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My Dying Bride # The Light at the end of the World | Review / Rezension | Vönger Musikmagazin
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My Dying Bride # The Light at the end of the World

Cover: My Dying Bride # The Light at the end of the World

War '34.788 %...Complete' das Ende der Welt? Sicher nicht. Im Gegenteil, es war ein gutes Album voller interessanter Ideen, bloß haben My Dying Bride damit den Geschmack der meisten Fans verfehlt. Die Folge waren sinkende Verkaufszahlen und ein stetig wachsendes Desinteresse der alten Hörerschaft. Der Band standen nun also zwei Wege offen: entweder progressiv weitermachen oder Kehrtwende zurück, soll heißen künstlerischer Rückschritt. Und nachdem das Line-Up im Jahre 1999 ohnehin auf ein Minimum zusammengeschrumpft war, entschied man sich kurzerhand für letztere Option. 'The Light at the End of the World' dreht also die Zeit wieder um ein halbes Jahrzehnt zurück, setzt dort an, wo 'Turn Loose the Swans' aufgehört hat und führt dessen Linie konsequent fort. Man mag der Band nun alles Erdenkliche vorwerfen - Stagnation, Anbiederung, kommerzielles Kalkül. Doch allen Einwänden zum Trotz: das Album ist brillant. Das Album ist brillant, es ist großartig, es ist wahrscheinlich das beste My-Dying-Bride-Album aller Zeiten, ganz ohne Übertreibung. Das fängt beim Sound an und hört beim Coverartwork auf, ganz zu schweigen von der Musik.
Eben jenes Cover zeigt eine geflügelte Lichtgestalt, die sich aus der dunklen See erhebt - ein Bild, wie es symbolträchtiger für My Dying Bride kaum sein könnte. Wie Phönix aus der Asche zieht das mächtige 'She is the Dark' herauf: gespenstische Gitarrenleads, verstörende Keyboard-Chöre, dazwischen Aarons Stimme, die zwischen zerbrechlichem Gewimmer und aufpeitschenden Death-Metal-Growls hin- und her pendelt. Ein wunderschöner, epischer Mittelteil eröffnet schließlich den Weg in ein harmonisches Ende ('as mankind dies / as angels weep / and heaven cries'). Doch das war noch gar nichts gegen 'Edenbeast' - um diesem elfminütigen Doom-Monster gerecht zu werden, müßte man den Begriff 'Epik' im Metal neu definieren. Besonders interessant - weil bisher noch nicht da gewesen - sind die leicht orientalischen Melodien und die exzellenten Keyboards. Die bestimmen auch 'The Night he Died' und besonders den Titeltrack maßgeblich mit. Mit 'The Fever Sea' hat man dann sogar einen (fast) reinrassigen Death-Metal-Track aufs Album gepackt. Zwar kann er Weltklasse-Doom-Songs wie 'The Isis Script' nicht das Wasser reichen, aber die alten Fans wird's freuen... und noch mehr Retro geht ja wohl kaum!
Alles in allem ist 'The Light at the end of the World' ein absolut bärenstarkes Album geworden, das vor Energie und Spielfreude nur so strotzt. Mal ehrlich: wer hätte gedacht, dass My Dying Bride auf ihre alten Tage noch mal solche einen Hammer abliefern würden?

Herjulf am 29.06.2005




Titelliste

01. She is the Dark
02. Edenbeast
03. The Night He Died
04. The Light at the End of the World
05. The Fever Sea
06. Into the Lake of Ghosts
07. The Isis Script
08. Christliar
09. Sear Me III


Spielzeit

71:11 min


Erscheinungsjahr

1999


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Label



Vergleichbarer Ohrenschmaus



Konzerte/Festivals mit My Dying Bride



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