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Eierschaukelnde Teufelskerle

Heathen Crusade

Primordial, Moonsorrow, Mourning Beloveth, Gardens of Gehenna

Ort: Leipzig / Hellraiser
Datum: 16.04.2006


Traditionell wie zu jedem christlichen Fest (Ostern, Pfingsten, Weihnachten) gab es auch diesmal wieder viele Metal-Konzerte. In diesem Jahr habe ich mich entschieden, dem Osterkonzert in Leipzig beizuwohnen, wo unter anderem Primordial und Moonsorrow auftreten sollten. Auf der Fahrt zum Hellraiser regnete es nat├╝rlich (die meisten Konzertfahrten in Sachsen f├╝hren komischerweise immer durch Regen, Nebel und Schnee) und auch das Auffinden des Clubs erwies sich als nicht mehr so leicht, war ich doch lange nicht mehr dort gewesen. Als ich dann doch ankam, ├╝berfiel mich ein Gef├╝hl der Angst, denn der Parkplatz war untypisch leer und ich dachte schon, das Konzert w├Ąre abgesagt worden. Aus dem Inneren des Hellraisers dran allerdings schon Musik nach Au├čen, was mich wieder beruhigte.
F├╝r freundliche 14 Euro durfte ich dann sehen, wie leer doch ein Saal wirkt, wenn sich nur ca. 100 Personen darin aufhalten. Gardens of Gehenna spielten schon, aber vor der B├╝hne (mit 10m Sicherheitsabstand!) waren gerade mal 40 Mann versammelt. Kein sch├Âner Anblick. Die Band spielte unterdessen ihr Liedgut, allerdings waren wohl Gitarre, Ba├č und Schlagzeug nicht genug, um die Menge zu begeistern. Die Musik war ok, mehr aber auch nicht. Eher langsam und thrashig, mit dumpfem Gesang und ein paar Coversongs (Type-O-Negative) verlief der Auftritt der Metal-Urgesteine ohne besondere Highlights. Ich ├╝berlegte woher ich die Basserin kannte und erinnerte mich, da├č sie mit bei Eisregen auf deren Tour spielte. Das war mein H├Âhepunkt bei Gardens of Gehenna.

Primordial
Primordial



Als zweite Band spielte Mourning Beloveth, wo sich dann schon der Abstand B├╝hne/Publikum verkleinerte. Auch ich gesellte mich nach vorn, denn die Band spielte Doom, der zwar nicht an die Szenegr├Â├čen heranreichte, aber ruhig dahinpl├Ątscherte. Die B├╝hne wurde karg ausgeleuchtet, wodurch die dr├╝ckende Stimmung noch unterst├╝tzt wurde; f├╝r gute Fotos war es allerdings zu dunkel.
Mit Moonsorrow folgte die erste Band des Abends, zu der dann auch ein wenig Stimmung aufkam. Die Finnen waren wieder mit roter Fl├╝ssigkeit beschmiert und boten ihre Musik gekonnt dar. F├╝r meinen Geschmack wurde etwas zu wenig gesungen, so da├č es tr├Ąge wirkte. Denn ohne die Keyboardeinlagen und Humppa-Rhythmen ist die Musik eint├Ânig und fast langweilig. Der Auftritt vom Party.San war mir besser in Erinnerung. Vielleicht lag es aber auch daran, da├č es der letzte Auftritt der Tour war oder weil so wenig Leute anwesend waren. Jedenfalls steigerte sich allm├Ąhlich die Stimmung, aber am Ende des Auftritts gab es keine Zugaberufe und so kam nach einiger Zeit der S├Ąnger von Primordial, Alan Nemtheanga, auf die B├╝hne und fragte, ob man noch mehr von Moonsorrow h├Âren m├Âchte. Dies wurde artig bejaht und so kam die Band zur├╝ck, um mit Alan ein Cover von Manowar zu singen. Damit war auch ein kleiner Stilbruch im Konzertverlauf gesetzt, denn Primordial, die n├Ąchste Band, hat mit Manowar wenig zu tun.

Die Band mit ihrem exzentrischen S├Ąnger ├╝berzeugte von Anfang an mit feinstem Pagan Metal. Die pr├Ągnante Singstimme und der Stil der Musik machen Primordial einzigartig und jeder wird ein Musikst├╝ck der Band sofort an der Stimme erkennen. Der S├Ąnger flitzte anfangs noch wild ├╝ber die B├╝hne und forderte immer auch Unterst├╝tzung durch das Publikum. Seine Aktivit├Ąten legten sich ein wenig, dennoch blieb er sehr aktiv bei seiner Darbietung. Man konnte erkennen, da├č ihm viel an seinen St├╝cken liegt. Daneben verbla├čten die anderen Mitglieder etwas und auch vom Publikum h├Ątte die Ein-Mann-Show mehr Anerkennung verdient. Trotzdem gab die Band alles und nach der Zugabe waren sie sichtlich ermattet.
Ich h├Ątte mir gew├╝nscht, da├č mehr Fans gekommen w├Ąren, aber zu Hause bei Mutti war es wohl an Ostern sch├Âner als beim Konzert. So fuhr ich dann auch wieder nach Hause; nat├╝rlich bei Nebel.

Wehrmut am 25.04.2006




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