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Watain # Rabid Death's Curse

Cover: Watain # Rabid Death's Curse

Auf Watain wurde ich zum ersten Mal durch ein Interview im Legacy aufmerksam, in dem die Schweden mit Klischees und Eigenlob nicht geizten. Das machte mich natürlich neugierig auf das Album 'Rabid Death's Curse', welches im Interview mehrfach Erwähnung fand. Mit der schwammigen Definition als 'Roher Black Metal' konnte ich dabei allerdings nicht sehr viel anfangen. Diana Glöckner kam wieder mit ihren Standard-Vergleichen Darkthrone und Mayhem daher, während die Werbeanzeige etwas von Blasphemy, ja sogar Sadistik Exekution (!) faselte. Somit hatte ich also wohl oder übel einen Blindkauf zu tätigen. Wie sich dann beim ersten Hördurchlauf herausstellen sollte, hatten Watain de facto weder mit der einen, noch mit der anderen Referenz sonderlich viel gemein. Ihre Wurzeln sind eher im schwedischen Black Metal der frühen und mittleren Neunziger zu suchen, will sagen, bei den extremeren Vertretern dieses Stils, wie The Black, frühen Dark Funeral und natürlich Dissection. Letzteren hat man auch die markante Melodik entliehen, wenn es denn überhaupt mal eine zu hören gibt, z.B. im Mittelteil von 'The Limb Crucifix'. Und ein weiterer Name geistert mir immer wieder durch den Kopf: Thornium, eine ebenfalls aus dem Elchland stammende Combo, die es leider nur zu einem einzigen Album gebracht hat. Ähnlich rabiat wie auf deren 'Dominions of the Eclipse' gehen auch Watain hier zu Werke, verzichten dabei aber auf die dortigen Akustik- und Synthie-Einlagen. Das macht ihre Mucke zwar extrem aggressiv und kompromißlos, läßt sie auf Dauer jedoch etwas zäh und eintönig wirken. Vor allem geht diese mystische, mittelalterliche Atmosphäre abhanden; der tiefe, wummernde Sound ist dafür auch alles andere als zuträglich. So steht 'Rabid Death's Curse' als ein unbearbeiteter Brocken ruppigen, hasszerfressenen Highspeed-Schwarzmetalls da, nicht mehr oder weniger. Morbide Gitarrenleads wie im Titelsong verraten zwar, dass da sicherlich mehr Potenzial vorhanden wäre. Ausgebaut wird das aber selten, da die Band leider krampfhaft ihrem Image gerecht werden will, und lieber 'true' ist als kreativ. Schade.

Herjulf am 28.05.2005




Titelliste

01. The Limb Crucifix
02. Rabid Death's Curse
03. On Horns Impaled
04. Life Dethroned
05. Walls of Life Ruptured
06. Agony Fires
07. Angelrape
08. Mortem Sibi Consciscere


Spielzeit

38:27 min


Erscheinungsjahr

2000


Vergleichbarer Ohrenschmaus



Konzerte/Festivals mit Watain



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