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Kampfar # Fra Underverdenen

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'Mellom Skogkledde Aaser', das muss ich vorweg eingestehen, gehört zweifelsohne zu meinen absoluten Lieblingsplatten - was es natürlich umso schwerer macht, die Wandlung, die Kampfar danach vollzog, anzuerkennen. Denn auf dem '99er Nachfolger präsentierten Dolk und Thomas nicht nur eine gedrosselte und zahmere Version ihres wenige Jahre zuvor noch so nordisch-archaisch-raubeinig auftretenden Bandprojektes, die Scheibe hatte zu allem Überfluss noch so manchen Durchhänger in kompositorischer Hinsicht zu vermelden.
Waren die erste MCD und 'Mellom...' noch von vielen mitreißenden Blastbeats beherrscht, quollen die einfach unnachahmlichen Arrangements dort vor Einfallsreichtum förmlich über, thronte der klare 'Wikingergesang' und das herrliche Gekreische Dolks noch über unbändigen, rohen Riffgewittern und genialsten Melodien, so ist wenig vom Glanz und von der Klasse dieser wahren Epen auf 'Fra Underverdenen' herübergerettet worden. Die sechs Stücke darauf zeigen sich, nicht zuletzt durch den z.T. unnötig starken Keyboardeinsatz, äußerst verspielt und folkig. Die Gitarre ist im Wesentlichen viel höher gestimmt und trägt nur noch ab und an wirklich einprägsame, akzentuierende Riffs bei. Zumeist bildet sie jedoch mit den Keyboards/Synths und dem Schlagzeug zusammen einen brodelnden, wenig spannenden Soundteppich, sodass die Sache jetzt ein klein bisschen an die mir verhassten Falkenbach erinnert. Wirklich aufbäumende Gitarrenwände, wie z.B. früher bei 'Kampfar' oder 'Bukkeferd' der Fall, gibt es nur noch selten bis gar nicht mehr.
Dabei fungiert der Opener gewissermaßen als Bindeglied zu den älteren Veröffentlichungen, er erinnert noch am ehesten an den alten Stil und klingt -die Überlänge außer Acht lassend- eigentlich äußerst überzeugend, beginnt er doch mit einem leisen Akkustikpart, der recht schnell von einem markanten, hohen Riff und später von einem etwas an neuere Emperor erinnernden Teilstück abgelöst wird, bis er gegen Ende leise ausklingt. Auch der zweite Song, 'Troll, død og trolldom', mit seinen mittelalterlichen Melodien ist, das muss ich ohne Zögern eingestehen, ein sicherlich über weite Teile ein passabler Song, wenn auch mit einem etwas verhunzten Schluss. Nach diesen beiden ist der Zauber aber auch schon wieder vorbei, denn das, was darauf folgt, ich möchte fast sagen, spottet dem Namen Kampfar.
'Norse' ist für mich der mit Abstand schlechteste Song, den die beiden jemals fabriziert haben, mit entsetzlich fröhlichen und furchtbar penetranten Kinderlieder-melodien, einem Schlagzeug, das nicht weniger nach Kindergetrommel klingt, und erbärmlichem, pseudo-bösen Gesang. Dolks hier vielbeschworene 'Ancestors' dürften sich bei diesem Unfug im Grabe umdrehen, aber wirklich war. Beim darauffolgenden 'Svart og vondt' ('schwarz und böse'... welch einfallsreicher Titel eigentlich!?) springt die Stimmung dann plötzlich überraschender-/glücklicherweise von 'heiter' wieder nach melancholisch, und erinnert ein wenig an die Frühwerke, bringt aber als ganzes betrachtet zu wenige gute Riffs vor, um wirklich mit diesen halbwegs auf eine Stufe gestellt werden zu dürfen. Darüber hinaus ist auch dieses Lied viel zu lang und langweilt mich spätestens nach der Hälfte; und das danach kommende, letzte Lied auf 'Fra Underverdenen' ist sowieso nicht der Rede wert. Was mich außerdem noch gewaltig stört, ist das fast immer gleich schnelle Tempo mit ewig gleichem Schlagzeugspiel, Abwechslung, welche den Stimmungsaufbau unterstützen könnte, wird nur in den seltensten Fällen geboten.
Das Album hat zudem absolut Null Atmosphäre oder emotionalen Tiefgang und wirkt auf mich z.B. gegenüber der ersten MCD, wo es schien, dass Kampfar dem Hörer noch innbrünstig etwas zu vermitteln hatten, einfach nichtssagend, verbraucht, oberflächlich und steril. Den guten ersten Song ausgenommen, ist 'Fra Underverdenen' folgerichtig ein kompletter Absacker.

Herjulf am 10.01.2005




Titelliste

01 - I Ondskapens Kunst
02 - Troll, Død Og Trolldom
03 - Norse
04 - Svart Og Vondt
05 - Mork Pest
06 - Fra Underverdenen


Spielzeit

37:01 min


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Vergleichbarer Ohrenschmaus



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