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Was soll man da noch sagen...

Die Apokalyptischen Reiter - Konzert Nr.3

Die Apokalyptischen Reiter, Refractory, Warspite

Ort: Freiberg / Club im Schloß
Datum: 18.12.1999


Kurz vor dem Jahreswechsel gelang es dem V√∂nger-Team noch einmal, ein Konzertereignis in der n√§heren Umgebung ausfindig zu machen, das die Pr√§senz hochrangiger Musikszenekenner rechtfertigen w√ľrde. Namentlich versammelten sich in den fr√ľhen Abendstunden des 18. Dezember Nike samt Anhang, Wehrmut, Christ und ich (Deadleft) im mond√§nen Teil des Chemnitzer Yorck-Gebietes, um den Auftritten von Warspite, Refractory (f√ľr die ausgefallenen Seirim eingesprungen) und haupts√§chlich den der Apokalyptischen Reiter entsprechenden Respekt zu zollen. Aufgrund der √ľberw√§ltigender Resonanz in den Reihen der V√∂nger-Mitstreiter mu√üten wir erstmals auf zwei Streitwagen zur√ľckgreifen. Neben Wehrmuts Vl√∂tsa konnte nun endlich auch Christs Streitwagen der post-preu√üischen √Ąra, Pr√∂st, die Konzert-Premierenfahrt erleben. Letzterer steht in punkto ausstatterischer Extravaganzen dem Streitwagen von Wehrmut in nichts nach. So gesellt sich neben einem H√§kelkisschen f√ľr die Hutablage und einer Wikinger-Snoopy-Figur auch ein gar h√§misch dreinblickender Wackel-Dackel zum heimeligen Interieur. In der N√§he des Freiberger Schlo√ü-Clubs fanden wir durch die Ortskenntnis von Nikes Frau auch schnell einen Parkplatz, auf dem Wehrmut die Festigkeit japanischer Fahrzeugunterb√∂den an Bordsteinen zu pr√§sentieren wu√üte.

Nach dem Beschreiten einiger Irrwege bei winterlichen Temperaturen fanden wir dann auch alsbald den Eingang des Clubs, bei dem es sich um ein altert√ľmlich anmutendes Kellergew√∂lbe handelte. Die Plakatierung der W√§nde und das schon anwesende Publikum lie√üen keinen Zweifel an der politischen Ausrichtung des Stammpublikums. Zahlreiche APPD-Plakate und eine mannigfaltige Auswahl an Anti-Nazi-Spr√ľchen und -Aufklebern 'schm√ľckten' die W√§nde des ansonsten karg eingerichteten Kellers.
Als die Bank, auf der wir Platz genommen hatten, langsam unter unserem Gewicht zusammenzubrechen begann und auch die anfangs noch erheiternden Gespr√§chsfetzen unserer anarchischen Gegen√ľber nichts Neues mehr boten, trat eine neue illustre Figur in den Mittelpunkt: Juri. Dieser forderte sodann mit einem kr√§ftigen Prankenhieb auf Christs Schultern und den Worten 'So, her mit'm Zaster' den Konzertobolus von uns ein, den wir auch ohne Widerrede entrichteten. Zuvor aber konnten wir noch einer h√ľbschen Zwistigkeit zwischen Juri und einem sozial schwachen, von Leben und Alkohol gezeichneten Mitb√ľrger beiwohnen, dessen Finanzstatus die Bezahlung der DM 13,- wohl nicht zulie√ü.
Nach ersch√∂pfenden Diskussionen √ľber eine am Gardarobenhaken h√§ngende Bomberjacke, auf deren R√ľckseite ein Britney Spears Poster aus dem Undergoundagazin Nummer 1 'Bravo' aufgeklebt war, sowie √ľber die unvermittelt einfallenden 'Dorfsch√∂nheiten' vermochte die Bank uns endg√ľltig nicht mehr zu tragen, weshalb wir uns auch zur sehr kleinen B√ľhne begaben, auf der Refractory zu l√§rmen angefangen hatten. Diese Vorstellung stellte sich aber bald als kr√§ftezehrender Soundcheck heraus, in dessen Verlauf Weisheiten wie 'B√§sse raus und Tiefen rein' gepr√§gt wurden. Dort sahen wir auch einen Mitmenschen, der sich s√§mtliche Kapuzen √ľber dem Kopf zusammen schn√ľrte, so da√ü nur noch ein ca. 10 cm breiter Schlitz f√ľr das Sichtfeld blieb und wir ihn daraufhin in Kenny umbenannten, nach dem Helden aus der von einigen V√∂nger-Mitgliedern hochgesch√§tzten Zeichentrickserie South Park. Die Luft im Club war indes so schlecht geworden, da√ü wir uns in Richtung Ausgang begaben, wo wir mit entsetzen feststellen mu√üten, da√ü das V√∂nger-Plakat an der Eingangst√ľr b√∂sartigst abgerissen wurde. Im Freien angekommen, donnerte Nike erst einmal einen Schneeball mit hohem Eisanteil in Richtung Wehrmut, der selbiges Objekt auch bald in seiner rechten Gesichtsh√§lfte wiederfand. Daraufhin trieb uns der Hunger in die Gesch√§ftsr√§ume eines grinsenden D√∂ner-H√§ndlers namens Girrig (!?), der uns mit zwei fleischlosen und zwei fleischhaltigen D√∂nern, sowie einer Schokomilch versorgte. Was davon f√ľr wen bestimmt war, soll hier aus Gr√ľnden des Ehrschutzes unerw√§hnt bleiben. (bei den Betroffenen fand sich allerdings der D√∂ner mehr im Gesicht, als im Mundraum wieder).

Bei unserer R√ľckkehr in die Clubr√§ume hatten Warspite aus Rossau bereits zu spielen angefangen, so da√ü wir uns in einer Ecke am Eingang plazierten, wo wir jedoch noch genug vom umherfliegenden Bier zu sp√ľren bekamen, da√ü ein 'Fan' gro√üz√ľgig im Raum verteilte. Die Musik, die ihn wohl dazu veranla√üte, lie√ü sich eindeutig in die Kategorie Death Metal einordnen, der mit gellend-hohen Schreien und abgrundtiefem Grunzen untermalt war. Warspite konnten mit dieser Mischung das anwesende Publikum (und damit auch uns) begeistern.
W√§hrend des Gigs versuchte ich (jetzt mal Wehrmut) die allseits beliebten Konzertfotos zu machen, was aber leider mi√ülang. Zwar hatte ich in weiser Voraussicht auf die Verge√ülichkeit Deadlefts in Bezug auf Kleinbildkameras meine Wundermaschine bei der Hand, wie sich jedoch herausstellte, war diese defekt, was ja keiner vorher ahnen konnte. Mit dieser Erkenntnis und einer Portion Mi√ümut im Bauch suchten wir uns vor dem Auftritt von Refractory einen etwas gem√ľtlicheren Platz, um dem weiteren Spektakel im angemessenen Rahmen beiwohnen zu k√∂nnen.
Der S√§nger dieser Combo erinnerte uns durch sein Warpaint & die Glatze unweigerlich an Graf von B. von Mystic Circle. Musikalisch lagen Refractory auch nicht weit entfernt, spielten sie doch guten Black Metal mit eing√§ngigen Melodien, die durch Keyboard und Gitarren dargeboten wurden. Mir pers√∂nlich gefielen die teilweise eingestreuten Gitarrensoli ziemlich gut, was einige angenehme Unterbrechungen in die St√ľcke brachte. Am√ľsant waren zudem die Versuche des S√§ngers, eine hohe Stimme zu fabrizieren, was eher so klang, als h√§tte man ihm gewisse Folterinstrumente an den Genitalien angebracht. Ein Lied, so glaubten zumindest 3/5 von uns, w√§re ein Coversong einer anderen Gruppe, jedoch ist bis heute noch keine eindeutige Einordnung gefunden worden. Alles in allem konnte aber Refractory Seirim mehr als w√ľrdig ersetzen und zudem auch in einigen Bereichen toppen.

In der darauffolgenden Umbaupause wies Christ mich darauf hin, da√ü ich etwas Dreck im Gesicht h√§tte, was sich jedoch bei besseren Lichtverh√§ltnissen als Aufprallwunden von o.g. Eisball herausstellten. Nachdem dann Kenny noch einige der herumliegenden Bierflaschen entfernt hatte, betraten die immer lustig gelaunten und f√ľr Heiterkeit sorgenden Apokalyptischen Reiter die B√ľhne. Pest, wie immer im schicken Anzug, stimmte die Menge w√§hrend des Aufbaus mit einigen Keyboardsoli ein und als dann der eigentliche Gig mit 'No Questions' begann, tobte der Saal bereits. Ja, was soll man zu den Reitern noch viel erz√§hlen, was nicht sowieso schon jeder w√ľ√üte!? Sie sind halt nun einmal die beste Band, um einen kleiner Saal zum Toben zu bringen und ordentlich Stimmung zu machen mit ihren St√ľcken aus Grind Metal mit Keyboarduntermalung! Wie auch schon bei vorigen Konzerten waren Titel wie 'Metal will never die' und 'Dschinghis Khan' die Topsongs des Abends, bei denen das Publikum nicht mehr zu halten war. Selbst Pest ist ab und an eine emotionale Handbewegung entfahren, was schon was zu bedeuten hat!

Nun ja, aber auch der beste Abend geht nun einmal nach mehreren Zugaben zu ende und so mu√üten wir uns halt notgedrungen zu unseren Streitwagen begeben, wo wir noch gen√ľ√ülich eine Packung Geleebananen a√üen und uns zu f√ľnft in einen 0,2l Tetrapack mit Fruchtsaft hineinteilten. Gest√§rkt und halb erfroren fuhren wird alsbald durch die heimischen Berge des Erzgebirges, die wir f√ľr nichts auf der Welt gegen irgendwelche Flachlandschaften wie an Nord- oder Ostsee eintauschen w√ľrden. Da k√∂nnte man ja gleich nach Holland ziehen!
Nur durch eine allgemeine Verkehrskontrolle aufgehalten, die mich trotz vergessener Ausweisdokumente und Fahrzeugpapiere ungestraft weiterfahren ließen, kamen wir gegen 2 Uhr in unserer Heimatstadt an, schliefen schnell ein und träumten voller Erwartung von den herannahenden Weihnachtsgeschenken.

Wehrmut am 16.05.2004




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