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Necromantia / Varathron # Black Arts Lead To Everlasting Sins

Cover: Necromantia # Black Arts Lead To Everlasting Sins

Diese Split-LP vereint zwei uralte Bands aus Griechenland, die in ihrer musikalischen Ausrichtung unterschiedlicher kaum sein könnten. Gemeinsam ergänzen sich jedoch perfekt: Necromantia widmen sich eher der düsteren und okkulten Seite des Black Metals, während Varathron den 'metallischen' Aspekt in den Vordergrund stellen. Die Platte wird somit zu einer unglaublich vielseitigen Angelegenheit und beinhaltet im Grunde alles, was den Black Metal ausmachen sollte. Da auch die Umsetzung über weite Strecken nahezu tadellos erfolgt, würde ich dazu tendieren, 'Black Arts Lead To Everlasting Sins' als eines der besten Split-Alben zu bezeichnen, die je im Black Metal erschienen sind.

Den Anfang machen Necromantia, ein Projekt des Rotting Christ-Keyboarders Magus Wampyr Daoloth. Ich hatte diese Band eigentlich immer für ein Aushängeschild der griechischen Szene gehalten - deshalb dachte ich auch, ihr Stil würde sich nicht allzu sehr von dem Rotting Christs oder Varathrons unterscheiden. Doch was die beiden '91er Stücke 'Lord Of The Abyss' und 'The Feast Of Ghouls' bieten, läßt sich kaum mit dem gängigen Hellas-Black-Metal vergleichen. Was zunächst auffällt, ist die sonderbare Besetzung: statt einer handelsüblichen Gitarre verwenden Necromantia nur zwei Baßgitarren. Zudem sind zwei verschiedene Sänger und ein Saxophonist (!) im Line-Up verzeichnet. Die Baßgitarre dominiert dabei maßgeblich das Klangbild; ihr Sound ähnelt dem einer heruntergestimmten Gitarre, nur wirkt sie etwas schwerfälliger und klingt dunkler.
Knarzend und tief dröhnend wälzt deshalb auch die Musik voran. In ihrer behäbigen Art erinnert sie häufig an die langsameren Stücke von Beherit. Doch immer wieder durchbrechen infernalische Gitarrensoli und geifernde Schreie die okkult rumpelnde Szenerie, so daß Necromantias Herangehensweise insgesamt viel durchdringender und intensiver wirkt. Der dumpfe und etwas schräge Sound ist mit vielen Pausen und Breaks versehen, in denen die schleppende, voranstolpernde Maschinerie beinahe zum Stillstand kommt. Dadurch entsteht ein sehr unheimliches, horror-mäßiges Feeling, weil man nie weiß, welch schauderhaftes Ereignis den Hörer nach der nächsten Pause erwartet. Die Vocals sind gut verständlich und reichen von Flüstern über beschwörend intonierte Sprechparts bis hin zu fiesem Black-Metal-Gezeter. Meist werden die teuflischen Verse jedoch mit einer tiefen, hauchenden Stimme vorgetragen. Das verstärkt die gespenstische Atmosphäre nur noch mehr. Mit 'Evil Prayers' und 'De Magia Veterum' setzt man später sogar ganz auf die Wirkung der Stimmen und bietet unheimlichen, ritualistischen Ambient-Sound.
Necromantias Beitrag zur Split-LP verkörpert somit perfekt die spirituelle, düstere Seite des Black Metals. Ohne große Effekthascherei, aber dennoch sehr einfallsreich arrangiert, sind die Stücke auf ihre Weise absolut einzigartig.

Mit einer völlig anderen Konzeption warten dagegen Varathron auf. Die Band um Sänger Necroabyssious ist sogar noch älter als Necromantia. Gerade deshalb zeigt man sich wohl auch viel stärker am traditionellen Heavy Metal der '80er Jahre orientiert. Melodische Gitarren, melancholisch-doomiges Riffing, vorantreibende Drums und geschickte Tempowechsel kennzeichnen die ersten beiden Stücke 'The Tressrising Of Nyarlathotep' und 'La Reine Noir'. Gerade der erstgenannte Song gehört zu den besten, die Varathron je geschrieben haben. Mit seinen leicht orientalischen Melodien erinnert er mich seltsamerweise immer wieder an Metallicas 'Creeping Death' - und siehe da, die im Text erzählte Geschichte spielt ebenfalls in Ägypten. Gegen Ende vernimmt man jedoch eine gespenstische Akustikpassage, die alles in ein anderes, eher Black-Metal-mäßiges Licht rückt. Dazu passen auch die kryptischen, schwer verständlichen Lyrics, die voller Metaphern und Symbole sind.
Auf 'La Reine Noir' folgen dann noch zwei weitere Songs, die eher schnellerer Gangart sind. Besonders das abschließende 'Genesis of Apocryphal Desire' mit seinen hektischen, thrashigen Riffs gefällt mir aber überhaupt nicht. Es vermag nicht an die epische Größe von 'The Tressrising...' anzuschließen und stellt wahrscheinlich den einzigen Schwachpunkt auf dieser Veröffentlichung dar.
Die stilprägende Wirkung Varathrons bleibt aber trotzdem unbestritten. Egal ob Rotting Christ, Agatus, Kawir oder Nergal - alle ahmten sie nur das nach, was Varathron hier vorgemacht haben. Wer also auch nur eine dieser Bands zu seinen Faves zählt, der sollte sich 'Black Arts Lead To Everlasting Sins' unbedingt mal zu Gemüte führen.

Herjulf am 26.03.2006




Titelliste

Necromantia
01. Lora Of The Abyss
02. The Feat Of Ghouls
03. Evil Prayers
04. Lycanthropia
05. De Magia Veterum

Varathron
06. The Cult Of The Aragon
07. The Tressrising Of Nyarlathotep
08. La Reine Noir
09. Outro
10. Descent Of A Prophetic Vision
11. Genesis Of Apocryphal Desires


Spielzeit

54:08 min


Erscheinungsjahr

1991


Internetseite(n)



Label

Unisound Records International


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