Haß ist unser Antrieb! Suchen | Kontakt | Impressum
Kopfbild
Startseite | T | Totenmond | Reich in Rost

.:: True :: UnTrue ::.

» Schnellauswahl «
A B C D
E F G H
I J K L
M N O P
Q R S T
U V W X
Y Z Andere
Splits Sampler

Berichterstattung
  · Konzertberichte
  · Konzertfilme
  · Gespräche
  · Hören & Sehen
  · Streitfälle

Vönger
  · Kommerz   · Personal
  · Marschmusik
  · Selbstdarstellung
  · Familienalbum
  · Karriere

» Schnellsuche «

Totenmond # Reich in Rost

Kein Bild gefunden

Bedrohlich wie ein Bombenangriff bricht 'Öfter mal ins Blaue' über den Hörer herein. Eine heisere, martialisch anmutende Stimme brüllt dabei Schlagwörter ins Mikro (Feuer...Kanonen...Aufmarsch...Rauchspur). Nach knapp vier Minuten ist das Inferno vorbei und der Hörer sitzt wegen der intensiven 'wall of sound' mit offenem Mund da. Und dann beginnt zunächst leise, dann bedrohlich stampfend der Titeltrack und mit tiefen Gitarren und Industrial-Einsprengseln (welche wie riesige Maschinenkolben klingen) rollt er über einen hinweg und der Gesang, ja das Proklamieren des Frontmannes geht einem durch Mark und Bein.
Selten hatte ich das Vergnügen, eine derart intensive Band zu hören, die mit ihrem Lärm zu keiner Schublade passen will. Die Presse führt sie unter Doom Core, während die Jungs selber meinen, sie würden kontrollierten Krach spielen. Mit einem sehr seltsamen Outro (alte Opernschallplatte oder so) geht der Song dann vorbei, um in 'Landeinwärts' überzugehen. Dieses Stück beginnt wieder echt langsam und sorgt durch die Stimme des Sängers Pazzer, der sich die Nase zuhält, für Gänsehaut Atmosphäre schlechthin. Man muss dazu anmerken, dass Totenmond die einzige Band ist, die ich kenne, welche mit einem Album (eben jenem hier) den ersten Weltkrieg behandelt, ohne ins Verherrlichende oder Faschistische abzugleiten. Und das kann man ihr gar nicht hoch genug anrechnen.
Die Texte sind sehr kryptisch und in einer martialischen Sprache verfasst. 'Ein paar Schlagwörter, ein paar Metaphern, dass muss reichen' meinte Olaf (vox) mal im Cothurnus Mag. Bei 'Arbeiterreserve' ist der Text in einer Fantasiesprache gehalten, was den Hörer zusätzlich verstört. 'Panzerdampf' beginnt minimalistisch mit etwas Bassgeschrubbe und einem Schlagzeug, das langsam an Geschwindigkeit zunimmt und später von der Gitarre begleitet wird und durch den größtenteils mit zugehaltener Nase dargebotenen Gesang an Klasse gewinnt. Ich habe noch nie erlebt, dass diese Band einen schwachen Song geschrieben hätte. Totenmond dürften mit den anderen Stücken ('Flammenzeichen', 'Der rote Berg', 'Schiff ahoi', 'Meine Hässlichkeit' und 'Die Membranen') genau wie mit den vorhergenannten Titeln Lärmextremisten mit Hang zu Niveau und dem Bedürfnis, sich mit den Texten zu beschäftigen, begeistern.
Wenn Kantholz meint, dass Black Metal Krieg sei, was sind dann Totenmond? Vernichtungskrieg? Ich weiß es nicht.

THFS am 28.05.2005




Spielzeit

35:02 min


Erscheinungsjahr

2000


Internetseite



Label



Vergleichbarer Ohrenschmaus



.:: zurück :: nach oben ::.

© 1996-2019 Vönger
erstellt durch dunkelland - metalArt
Unser RSS-Feed Get Firefox