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Tod durch Ertrinken!

Party.San Open Air X (2)

Manos, Dark Funeral, Grave, Ensiferum, Misery Index, Vomitory, Hatesphere, Heaven Shall Burn, The Duskfall, Incapacity, Unleashed, Carpathian Forest, Dismember, Zyklon, Pungent Stench, Haemorrhage, Flescrawl, Cryptic Wintermoon, Negator, Endstille, Gorerotted, Sinners Bleed, Purgatory, Disfear, Golem, Suffering Souls

Ort: Bad Berka / Flugplatzwiese
Datum: 12.08.2004 bis 14.08.2004


Donnerstag
Da waren wir also wieder, kaum vom Party.San 2003 zurĂŒck und schon ging es mit dem 2004er weiter. Das Billing hĂ€tte aus schwarzmetallischer Sicht besser sein können, aber man fĂ€hrt ja nicht wegen der Musik sondern wegen der familiĂ€ren Stimmung zum PSOA.
Also planten wir (Heiko und ich) schon am Donnerstag unser Zelt in Bad Berka aufzuschlagen, damit wir ja nichts verpassen, und Deadleft wollte am Freitagabend dazu stoßen. Nachdem mir in der Nacht zum Donnerstag auf Grund eines Wohnungseinbruches meine 'Party.San Einsatz-Tasche' inklusive sĂ€mtlicher Utensilien wie Shirts, Digicam oder Ohropax abhanden gekommen war, musste der Start am Donnerstagmorgen um einige Stunden verschoben werden. Als wir dann, nach getĂ€tigtem Einkauf, den Weg gen Bad Berka einschlugen, hatte die Uhr schon zehn geschlagen. Suchtbedingt und wegen Glasverbot auf dem GelĂ€nde brauchte Heiko noch Dosenbier, was wir dann auch an der dritten besuchten Tankstelle gefunden haben. Das war zu meinen Jugendzeiten noch einfacher...

Als wir gegen Mittag ankamen stellten wir zu unserem Entsetzen fest, dass schon alles, bzw. das, was letztes Jahr noch als ZeltgelĂ€nde galt, voll belegt war. Die Besucher waren dank der gĂŒnstigen Festivaltermine schon letztes Wochenende vom Wacken Open Air angereist und bevölkerten nun seit Tagen die Wiese. Nachdem ich mir meinen Presseausweis abgeholt hatte, fuhren wir zum Eingang, wo wir dann grĂŒndlich auf GlasausrĂŒstung hin untersucht wurden. Danach konnten wir in das GelĂ€nde fahren, fuhren so dahin und waren auch schon wieder vom GelĂ€nde runter. Es war einfach nichts mehr frei. Die Kontrolleuse am Eingang staunte nicht schlecht, als sie uns wieder in der Reihe der Wartenden sah. Daraufhin wurde dann der vordere Teil des Platzes geöffnet, so dass wir unsere Zelte aufschlagen konnten. Nach einer kurzen Positionierungsphase der zwei Fahrzeuge schafften wir es dann auch, die mitgebrachte Plane zwischen beiden zu spannen, so dass wir uns darunter in Sicherheit bringen konnten. Die Sonne schien noch ziemlich stark. Noch.
Den Rest des Nachmittags verbrachten wir mit dem ĂŒblichen Festivalunternehmungen: Saufen (Heiko), Rauchen (Heiko), Bauch raushĂ€ngen lassen (beide). Hier stört es keinen, hier ist man zu Hause bei 'seiner' Familie. Am frĂŒhen Abend machten wir noch einen Spaziergang ĂŒber das GelĂ€nde, welches sich nun schon mit mehr Besuchern gefĂŒllt hatte, als letztes Jahr Leute da gewesen waren. Das Maisfeld vom letzten Jahr, bevorzugter Treffpunkt allmorgendlicher Notwendigkeiten, musste einem zweiten Zeltplatz weichen. Und das am Donnerstag, wo eigentlich noch kein offizieller Festivalbeginn ist, sondern nur Musik fĂŒr die gemacht wird, die schon da sind. Aber das wird sich wohl die nĂ€chsten Jahre Ă€ndern.

ZurĂŒck am Wohndomizil zogen dunkle Wolken auf und das nicht nur, weil uns die Musik dieses Abends (Suffering Souls, Golem, Disfear, Purgatory) nicht sonderlich zusagte, sondern auch weil Regen einsetzte. Und das nicht zu knapp. Zum Konzertbeginn um 21.00 Uhr regnete es schon eine Weile und nun kam auch noch starker Wind auf, so dass die ganzen Pavillon-Besitzer, zu Recht, Angst bekamen. Da standen sie nun, nass und verĂ€rgert ĂŒber das Wetter und hielten ihre Pavillons fest, was jedoch meist wenig nĂŒtzte. Da wir nun beschlossen hatten, nicht in das Partyzelt zu gehen (schlechte Musik und Wetter), machten wir es uns unter der Plane gemĂŒtlich. Manchmal hatte ich Angst, dass die Leute die am Pavillon hingen rĂŒber kĂ€men und uns verprĂŒgeln wĂŒrden, so wie wir da saßen: schön im Trocknen auf StĂŒhlen, ein reich gedeckter Tisch mit Suppen, Brot und Wurst, dazu feinste GetrĂ€nke und eine Petroleumlampe, die eine heimelige Stimmung fabrizierte. Die Musik, bzw. das was wir neben dem Gewitter noch hörten, war das ĂŒbliche Death Metal- und Grindcore-GeknĂŒppel. Nach Augenzeugenberichten soll das Zelt jedoch gut gefĂŒllt gewesen sein und denen, den diese Musik zusagt, soll es auch gefallen haben.
In Ermangelung an Alternativen und wegen allgemeiner, arbeitsbedingter MĂŒdigkeit beschlossen wir dann, jeweils den eigenen Schlafsack zu konsultieren um am nĂ€chsten Tag fit zu sein. Auch in der Hoffnung, der Regen möge verstummen. Wohlweißlich zogen wir es jedoch vor, im Auto zu schlafen.

Ensiferum
Ensiferum




Freitag
Dies stellte sich am nĂ€chsten Morgen als gute Entscheidung heraus als wir sahen, was der Regen angerichtet hatte. Um uns herum waren die Pavillons verschwunden, alle Zelte durchnĂ€sst und die Leute krochen mit nassen Sachen aus selbigen. Man sah ĂŒberall zu trocknende KleidungsstĂŒcke hĂ€ngen, liegen, flattern und durch die morgendliche Sonne konnten auch einige wieder von NĂ€sse befreit werden. Auch unseren Zelten erging es nicht besser: tassenweise mussten wir das Wasser aus ihnen schöpfen.
Da das besagte Maisfeld verschwunden und somit außer Reichweite war, sich jedoch das am Vortag Getrunkene seinen Weg durch den Körper bahnte, musste ich auf das nĂ€chstgelegene Dixie-Klo und dort sehen, dass sich dessen Inhalt schon auf gleicher Höhe befand wie die Sitzgelegenheit. Nun, ich musste mich zum GlĂŒck nicht setzen, was hier wegen dieser mittlerweile ebenen FlĂ€che auch keinesfalls möglich gewesen wĂ€re. Auch die AtmosphĂ€re in dem HĂ€uschen veranlasste mich, meine GeschĂ€fte lieber auf den Klos im VIP-Bereich zu tĂ€tigen. Den Umweg nahm ich gern in Kauf, zumal die Dixies dort sauber und sogar noch mit vollstĂ€ndigen Klopapierrollen ausgestattet waren. FĂŒr FestivalverhĂ€ltnisse ein Hochgenuss! Zwar hatte diese Misere auch die Party.San Crew erkannt und am Morgen schon die Dixie-Austausch- und Reinigungswagen geholt, aber von der Anzahl der schon eingetroffenen Personen und den damit verbundenen 'AbfĂ€llen' waren sie wohl trotzdem ĂŒberrascht. Wegen der ĂŒberfĂŒllten Klos und weil es wohl in der Natur des MĂ€nnchens liegt, wurde gerade dort, wo man sich befand, uriniert, was in dieser Menge nicht besonders angenehm ist. Vielleicht wird es ja nĂ€chstes Jahr mehr Toiletten geben...
Auf dem RĂŒckweg aus dem VIP-Bereich sah ich dann auch, wie das dritte Zeltlager auf der anderen Straßenseite geöffnet wurde und da fragte ich mich langsam, wie viel Leute denn noch kommen wĂŒrden. Am Ende des Festivals werden es 6000 gewesen sein, was soweit ich mich erinnere 1000 mehr sind als letztes Jahr. ZurĂŒck bei den Autos versuchten wir das Beste aus der Situation zu machen was jedoch nur schwer gelang, da gegenĂŒber die Metal-Spaß-Fraktion samt Stereokassetten/-CD-AbspielgerĂ€t und dem 'Holzmichellied' aufwartet. Da mussten wir natĂŒrlich mit Skepticism und Winter kontern. In freudiger Erwartung harrten wir der Öffnung des FestivalgelĂ€ndes, um endlich die vielen VerkaufsstĂ€nde begutachten zu können. Wie bereits erwĂ€hnt, waren meine Festival-Shirts weg und zum GlĂŒck hatte ich in meiner Notausstattung, wie es sich gehört, noch einige schwarze Sachen. Aber so ganz ohne Logos auf den Shirts fĂŒhlt man sich doch irgendwie nackt, also versuchte ich geeignete Waren zu kaufen. Das war allerdings ein unlösbares Unterfangen denn das was mir vorschwebte (einfaches Logo einer guten Band ohne viel Schnickschnack und vor allem bunten Bildern) gab es nicht. Beziehungsweise gibt es so etwas mittlerweile nur als Girlie-Shirt. Bedauerlich, jetzt muss man sich solche Shirts schon selbst herstellen.

An diesem Freitag begann dann um 14.45 Uhr mit Sinners Bleed die erste Band des Tages zu spielen. Die Musik war guter, druckvoller Death Metal der zu begeistern wusste. Auf Grund der Tatsache dass es die Opener waren und weil gerade die VerkaufsstĂ€nde begehrte PlĂ€tze darstellten, waren noch nicht allzu viele Zuschauer anwesend, aber der harte Kern (ca. 300 Leute) jubelten der Gruppe zu, die ihren Auftritt gut vollzogen. Ausgestattet mit meiner alten AnalogausrĂŒstung zog ich dann vor die BĂŒhne, um einige Bilder zu machen. Allerdings war ich durch die Digicam in letzter Zeit recht verwöhnt gewesen und hatte die gute alte Praktica seit dem letzten Party.San nicht mehr in der Hand gehabt. Nach gut zwei Bildern gab ich auf; die Kamera samt Objektiv war doch zu schwer fĂŒr so etwas. Wie habe ich das frĂŒher nur hinbekommen, ganze Filme auf Konzerten damit zu verschießen?
Nach dem Auftritt wandten wir uns wieder den VerkaufsstĂ€nden zu. Angefangen von 5 Euro Billigshirts mit entsprechend schlechtem Aufdruck, ĂŒber diverse Shops (Nuclear Blast, GUC, Ketzer Rec., Grau Mailorder...) bis zu den ĂŒblichen StĂ€nden wie Tattoo und Schmuck war wieder alles vertreten. An Speisen gab es die Brutzel Bude, den HĂ€hnchen-Wagen, CrĂȘpes-StĂ€nde und das Grill-Paradies.

Die zweite Band war Negator, wie Sinners Bleed aus Deutschland. Sie spielten bedeutungslosen Black Metal, den wir uns beim Einkaufen antaten. Danach kamen Cryptic Wintermoon, von denen wir uns mehr erwartet hĂ€tten. Ihren Black Metal hatten wir wohl besser in Erinnerung. WĂ€hrend des Auftrittes fing es dann wieder zu regnen an, weshalb wir es vorzogen ein gepflegtes Mahl am Wagen einzunehmen. WĂ€hrend wir unsere 5-Minuten-Suppen aßen, spielten auf dem GelĂ€nde Fleshcrawl auf. Soweit wir es hörten, wieder einmal eine Band, die nicht unser Interesse traf.
Zu Haemorrhage aus Spanien wollte ich wieder zugegen sein. Diesmal bin ich jedoch durch den normalen Eingang ins GelĂ€nde und nicht durch den VIP-Bereich. Die Leibesvisitation kannte ich ja schon aus den Jahren zuvor, allerdings wurde mir nun mein 5,8 cm großes Victorinox Taschenmesser 'Classic' zum VerhĂ€ngnis, welches ich immer am SchlĂŒsselbund trug. Ich hĂ€tte es nun entweder abgeben mĂŒssen mit wenig Hoffnung, es dann spĂ€ter wieder zu sehen, oder es aber zum Zelt zurĂŒck bringen sollen. Da mir nun schon mein richtiges Messer durch den Diebstahl abhanden gekommen war, zog ich es vor, es nicht abzugeben. Allerdings wollte ich auch nicht wieder zum Wagen, denn dann hĂ€tte ich womöglich den schon fortgeschrittenen Auftritt Haemorrhages verpasst. Also bin ich, mit Messer, durch den VIP-Bereich zur BĂŒhne. Es ist zwar löblich, dass es diese Kontrollen gibt und keine Messer mit in den Festivalbereich dĂŒrfen, aber dann sollte es das auch am VIP-Eingang geben, dort konnte ich nĂ€mlich ungehindert hereinmarschieren. Ein VIP-BĂ€ndchen am Arm reicht also scheinbar aus, um mit großen Bomben im GepĂ€ck Backstage zu gehen, aber wegen des kleinen Messers am Haupteingang gibt es Ärger.
So konnte ich dann noch ein paar Liedern der Band lauschen, welche eine gute Show ablieferten. Der blutĂŒberströmte SĂ€nger widmete dann noch mit den Worten 'Fuck Posers' einen Song an Spears, Aguilera und 'childfucking Michael Jackson', bevor der Auftritt mit Zugaberufen endete. Allerdings wurden keine gespielt, da der Zeitplan von der Party.San Crew streng ĂŒberwacht und eingehalten wird.

Nun sollte auch schon Deadleft am GelĂ€nde eintreffen, so dass ich an der Straße wartete. Zum einen hĂ€tte er uns nie auf dem GelĂ€nde gefunden und zum anderen wĂ€re er wohl auf den dritten Zeltplatz verwiesen worden, der nun schon, fĂŒr party-sanische VerhĂ€ltnisse, riesige Ausmaße angenommen hatte. Wir beschlossen nun, mein nasses Zelt ab- und seins aufzubauen. Es war aber Eile geboten, denn es fingen gerade Pungent Stench an, eine Band, denen ein gewisser Ruf vorauseilt. Als das Zelt dann endlich stand sind wir zur VIP Kasse, um auch seinen Presseausweis abzuholen. Auf dem Weg dahin tönte gerade 'Klyster Boogie' ĂŒber den Zaun hinweg. Als wir dann damit fertig und vor der BĂŒhne waren, hörten wir nur noch die Akkorde des letzten StĂŒckes und sahen, wie eine Gitarre penetriert wurde. Tja, Pech gehabt! Aus anderen Quellen hörte ich aber, dass der Auftritt hĂ€tte besser sein können. Vielleicht sind die neuen Pungent Stench auch nicht mehr das, als was sie einst galten.

Den ersten Headliner fĂŒr alle Black Metaller auf dem Festival stellten Zyklon aus Norwegen dar. Die Band aus dem Dunstfeld von Emperor begann 20.45 Uhr mit ihrem Auftritt und nunmehr war das GelĂ€nde gut gefĂŒllt. Jedoch jetzt, eine Woche nach dem Festival, habe ich keine Erinnerung mehr an den Auftritt. Auf Grund der Tatsache, dass ich mir auch nichts notiert habe schließe ich, dass die Band bzw. die Erwartungen in den Auftritt ĂŒberbewertet waren. Sie boten einen genretypischen Mix aus Black und Death Metal, jedoch ohne herausragende Glanzpunkte.
Nun folgten Dismember, Heroen alter Death-Metal-Scheiben. Ohne wirklichen Zugang und Bezug zu ihren StĂŒcken flog der Auftritt an mir vorbei, zumindest bis wieder der Regen einsetzte. Also zurĂŒck zum Zelt und abermals Nahrung aufnehmen.

PĂŒnktlich zum Höhepunkt, dem Auftritt von Carpathian Forest, hörte der Regen wieder auf und wir begaben uns zur BĂŒhne. Hautnah im Fotograben könnte ich Nattefrost, den Napoleon des Black Metal, in wirklicher Aktion erleben. Seine StĂŒcke hatten Kraft und Energie, genauso wie er selbst. Es gab ja einige GerĂŒchte um seine Auftritte, nach denen er auf der BĂŒhne recht ungehalten wurde. Nun ja, die Show von ihm war nun nicht sonderlich provokativ, auch wenn er zwei 'angeblich' polnische 'TĂ€nzerinnen' besorgt hatte, die sich auf der BĂŒhne sowohl gegenseitig als auch Teile der Musiker liebkosten. Eine davon soll eine 16 jĂ€hrige und bekokste Freundin Nattefrosts sein, jedenfalls wurden sie mit 'Samantha and Tori' vorgestellt. Neben diesen Einlagen verfing sich dann noch seine Knochenkette im MikrophonstĂ€nder, woraufhin er diese wĂŒtend auf den Boden warf und zertrat, nur um die Überreste dann ins Publikum zu werfen. Die Fans dankten es ihm. Mit Ausrufen wie 'Ich bin spermageil' (auf Deutsch) und anderen, die ich zwar nicht verstand, jedoch alle irgendwie 'Sperma' beinhalteten, hielt er die Zuhörerschaft bei Laune. Image ist eben alles. Nach einer Stunde (die beiden Headliner eines Abends haben 60 Minuten Spielzeit, alle anderen Bands 45) war der Auftritt auch schon zu Ende und fĂŒr mich zĂ€hlte er bis dahin, und auch fĂŒr das gesamte Festival, zu den besten.

Nun kamen Unleashed, die Band die mich zum Metal gebracht hat; wenn auch anfangs nur durch das Instrumental 'Across the Open Sea'. So waren denn auch meine Erwartungen hoch gesteckt und ich war gespannt auf die Gruppe, die nun nach einiger Pause wieder aktiv geworden war. Nun ja, mich konnte der Auftritt nicht ĂŒberzeugen, zumal mir nur einige Lieder von Unleashed gefallen und gerade die nicht gespielt wurden. So wartete ich bis zum Ende der Zugaben, aber mein Unleashed-Hit, 'I am God', wurde schlichtweg unterschlagen. Dabei ist das StĂŒck doch so gut...
Aber egal, dem restlichen und zahlreichen Auditorium gefiel die Show. Die Band verstand es, die Fans zu begeistern, rief immer wieder zu Chören auf, erzĂ€hlte kleine Geschichten und bedankte sich fĂŒr die UnterstĂŒtzung im nunmehr 15. Jahr. Bei 'Death Metal Victory' sang jeder mit, der den Text kannte. Einen Death Coversong ('Evil Dead') widmete man noch den verstorbenen Chuck Schuldiner und Quorthon. Damit endete der Freitag. Aber kein 'I am god'! Grund genug um ins Bett zu gehen und mich in den Schlaf zu weinen...


Samstag
Nachdem wir gepflegt gefrĂŒhstĂŒckt hatten, beschlossen wir, in einem nahe gelegenen Restaurant der besonderen Art Einkunft zu halten. Zum einen um sich mal mit Seife zu waschen (der diesjĂ€hrige Badbesuch fiel wegen des Wetters aus), vornehmlich jedoch um die sanitĂ€ren Anlagen nutzen zu können. Wie nicht anders zu erwarten, waren wir nicht die einzigen Festivalbesucher die dies vor hatten, auch die Jungs von Vomitory kehrten ein. Nachdem dies nun erledigt und wir entleert waren, kehrten wir zum GelĂ€nde zurĂŒck. Die ersten beiden Bands des Tages, Gorerotted und Incapacity, ließen wir wĂ€hrend der zweiten Einkaufstour Revue passieren und warteten auf Endstille. Der deutsche 'Marduk-Klon', wogegen sie sich natĂŒrlich beharrlich wehren, bot soliden und druckvollen Black Metal. Nicht mehr und nicht weniger. Angesichts des Gehörten kann ich mir den Hype um die Band nicht erklĂ€ren, aber Heiko meinte, die Alben wĂ€ren ausgefeilter. Solange ich das nicht bestĂ€tigen kann, lass ich das mal so im Raum stehen. An diesem Tag kam auch die Sonne wieder zum Vorschein und brutzelte die Festivalbesucher, worauf die Band dann auch mehrmals mit norddeutschem Akzent meinte 'Leck mich am Arsch ist das heiß!'. Recht hatten sie, aber allemal besser als Regen.

Nach dem Auftritt ging Heiko wieder zum Auto um sich seelisch auf den Auftritt von Graveworm vorzubereiten, dem er schon seit Tagen entgegenfieberte. Wir versuchten immer noch geeignete Textilartikel zu finden, jedoch ergebnislos. Da mussten gekaufte CDs ĂŒber diese Misere hinweghelfen. WĂ€hrend des Stöberns hörten wir The Duskfall und eine Band die deutsch konnte, obwohl es sich ablaufplanmĂ€ĂŸig um Hatesphere aus DĂ€nemark handeln mĂŒsste. Als sie dann noch verkĂŒndete, dass Graveworm wegen einer Wirbelverletzung ausfielen, war Heiko am Boden zerstört. Nachdem er sich, unterstĂŒtzt durch eine Zigarre, wieder gefangen hatte, gingen wir zurĂŒck um Vomitory aus Schweden zu sehen. Dort erfuhren wir dann, dass es sich bei der erwĂ€hnten Band um Heaven Shall Burn handelte, eine Gruppe die auch schon auf dem allerersten Party.San zu gegen war.
Jedoch konnten auch Vomitory bei uns nicht recht punkten, so dass wir wieder zum Wagen gingen und die ĂŒblichen FestivalgesprĂ€che fortfĂŒhrten: Frauen, Musik, Darmprobleme und Norwegen. Aber auch die Heisenbergsche UnschĂ€rfenrelation kam nicht zu kurz. So verflog auch der Auftritt von Misery Index, Grindcore aus den zurzeit allseits beliebten USA, in Windeseile.

Ein weiterer Höhepunkt aus meiner Sicht war Ensiferum. Nachdem die Band aus Finnland einen neuen SÀnger hat, boykottiert Heiko diese wegen des 'Eierkneifgesangs', so dass wir nur zu zweit zum Konzert gingen. Deadleft, auch nicht sonderlich zugeneigt zu den Humppa-Rhythmen å la Finntroll, stand eher regungslos da und starrte nach vorn, wÀhrend sich die Menge begeisterte. In der ersten Reihe sahen wir dann auch die Leute mit ihren aufblasbaren Gummischwertern, -Àxten, -helmen und -schilden, welche uns damit schon zuvor auf dem Zeltplatz drangsalierten. Der neue (Interims-) SÀnger, Petri Landroos von Northern, hat zusammen mit den Bandmitgliedern eine gute Show hingelegt. Die Melodien lockerten die Mischung aus Grindcore-, Death- und Black Metal-Bands etwas auf und die Menge dankte es ihnen mit Begeisterung.
Obwohl uns die danach auftretenden Grave, durch einige gute StĂŒcke in Erinnerung waren, gingen wir wieder zum Auto, um uns auf den samstĂ€glichen Headliner Dark Funeral vorzubereiten.

Zur Geisterstunde begannen die NordmĂ€nner mit ihrem Auftritt und spielten Hits wie 'Vobiscum Satanas', 'Armageddon Finally Comes' oder 'The Secrets Of The Black Arts'. Wobei mir die Coverversion des letzten StĂŒckes von den Blackseed Boys besser gefĂ€llt, aber sowohl Deadleft als auch Heiko ließen sich nicht davon ĂŒberzeugen. Die Show an sich war nicht ĂŒberragend, wohl auch weil mich Dark Funeral nur am Rande interessiert. Im Vergleich zum letztjĂ€hrigen Headliner Marduk kein Vergleich! Das war dann auch schon das Ende vom offiziellen Festivalteil, nun folgten nur noch Manos im Partyzelt.
Zehn Minuten frĂŒher als ausgeschrieben fingen sie mit ihrer Show an. Eule hatte wieder seine debile Ausstattung dabei und lief von einer BĂŒhnenseite zur anderen und zurĂŒck, wĂ€hrend er den Bass bediente. Ich hatte sie schon auf dem 2000er Party.San gesehen, als sie fĂŒr die ausgefallenen Headliner Asphyx/Marduk einsprangen. Im Vergleich zu dieser Show hat mir die letzte besser gefallen, vielleicht lag es auch an der kleinen BĂŒhne. Jedenfalls sind sie der krönende Abschluss so eines Festivals und die Fans im Zelt sahen das auch so. Neben ihren Grindcore-Sachen kamen natĂŒrlich die zahlreichen Coverversionen nicht zu kurz und 'Biene M.' musste sogar zweimal gespielt werden. Zwar fiel der Bass öfters aus, aber bei dieser Art von Musik tut das keinen Abbruch. Nach der x-ten Zugabe bin ich dann aufgrund der schlechten Raumluft gegangen, Manos spielten jedoch noch weit lĂ€nger als bis zu der angekĂŒndigten Endzeit von 2.30 Uhr. Die Party im Zelt mit DJs ging sogar noch bis frĂŒh um sieben.


Fazit
RĂŒckblickend lĂ€sst sich sagen, dass das diesjĂ€hrige Party.San Open Air nicht so gut war wie im Jahr davor. Das lag zum einen am Wetter (wofĂŒr natĂŒrlich keiner etwas kann), aber auch an der zu sehr auf Death Metal und Grindcore ausgelegten Musikauswahl. Zudem war wohl die Menge an Leuten nicht eingeplant (siehe Dixies). Komischerweise waren auf dem FestivalgelĂ€nde kaum mehr Leute als im Jahr zuvor. Vielleicht kamen auch einfach mehr 'allein stehende'. Der Sound war gut, nur stellenweise hat der Wind selbigen verstĂ€rkt oder abgeschwĂ€cht, wodurch es klang als wĂŒrde jemand am Mischpult spielen.
Die Organisation war jedoch wieder gut, die Preise haben gestimmt und der Zeltplatz war in Ordnung. Gut auch, dass die Bands pĂŒnktlich anfangen und aufhören, nicht wie bei anderen Festivals wo man nur vermuten kann, wer gerade spielt. Die Festivalbesucher waren auch in Ordnung, von den 'Ich-pisse-wo-ich-gerade-stehe'-Leuten und einigen 'Absurdianern' abgesehen.
Ich bin gespannt, wie viele Leute nĂ€chstes Jahr kommen werden, dann platzt das PSOA wohl aus allen NĂ€hten. Schon dieses Jahr haben wir einige Bekannte nicht getroffen, obwohl sie auf dem Festival waren. Damit hat das Party.San die Grenze vom gemĂŒtlichen Familienfest hin zum Kommerzfestival ĂŒberschritten. Bleibt zu hoffen, dass nĂ€chstes Jahr bessere Bands kommen, denn neben Ensiferum, Carpathian Forest und Manos war fĂŒr mich nicht viel Gutes zu sehen. Und falls das PSOA das Ambiente verliert, warum sollte man dann noch zu drei Bands kommen? Trotzdem ist das Party.San meiner Meinung nach immer noch das beste Festival in Deutschland.

Wehrmut am 05.06.2005




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