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Antiklimax in Hamburg

Borknagar Universal-Promo-Tour

Borknagar, Secrets of the Moon, Solstafir, Code

Ort: Hamburg / Markthalle
Datum: 24.09.2009


Als ich wie √ľblich versp√§tet im Hamburger Marx ankam und kurz am Verkaufsstand Halt machte, konnte ich es schon dumpf aus dem Hintergrund rumpeln h√∂ren. Dennoch schaute ich mir kurz die Auslagen an und erfuhr vom Standbetreiber, da√ü es sich beim Rumpeln um den Auftritt von Code, die einzige Band, die ich noch nicht kannte, handeln w√ľrde. Also quetschte ich mich schnell in den gut gef√ľllten Raum des Marx. Code spielten gerade eine eing√§ngige und f√ľr meinen Geschmack etwas platte Nummer namens 'Possession is the Medicine'. Das n√§chste St√ľck hingegen lie√ü mich aufhorchen: Klagender Gesang, leicht schr√§ge Gitarrenriffs und ein deutlich vernehmbarer und verspielter Ba√ü. Ich brauchte tats√§chlich ein paar Minuten, um herauszufinden, an welche Band mich das erinnerte: Ved Buens Ende. Also jene Band, die mit ihrem einzigen Album 'Written in Waters' 1995 eine bisher unerreichte Synthese aus Black Metal und jazzigen Ankl√§ngen geschaffen hatte. Leider war das auch schon das letzte St√ľck des Abends und es √§rgerte mich tats√§chlich, da√ü ich wie √ľblich zu sp√§t gekommen war. Code habe ich mir aber allein aufgrund dieses einen Lieds ganz klar f√ľr zuk√ľnftige Analysen vorgemerkt.

Nach diesem vielversprechenden Auftakt waren S√≥lstafir an der Reihe, die ich einige Wochen vorher auf dem Party.San-Festival zu sch√§tzen gelernt hatte. Auch in Hamburg spielten sie wieder ihre ganz eigene Art entr√ľckter Musik. Vor allem das schier endlose 'Ritual of Fire' mit seinem hypnotischen Ba√ülauf ist immer wieder ein Genu√ü. Gleiches galt sicherlich auch f√ľr den Whiskey, den sich S√§nger Aðalbj√∂rn w√§hrend des Auftritts ohne Unterla√ü einverleibte. Nur mit dem Sound war die Band sichtlich unzufrieden - Bassist Svavar schraubte st√§ndig kopfsch√ľttelnd an den Verst√§rkern und Effektger√§ten herum. Ich selbst fand zwar, da√ü die Musik von S√≥lstafir eigentlich mehr Raum ben√∂tigt, um sich richtig zu entfalten, aber der Sound ging wirklich in Ordnung. Auch das Publikum war angetan und spendete t√ľchtig Applaus.

Borknagar
Borknagar



Auf Secrets of the Moon war ich danach recht gespannt. Das neue Album hatte ich noch nicht geh√∂rt und fr√ľhere Auftritte fand ich durchweg sehr unterhaltsam. Auch im Marx wurde ich nicht entt√§uscht. Zugegeben, die Musik ist nicht allzu leicht zug√§nglich. Aber in den vielschichtigen und gelegentlich ausufernden St√ľcken sind jede Menge pr√§gnante Refrains und Melodien eingebaut, an denen man sich sehr sch√∂n festhalten kann.

Gro√üer H√∂hepunkt sollte im Anschlu√ü der Auftritt von Borknagar sein. Urspr√ľnglich als vermutlich erste All-Star-Band im Black Metal gestartet, hatten die Norweger √ľber die Jahr hinweg die Black-Metal-Einfl√ľsse mehr und mehr zugunsten eines polierteren und leicht progressiven Sounds zur√ľckgeschraubt. Im Marx starteten Borknagar √§u√üerst vielversprechend mit einem der Instrumentalst√ľcke vom Deb√ľtalbum. Ebenso verhei√üungsvoll erschien mir die monstr√∂se 8-saitige Fretless-Ba√ügitarre von Tyr. Allerdings h√§tte er die auch gegen eine Plastikgitarre f√ľr 10 Euro eintauschen k√∂nnen. Von seinem sicherlich virtuosem Spiel war n√§mlich nichts zu h√∂ren. Ebensowenig wie vom Keyboardspiel Lars Nedlands, der unter anderem auch bei Solefald bewiesen hat, da√ü sich das Zuh√∂ren durchaus lohnt. Die Gitarrenmelodien, das Schlagzeugspiel, eigentlich alles war in einem v√∂llig undurchdringlichen Klangbrei zusammengematscht. Leider verbesserte sich das im Laufe der Show nur unwesentlich. Gegen Ende hatte ich das Gef√ľhl, das Keyboard zumindest stellenweise heraush√∂ren zu k√∂nnen. Lediglich der Gesang von Vintersorg war einigerma√üen gut zu h√∂ren. Inmitten der Wand aus Krawall und Verzerrungen klang aber auch der nicht mehr sch√∂n. Nach ein paar Songs war dann auch mit Sicherheit schon die H√§lfte des Publikums verschwunden. Da√ü man das nicht besser hinbekommen hat, bleibt mir unbegreiflich. Der Sound bei Secrets of the Moon war beispielsweise um Welten besser.

√úbrig blieben an diesem Abend also die Gewi√üheit, da√ü Zusp√§tkommen gelegentlich doch durch Genu√üentzug bestraft wird, S√≥lstafir und Secrets of the Moon live eine sichere Bank sind und ein schlecht abgemischter Sound den B√ľhnentod einer legend√§ren Band bedeuten kann.

Deadleft am 13.10.2009




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