breaks mit der PrĂ€zision einer Rasierklinge vorgehen, wirken Ragnarok wie ein stumpfes, schwerfĂ€lliges UngetĂŒm. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, aber ich behaupte, sĂ€mtliche (!) Riffs dieses StĂŒckes schon einmal irgendwo anders gehört zu haben (seien es nun Ancient Rites, Setherial oder die genannten Marduk, ich weiß es nicht). Die Breaks sind wie erwĂ€hnt viel zu hĂ€ufig und dazu absolut unpassend gesetzt, das Lied zeigt keine klare Linie und ist schlicht und einfach...enttĂ€uschend! 'Nocturnal Sphere' bietet da auch kaum eine Verbesserung, nur dass man hier wenigstens etwas Struktur hereingebracht hat, ebenso bei 'Diabolical Age', dem Titelsong, der dazu noch eine sehr nervige Vordergrundmelodie besitzt. Diese Melodie taucht ĂŒber das StĂŒck verteilt immer wieder auf und bildet zusammen mit den hintergrĂŒndigen GitarrenlĂ€ufen ein völlig atonales Gedudel, das sich seltsamerweise irgendwie schon fast fröhlich anhört.
Was nach diesen drei Griffen ins Klo aber folgt, gefĂ€llt mir sehr gut. 'Certain Death' (welches etwas 'norwegischer' klingt), 'The Heart Of Satan' und 'Devastated Christ' sind bodenstĂ€ndige, rundum als gelungen zu bezeichnende Nummern. Zugegeben, auch sie sprĂŒhen nicht gerade vor Einfallsreichtum, haben aber einen gewissen rohen Charme und erinnern nicht mehr alle paar Sekunden an irgend eine andere Band. So auch 'The Key Is Turned For The 7th Time', wobei hier aber schon wieder ganz leichte Tendenzen zum 'It's War'-mĂ€ĂŸigen Durcheinander vorhanden sind. Die Blastparts wirken dennoch sehr brutal und druckvoll, ja, die können auf jeden Fall ĂŒberzeugen. Durch die bösartige Melodie wirkt das StĂŒck insgesamt auch wesentlich fieser und durchtriebener als der Rest des Albums.
Was kann man ansonsten noch zu 'Diabolical Age' loswerden? - Das Coverartwork ist recht primitiv, aber doch ganz nett anzuschauen, die Texte sind dementsprechend, der Gesang ist genretypisch. Insgesamt wĂŒrde ich trotz der paar erlĂ€uterten DurchhĂ€nger aber sagen, Ragnarok kommen unterm Strich nochmal ganz ordentlich weg. Wer ein solides KnĂŒppelalbum ohne viel Firlefanz sucht, der wird hier sicherlich gut bedient sein.

Herjulf am 26.05.2005




Spielzeit

54:15 min


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