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Virus # Carheart

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Ved Buens Ende war ohne Zweifel eine eigenst√§ndige und bemerkenswerte Band. Und gemeinsam mit Fleurety und Arcturus waren sie wohl auch die Vorreiter und Mitbegr√ľnder der sogenannten Avantgarde Welle im extremen Metal. Virus ist gewisserma√üen die Nachfolgeband von Ved Buens Ende. Von den Originalmitgliedern ist nur noch Carl-Michael Eide √ľbrig, der jetzt unter dem Pseudonym Czral firmiert.
Acht Jahre nach 'Written in Waters', dem ersten und letzten Album von Ved Buens Ende, war ich nicht nur gespannt auf 'Carheart', nein, ich war auch skeptisch. Wieviel mag wohl vom Sound l√§ngst vergangener Tage √ľbrig geblieben sein? Denn acht Jahre sind vor allem f√ľr eine der eigenst√§ndigsten Metal Bands eine sehr lange Zeit. Mit Black Metal hat dieses Album auch nichts mehr gemein, aber schon aus dem ersten verdreht aufsteigendem Riff h√∂rt man das Verm√§chtnis von Ved Buens Ende heraus. Und zusammen mit dem leicht jazzigen Schlagzeug f√§llt das gedankliche Ankn√ľpfen an die Vorg√§ngerband leicht. Zu alledem kommt noch eine √§u√üerst vitale und spritzige Ba√ügitarre, die munter im Hintergrund brummelt und sich durch die einzelnen Songs schl√§ngelt. Und damit h√§tte man schon alle instrumentellen Eigenheiten wiederentdeckt, die 'Written in Waters' seinerzeit so herausragend gemacht haben.
Ein Sprung nach vor ist trotzdem unverkennbar. Die Songs sind offener und luftiger, was vor allem an den Gitarren liegt, die jetzt zur√ľckhaltender agieren und den anderen Instrumenten und dem Gesang mehr Raum zur Entfaltung lassen. Letzterer ist nunmehr g√§nzlich unverzerrt und wenn nicht mi√ülungen, so doch zumindest gew√∂hnungsbed√ľrftig. Man kann der Stimme zumindest eine gewisse Vielseitigkeit zugute halten: Mal kommt sie schnarrend, mal n√∂lend, ein anderes Mal wieder √ľberzogen theatralisch daher. Eine etwas weniger pr√§tenti√∂se Version davon kennt man auch von 'Written in Waters'; insofern tr√§gt sie auch zum Wiedererkennungswert bei. Es gibt durchaus Passagen, in denen der Gesang gut in Szene gesetzt wurde und zur Musik passt. Ein Pluspunkt auf diesem Album ist er aber trotzdem nicht.
Im Ganzen bietet 'Carheart' wenig Aufsehenerregendes. Die Riffs f√ľhren oft ins Nirgendwo und stellenweise glaubt man, halbgare Coverversionen alter Songs von Ved Buens Ende zu h√∂ren. Hier und da sind ein paar Klangspielereien eingestreut, deren Zweck sich nicht richtig deuten l√§√üt. Mit etwas gutem Willen kann man sich aber eine Band vorstellen, die sich einem bestimmten Stil verschrieben hat und diesen in einer Laune auf 'Carheart' auslebt. Die t√§nzelnde Ba√ülinien, das verspielte Schlagzeug, die seltsam vertrackt aufspielenden Gitarren und der launische Gesang k√∂nnen das H√∂ren gewi√ü ganz vergn√ľglich machen, wenn man sich nur darauf einl√§√üt. Nur verhindern die ziellosen und wenig strukturierten St√ľcke einen leichten Zugang zu diesem Album.
Vielleicht w√§re es besser gewesen, die Band h√§tte nicht nur ihren Namen ge√§ndert, sondern sich endg√ľltig von Ved Buens Ende verabschiedet. Andererseits enth√§lt 'Carheart' einige h√∂renswerte Reminiszenzen, die einem die Unzul√§nglichkeiten zu Gunsten eines wunderbar nostalgischen Gef√ľhls ertragen lassen. Auch wenn Virus mit ihrem Deb√ľt nicht der gro√üe Wurf gelungen ist, ich bin ich froh, da√ü es diese Band gibt.

Deadleft am 28.05.2005




Spielzeit

49:01 min


Vergleichbarer Ohrenschmaus



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