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Mystic Circle # Infernal Satanic Verses

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Man sollte es kaum f├╝r m├Âglich halten, doch selbst die im Vorfeld der Ver├Âffentlichung zweifelnden Mitarbeiter von Last Episode bescheinigen in ihrem Mailorder-Katalog vom Herbst 1999, da├č das dritte Album den Vorg├Ąnger 'noch einmal toppen [k├Ânne]'. Als 'das Black Metal Album des Milleniums schlechthin' wird 'Infernal Satanic Verses' gar bezeichnet. Wie sehr das Label hierbei irrt, soll im folgenden ansatzweise gezeigt werden. Eine Steigerung ist tats├Ąchlich in einigen Belangen auszumachen. So hat man sich diesmal um einen vielseitigeren Sound bem├╝ht, der vor allem das Keyboard wieder etwas mehr hinter die Gitarren zur├╝ckstellt. Schwachpunkt in dieser Hinsicht ist diesmal das Schlagzeug, das vor allem bei den Becken viel zu schmalbr├╝stig klingt. ├ťberhaupt sind die Drums bei 'Infernal Satanic Verses' reichlich ideenlos ausgefallen und maximal als fast schon v├Âllig unma├čgebliches Beiwerk zu verstehen. Wiederum recht gut haben mir einige Gitarren-Passagen gefallen, die diesmal wirklich von einem gewissen spielerischen Talent zeugen. Als Beispiele seien hier mal der Beginn von 'Thorns of Lies' und der Mittelteil von 'One with the Antichrist' genannt. Leider kann dieser - f├╝r Mystic Circle-Verh├Ąltnisse - extrem hohe Standard nicht zu jeder Zeit aufrecht gehalten werden. Zu oft bekommt man jene handels├╝blichen, einfach gestrickten Riffs vorgesetzt, die typisch f├╝r den sogenannten Mainstream Black Metal sind. F├╝r die Mystic Circle Zielgruppe wird das kein Grund zum Verzicht sein, einige andere werden sich aber mittlerweile gelangweilt abwenden.
Einige ausgew├Ąhlte (Instrumental-) Passagen m├Âgen vielleicht ganz ordentlich klingen, auf diesem Album gibt es aber meines Erachtens nach keinen einzigen ganzheitlich gelungenen Song. Die einzelnen Song-Abschnitte wirken lieblos und uninspiriert aneinander gereiht. Die insgesamt acht St├╝cke gaukeln zwar - sieht man mal vom Intro ab - eine Art Abwechslungsreichtum vor, indem immer flei├čig das Tempo, der Gesangsstil oder die Keyboardpr├Ąsenz variiert wird, dies bewegt sich aber in einem sehr eng gesteckten und vor allem starren Rahmen, der keinerlei ├ťberraschungsmomente zul├Ą├čt. Somit nutzt sich dieses Album nach einigen H├Ârdurchl├Ąufen stark ab, da, trotz der relativ langen Spielzeiten von sechs bis acht Minuten, die Songs sehr vorhersehbar und h├Âhepunktarm wirken. Da kann auch Sara Jezebel Deva nichts mehr ausrichten. Durch sie wird man zeitweilig quasi zwangsl├Ąufig an Covenant und Cradle of Filth erinnert, was wiederum zeigt, wie uneigenst├Ąndig Mystic Circle wirklich sind.
Sara wiederum d├╝rften beim Lesen der Texte die Augen vor Lachen tr├Ąnenna├č geworden sein. Nicht nur, da├č die Lyrics vor Rechtschreibfehlern nur so ├╝berquellen, nein, auch die Grammatik und der Ausdruck an sich zeugen wieder von krachlederner St├╝mperei : 'proud fullfills my bodys / all my warriors had won / without that fucking god / we have the hell on earth' ('Black Legions'). Die Inhalte selber sind keiner Rede Wert, diese sind an Plattheit, ├╝berplumper Blasphemie und D├╝mmlichkeit schwerlich zu ├╝berbieten. Kein einziger Text kommt ohne das Wort 'satan' aus, genauso wenig wie ohne 'god' bzw. 'christian' und W├Ârtern mit dem Wortstamm 'dark-'.
Das Artwork allerdings setzt dem Ganzen noch die Krone auf: Graf von Beelzebub (The Great Beast) vergewaltigte laut Booklet alle Engel im Himmel in einer Nacht, Aaarrrgon (bzw. Urrrrggggsss) half Lilith den Antichristen (also den Grafen??) zu geb├Ąren usw. usf. Geschm├╝ckt sind diese 'Weisheiten' mit ziemlich teuer aussehenden Fotos, deren Inhalt aber mit den zugeh├Ârenden Statements inhaltlich auf's unangenehmste korrespondiert. Absoluter Spitzenreiter in diesem Reigen sp├Ątpubert├Ąrer Demenz ist aber Baalsulgorr, der als an das Kreuz genagelter Jesus dargestellt wird und von dem zu lesen ist, da├č er am Kreuz f├╝r Satan starb (sic!). Der Sinn dieser Idiotie offenbart sich wohl nur dem Verfasser.
Und das alles, zusammen mit der tonlosen Allerweltsstimme Stimme von Beelzebubs, die Last Episode als 'unverwechselbares Wahrzeichen' der Black Metal Szene bezeichnet, macht 'Infernal Satanic Verses' also zum 'Black Metal Album des Milleniums', will hei├čen, zum besten Black Metal Album in diesem Jahrtausend?? Wohl kaum. Vielmehr steht diese Ver├Âffentlichung, trotz einer unverkennbaren Steigerung in Sachen Produktion und Gitarrenriffs, in bester Tradition der vorangegangenen Abfallprodukte von Mystic Circle. Die Label-Aussage, da├č man 'The Devilstone' 'getrost in einem Atemzug mit Satyricon's 'Mother North' nennen [k├Ânne]', ├╝bergehe ich geflissentlich, wissend, da├č wohl fast jeder, der diese beiden Songs kennt, den Grad der hier zur Schau getragenen Anma├čung absch├Ątzen kann.

Deadleft am 05.04.2004




Titelliste

01. Intro - The Daemons Call
02. Undestructable Power Of Darkness
03. Hordes Of The Underworld
04. The Devilstone
05. Thorns Of Lies
06. One With The Antichrist
07. Black Legions
08. Fallen Christian Empire


Spielzeit

50:24 min


Erscheinungsjahr

1999


Internetseite



Label

Last Episode


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