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Immortal Screams lie├čen Werdaus Stadthalle ersch├╝ttern

Gods Of Darkness Festival

Cradle Of Filth, Dissection, In Flames, Dimmu Borgir

Ort: Werdau / Stadthalle Plei├čental
Datum: 29.03.1997


Gl├╝cklich, nicht das Wochendticket der Bahn und eine vierst├╝ndige Wartezeit in Werdau auf uns nehmen zu m├╝ssen, stiegen wir am 29. M├Ąrz diesen Jahres um 17.00 Uhr in den Ford Fiesta zweier netter Menschen, die sich zuf├Ąllig bereit erkl├Ąrt hatten, uns mit nach Werdau zum Konzert mitzunehmen.
Durch diesen gottgegebenen Zustand, sparten wir eine Menge Geld, da├č wir sp├Ąter aber am Verkaufsstand am Konzertort genauso schnell wieder los wurden. Dazu sp├Ąter aber mehr. Nach einer reichlichen Stunde Beschallung im erw├Ąhnten Auto durch Metallica und Mot├Ârhead kamen wir dann an der Stadthalle an, und blickten, wohl wissend, da├č der Einla├č erst in einer Stunde sein sollte, auf die schon zahlreich erschienen Konzertbesucher. Die erste Stunde bis zum Einla├č verbrachte man nun damit, Forschungen und Bewertungen der einzelnen T-Shirt Designs anzustellen, am├╝siert den Unterhaltungen der Besucher zu lauschen, die Verbalattacken meherer Fans gegnerischer Fu├čballvereine zu verfolgen und sich ├╝ber herumfliegende Bierdosen und einsetzende Hagel- und Weinschauer zu belustigen. Der erh├Âhte Alkoholgenu├č f├╝hrte nicht nur zu erstaunlich tiefsinnigen Gespr├Ąchen ('Ich komm ausm Erzgebirge, wo dor Wald abbrennt, ├Ąh abstirbt...', 'Kennste Hellraiser sechs und sieben? Mu├č mor gesehn ham; ich hab de niederl├Ąndische Version, die in Deutschland is' um 'ne halbe Stunde gek├╝rzt'), sondern auch zu umst├╝rzenden Personen und Verkehrsschlidern, die letztendlich arg zerbeult ihren eigentlich Verwendungszweck nicht mehr erf├╝llen konnten. Personen mit lustiger Schminke im Gesicht und Stacheln am Arm wurden teils bel├Ąchelt und teils als Popper beschimpft, trugen aber eindeutig zur Auflockerung der Atmosph├Ąre bei, sorgten sie doch f├╝r weiteren Gespr├Ąchsstoff.
Der Unmut ├╝ber die Niederschl├Ąge und die logischerweise noch immer geschlossene T├╝r, brachten einige der hinteren Wartenden dazu, pl├Âtzlich physischen Druck auf die vor ihnen Stehenden auszu├╝ben, so da├č in der kommenden Stunde eine wellenartige Folge von vor- und r├╝ckw├Ąrts fallenden Personen jeden Klaustrophobiker an den Rande des Epilepsietodes gebracht h├Ątten.
Nichtsdestotrotz gelangte man dann aber, zusammen mit ca. 1000 weiteren Besuchern durch eine einzige offene T├╝r, nacheinander versteht sich, und konnte sich seiner Gardarobe und seines Geldes am Merchandisingstand entledigen. Konnten wir anfangs den Verlockungen des reichlichen Angebots an Fanartikeln widerstehen, zog es uns dann aber w├Ąhrend des Auftritts von In Flames unweigerlich zu geldverschlingenden Verkaufskr├Ąften und erwarben neben einem C.O.F.-Poster auch eine CD von Setherial (siehe Review-Page). Nach diesem Procedere verloren wir nicht nur unseren bequemen Wandpl├Ątz mit Anlehnm├Âglichkeit, sondern auch uns gegenseitig selber im Gedr├Ąnge.

Aber nun erstmal zum eigentlichen Konzertverlauf. Noch lange bevor wir an die M├Âglichkeit dachten, jemals einige Deutschmarks auszugeben, er├Âffneten Dimmu Borgir das Festival mit ihren fulminanten Kompositionen, die durch die norwegischen Lyrics und die interessante B├╝hnenshow, die die volle Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zogen und den Abend w├╝rdig einleiteten. Doch nicht nur akustisch sondern auch optisch vermochten die Nordlichter Akzente zu setzen, am├╝sierte doch der Keyboarder die Massen mit seinem Zylinder und seiner stoischen Unbeweglichkeit, die er nur bei entprechenden Instrumentalpassagen zugunsten einer kleinen Fingergymnastik aufgab. Aber auch der S├Ąnger Shargath schien die Zuh├Ârer auf seine Geb├Ąrden lenken zu wollen, verga├č er doch hin und wieder, da├č er noch eine undefinierbare Fl├╝ssigkeit im Mund hatte, und diese demzufolge in einem geifernden Spr├╝hschleimfaden zuerst ├╝ber sich und dann ├╝ber die Headbanger der ersten Reihen verteilte. Nach einer viel zu kurzen halben Stunde und unbeantworteten Zugaberufen, verabschiedete sich das Quintett und ├╝berlie├č den Schweden In Flames die B├╝hne.
Diese fielen eigentlich ein wenig aus dem Black Metal Rahmen, hatten sie sich doch eher dem Death-Metal verschrieben. Die Kleidung des Gitarristen (Basecap, Fishbone-Shirt) schien den Rahmen der Veranstaltung endg├╝ltig sprengen zu wollen. Umso ├╝berraschender war dann der kreischende Gesang des Vocalisten, der zumindest kurzzeitig das Interesse der H├Ârer wecken konnte, uns dabei aber Gelegenheit bot, oben erw├Ąhnte 'Eink├Ąufe' zu t├Ątigen. Mehr als ein H├Âflichkeitsapplaus waren der Auftritt dem Publikum aber nicht wert, zumal als n├Ąchster Act Dissection auf dem Programm stand.
Die Landsm├Ąnner von In Flames setzten dabei ihr musikalisches Konzept konsequent auf der B├╝hne um, und ├╝berzeugten durch kompromi├člose H├Ąrte und Geschwindigkeit. Der sonst schon sehr gitarrenlastige Sound, wirkte auf der B├╝hne noch intenisver und agressiver und versetzte die Metaller in eine wahrhaft hypnotisierende Headbangerstimmung. Mit Songs wie 'Where Dead Angels Lie' und 'Elizabeth Bathori' stellten Dissection den vorl├Ąufigen H├Âhepunkt des Abends dar, dem eigentlich nur noch Cradle of Filth etwas entgegen zu setzen k├Ânnten.

Diese enterten nach mehreren Soundchecks an den Drums und am Mikro, die teilweise wie verschrobene Beavis & Butthead Imitate klangen, die B├╝hne und lieferten eine B├╝hnenshow ab, die das bis zu diesem Zeitpunkt gesehene deutlich in den Schatten stellte. Neu angebrachte Lichtanlagen, die den Raum mit zuckenden Blitzen und wabernden Lichtinseln erf├╝llten, und eine weibliche Gesangsverst├Ąrkung, machten aus dem Auftritt das absolute Highlight des Festivals und lie├č die Getr├Ąnkeverkaufsstelle verwaisen. Das infernale Trommelgewitter von 'Hammer of the Gods' Nicholas war teilweise so schnell, da├č die Stroboskopblitze nicht mehr Schritt halten konnten. 'Immortal Screamer' Dani lie├č mit seinem gl├Ąserzerfetzenden Gekreische ein Raunen durch die Halle gehen und trug dazu bei, da├č sich die vom Alkoholgenu├č getr├╝bten Sinne des Publikums wieder der B├╝hne zuwandten. Der Opener 'Ebony Dressed For Sunset' wurde von der Hymne 'The Forest Whsipers My Name' und 'Dusk And Her Embrace' gefolgt, die von den letzten beiden Alben stammen und die Anwesenden in ihren lasziv-diabolischen Bann zogen. Doch auch die Fans der ersten Stunde wurden nicht entt├Ąuscht und kamen bei Liedern, wie 'Black Goddess Rises' und 'Summer Dying Fast' voll auf ihre Kosten. In Punkto Zugabe zogen die Engl├Ąnder aber nicht mit den anderen Bands gleich und ├╝berraschten das begeisterte Publikum unter anderm mit 'To Eve The Art Of Witchcraft' und setzten dem Event die wohlverdiente Krone auf.

Ersch├Âpft, befriedigt, begeistert, geh├Ârgesch├Ądigt von ca. vier Stunden metallisch-schwarzer Kunst und einer Prise Entsetzen ├╝ber die am Schlu├č einsetzenden Techno-Kl├Ąnge, die sicherlich das Publikum nur aus der Stadthalle treiben sollten, bewegten wir uns, wohlgemerkt wieder einmal getrennt, dem Fahrzeug entgegen und traten die Heimreise ins heimatliche Chemnitz an. Nach nur einer dreiviertel Stunde Fahrt ├╝ber tiefschwarze Landstra├čen, die auch das Erkennen von ebenso finster gekleideten Metalfans schier unm├Âglich machten, erreichten wir letztendlich doch noch unser Ziel und verabschiedeten uns tr├Ąnen├╝bergossen und von unsagbaren Trauergef├╝hlen gequ├Ąlt, voneinander, um, bis zum n├Ąchsten Mal, wieder unsere eigenen Wege zu gehen.

Deadleft am 15.05.2004




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