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Keine besonderen Vorkommnisse

Party.San Open Air XVIII

Rectal Smegma, Behemoth, Tormented, Zero Degree, Revel in Flesh, Immolation, Chapel of Disease, Vivus Humare, Cashley, General Surgery, Haradwaith, December Flower, Mortjuri, Solstafir, Entrails, Trash Amigos, Venenum, Nifelheim, Assaulter, Obscure Infinity, Ragnarok, Kali Yuga, Dead Congregation, Naglfar, Insomnium, Dark Fortress, Malignant Tumour, Vallenfyre, In Solitude, Nile, Gospel of the Horns, Necros Christos, Sodom, Bolt Thrower, Iron Lamb, Cattle Decapitation, Warbringer, Ghost Brigade, Incantation, Skalm├Âld, Toxic Holocaust, Nocte Obducta, Archgoat, Tankard, Immortal

Ort: Schlotheim / Flugplatz
Datum: 09.08.2012 bis 11.08.2012


Party.San Open Air 2012/2013 - R├╝ckblick und Ausblick

Schon wenn man sich die Webseite des Party.San Open Airs anschaut, wird klar, wieviel das Festival und dieses kleine und wenig beachtete Musikmagazin gemeinsam haben. Das Party.San-Team hat es ganz offensichtlich genau wie wir alles andere als eilig, die Webseite den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen anzupassen. Zwar haben wir die ├ära der animierten Gif-Grafiken zwar bereits ├╝berwunden aber so oder so sind sicherlich der Modernit├Ąt v├Âllig unverd├Ąchtig. In wenigen Tagen werden Abgesandte von V├Ânger zum 13. Mal in Folge vor Ort sein, um den Zustand der Heavy-Metal-Kultur zu durchleuchten.

Dieser Anlass gibt uns zun├Ąchst Gelegenheit, auf das vergangene Jahr zur├╝ckzublicken.

Mittwoch
Am Anreisetag wurde in der Reisegruppe zwar auch ein wenig ├╝ber Musik geplaudert, im Kern drehten sich die Unterhaltungen aber darum, ob ein Festivalbesuch ├╝berhaupt noch zeitgem├Ą├č sei. Ohne jede Selbstironie werden mittlerweile die Vorz├╝ge eines Wohnmobils oder der Aufenthalt im Hotelzimmer gepriesen. Fast wie in der Reihenhaussiedlung besch├Ąftigt man sich wie selbstverst├Ąndliche der korrekten Form der M├╝lltrennung und beschwert sich ganz generell ├╝ber das Au├čer-Mode-Geraten von H├Âflichkeit und Anstand. Als Referenz bei Unterhaltungen ├╝ber vergangene Festivals dienen schon l├Ąngst keine denkw├╝rdigen Trinkgelage mehr sondern welche Band bei welchem Wetter vor f├╝nf Jahren gespielt hat.

Und auch au├čerhalb unserer gem├╝tlichen Runde wurde mir immer mehr klar, da├č der Black und Death Metal-Konsument im Allgemeinen eine st├Ąndig ironisierende Haltung gegen├╝ber der Szene einnimmt. Die Hasenkost├╝me, das Nach├Ąffen des Immortal-Gesangs wenn man mit einem entsprechenden T-Shirt ├╝ber das Gel├Ąnde spaziert, die Beschallung des Zeitplatzes mit - ausgerechnet! - 2Unlimited. All das erzeugt schon l├Ąngst kein Kopfsch├╝tteln mehr. Insofern ist es einerseits wenig verwunderlich wenn Immortal auf der B├╝hne das Fabelreich Blashyrkh in einen Kasperlestaat verwandeln. Andererseits wirkt es befremdlich wenn eine Band ihr Hass-, Gewalt- und Menschenfeind-Konzept mit allzu gro├čer Ernsthaftigkeit durchzieht. Ehrf├╝rchtig nicken sieht man in diesen Momenten die wenigsten.

Donnerstag
Da├č die meisten Besucher eines Festivals mit Fokus auf Black und Death Metal im Grunde genommen nur Weicheier sind, wurde auch beim Auftritt von S├│lstafir deutlich: Beim Gitarrenintro wurde flei├čig im Rhythmus mitgeklatscht. Danach folgten vier oder f├╝nf St├╝cke in sonnenbeschienener Gem├╝tlichkeit. Die H├Âhepunkt des Tages bestanden sicherlich in den Auftritten von Sodom und Bolt Thrower. Bei ersteren brachte S├Ąnger Thomas Such die Szenerie mit folgenden Worten auf den Punkt: ÔÇťIch sehe Kutten, ich sehe lange Haare, ich sehe schwarze Haare, ich sehe geile Weiber - hier sind wir richtig.ÔÇŁ Bolt Thrower waren mit ihrer Mischung aus Kriegslyrik und Handbremsen-Death-Metal in jedem Fall unterhaltsam.

Freitag
Der Freitag war danach so etwas wie die Blaupause eines Festivaltags beim Party.San. Dark Fortress spielten als Black Metal-Band nat├╝rlich im Sonnenschein, General Surgery bedienten in alles andere als steriler Aufmachung die Grindcore-Anh├Ąnger, Sk├ílm├Âld sorgten f├╝r das obligatorische Tralalala aus der Viking-Metal-Ecke und Immolation kombinierten gekonnt technischen Anspruch mit

Den H├Âhepunkt stellte ohne Zweifel der Auftritt von Nile dar. Mit gewohnt irrwitziger Pr├Ązision erschufen die US-Amerikaner eine gleicherma├čen h├Âllische wie auch sympathische Atmosph├Ąre. Alleine George Kollias beim Spielen zu beobachten, ist ein wahrer Genu├č.

Zum Abschluss und mit einiger Versp├Ątung wurden noch die altgedienten Herren von Immortal auf die B├╝hne gebeten. Zwar wurde eine ganz ordentliche Mischung aus alten und neuen St├╝cken gespielt, insgesamt war der Auftritt aber alles andere als ein w├╝rdiger Tagesabschlu├č. Der Sound war mit nur einer Gitarren neben Ba├č und Schlagzeug ziemlich d├╝nn, wodurch die verhunzten Soli nat├╝rlich noch besser zur Geltung kamen. Zu allem ├ťberflu├č gab sich Abbath reichlich launisch und erinnerte mit seinem B├╝hnenauftritt an die nicht nur im R├╝ckblick peinliche Leistung in ÔÇťCall of the WintermoonÔÇŁ. Somit war es dann auch nicht allzu schlimm, da├č die Zugabe gestrichen wurde.

Samstag
Vom Samstag sind mir nur wenige Band Erinnerung geblieben. Wirklich unterhaltsam fand ich den Auftritt von Behemoth, die zwar immer wieder den Kitschbogen ├╝berspannten, daf├╝r aber musikalisch eine sch├Âne Mischung aus Eing├Ąngigkeit und ├ťberraschmungsmomenten ablieferten. Naglfar dagegen best├Ątigten das, was ich auch von deren Alben kenne: Vorhersehbare und kantenloser Musik ohne einen Funken Originalit├Ąt.

Positiv ├╝berrascht war ich von Nocte Obducta, die nach ihrer Aufl├Âsung im Jahr 2006 pl├Âtzlich wieder aus der Versenkung erschienen waren und eine ausgefeilte wie auch durchaus facettenreiche Show ablieferten. Am Ende waren sogar deutlich Post-Rock-Anleihen zu vernehmen, was mich erstens hellh├Ârig machte und zweitens das Vorhaben entstehen lie├č, mich mit dem aktuellen Material vertraut zu machen.

Ausblick
Mit dem diesj├Ąhrigen Party.San Open Air d├╝rfte das Ziel wieder klar abgesteckt sein: In gem├╝tlicher Runde ein wenig harte Musik h├Âren. Ohne gro├če Anstrengung und ohne Eskapaden. Vermutlich werde ich im Wohnmobil anreisen und mehr als nur einmal beim Kakao-Spezialit├Ąten-Stand vorbeischauen, der vergangenes Jahr zum ersten Mal das kulinarische Angebot ├╝ber Bier und Cocktails hinaus erweitern durfte.

Doch auch musikalisch d├╝rfte es interessant werden. Neben den Dauerg├Ąsten Unleashed und Primordal gibt es mit Venom, Carcass und Destruction auch ein paar Legenden zu sehen. Das Black Metal-Angebot erscheint mir dieses Jahr zwar etwas ├╝bersichtlich aber wenigstens bleibt man dabei, Bands wie Farsot, Helrunar und Shining im Sonnenschein spielen zu lassen.

Besonders gespannt bin ich auf Heaven Shall Burn, das aber mit Sicherheit nicht aus musikalischer Sicht. Es d├╝rfte das erste Mal sein, da├č beim Party.San Open Air eine Metalcore-Band - zumal mit Erfolgen in den deutschen Albumcharts - spielt. Und das sogar als Headliner am Donnerstag. Es bleibt abzuwarten, wie sich hier die Stimmung entwickelt.

Schlie├člich bleiben noch die Kandidaten festzuhalten, die entweder f├╝r eine ├ťberraschung oder einen Reinfall sorgen k├Ânnten. Aus meiner Sicht w├Ąren das zum einen die Franzosen von Alcest. Auf den Alben ist die Musik zwar furchtbar langweilig aber vielleicht wird auf der B├╝hne eine ordentliche Portion ├ľl ins lustlos z├╝ngelnde Feuer gesch├╝ttet - dann k├Ânnte das ein veritabler akustischer Sturm werden. Zum anderen werde ich sicherlich auch bei Anaal Nathrakh ein Ohr riskieren. Hier d├╝rfte spannend sein, wie die Kombination aus pfeilschnellem Gepolter, elektronischen Effekt-Firlefanz und Klargesangeinlagen auf der B├╝hne umgesetzt wird.

Wir sehen uns ab 8. August in Schlotheim. Von pers├Ânlicher Ansprache bitten wir aber Abstand zu nehmen. ├ťber die Jahre sind wir sehr eigen bei der Auswahl unserer sozialen Kontakte geworden.

Pwyll am 24.07.2013




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