Haß ist unser Antrieb! Suchen | Kontakt | Impressum
Kopfbild
Startseite | S | Satyricon | Volcano

.:: True :: UnTrue ::.

» Schnellauswahl «
A B C D
E F G H
I J K L
M N O P
Q R S T
U V W X
Y Z Andere
Splits Sampler

Berichterstattung
  · Konzertberichte
  · Konzertfilme
  · Gespräche
  · Hören & Sehen
  · Streitfälle

Vönger
  · Kommerz   · Personal
  · Marschmusik
  · Selbstdarstellung
  · Familienalbum
  · Karriere

» Schnellsuche «

Satyricon # Volcano

Kein Bild gefunden

Der Vorgänger 'Rebel Extravaganza' stieß bei den Hörern auf ein geteiltes Echo. Während die einen den kalten Sound und die ungewohnten Songstrukturen nicht mit dem Vermächtnis der ersten beiden Alben verbinden konnten, feierten die anderen das Album als neue Interpretation des Black Metal. Ich, der ich die einen verstehen und den anderen zustimmen kann, habe mir Großes von 'Volcano' versprochen und wurde in breiter Linie enttäuscht.
Das erste Stück 'With Ravenous Hunger' läßt dabei noch auf einen würdigen Nachfolger hoffen: Nach einer Einleitung aus maschinellen Sounds, unheilvollem Grummeln und der Ansage 'By my signal: unleash hell!' empfängt den Hörer ein eiskalter Gitarrensound. Satyrs Stimme trägt kein Erbarmen in sich und auch die hintergründigen Effekte können überzeugen. Doch schon in diesem Stück wird der große Schwachpunkt von 'Volcano' deutlich: Die Songstrukturen sind zu konventionell, die Arrangements vorhersehbar. Dabei gefallen mir die langsamen Passagen, bei denen eine hypnotische Anmutung mitweht, sehr gut. Nur der aggressionsgeladene Refrain und sein mehr gesprochener als gesungener Gesang mit abwechselnd verzerrter und klarer Stimme will nicht dazu passen. Er wirkt wie eine schroffe Insel in einem Meer aus fließenden Gitarren.
'Angstridden' enthält auch wieder einige hörenswerte Stellen. Das eine oder andere Riff, die weibliche Stimme gegen Ende, das beispiellos gute Einflechten beklemmender Sounds. Nur insgesamt ergibt dieser Song keinen Sinn. Die Stimme Satyrs dominiert hier untypisch und begräbt den zerklüfteten Aufbau unter sich. 'Fuel for Hatred', von vielen als 'ultimative Abgehnummer' oder ähnlich gefeiert, gehört zum Schlechtesten, was ich je von Satyricon gehört habe. Ein simpel konstruiertes Stück mit viel Schwung und einer gehörigen Portion Rock 'n' Roll. Hört sich gut an, ist auch gut gemacht. Aber es berührt mich nicht im geringsten. Eine stampfende Nummer voll kalkulierter Aggression und einem Refrain, der, wie sagt man so schön, ins Ohr geht. 'Fuel for hatred / Air raid siren / Fuel for Hatred / To mankind'. Wo ist das hintergründig Diabolische, wo das Überraschungsmoment? Heraus sticht nur das langsame Riff im Mittelteil, der mir den Punkt zeigt, an dem Satyricon hätten ansetzen sollen.
Über 'Suffering the Tyrants' ist wenig zu sagen: Die Gewalt früherer Tage wirkt weichgespült, die langsamen Passagen sind in ihrer Einfältigkeit ein müder Abklatsch vergangener Zeiten. Der folgende Song 'Possessed' ist ein rhythmischer, riffbetonter Bastard aus Thrash Metal und zaghaften modernen Einflüssen (man achte auf den leicht lächerlich wirkenden Keyboard-Akkord nach der dritten Strophe). Immerhin kann Frost ein wenig von seinem Können zeigen, seine Präzision ist beeindruckend. Ganz im Gegensatz zur Komposition.
'Repined Bastard Nation' ist keinen Deut besser. Zwar erinnern mich die Gitarren nach der ersten Strophe stark an Thorns, bei denen Satyr bekanntermaßen auch mitgearbeitet hat, und die Strenge der Rhythmusgitarre in Kombination mit der flirrenden Leadgitarre hat durchaus ihren Reiz. Auch später bekommt man mehr als nur akzeptable Gitarrenarbeit zu hören. Dennoch hilft das diesem Song nur wenig. Geradezu unerträglich nämlich ist das eröffnende und im weiteren Verlauf immer wieder auftauchende Riff. In der Musik kann man mit Wiederholungen viel erreichen. Hier wird allerdings ein schöner Ansatz und damit das ganze Stück zerstört.
Nach all diesen Enttäuschungen ist 'Mental Mercury' ein wahrer Lichtblick. Hier gibt es endlich wieder all das, was ich an 'Rebel Extravaganza' so zu schätzen weiß: Treibende Gitarren untermalt von Frosts hyperschnellem Schlagzeigspiel, punktgenaue und wirkungsvolle Breaks, tranceartige langsame Passagen mit sehr dezentem aber effektivem Keyboardeinsatz. Meisterhaft.
Der letzte Song 'Black Lava' ist ein fast viertelstündiges Monstrum, daß, wie der Titel bereits andeutet, träge und schwer dahin fließt und viel ertragenes Leid wieder vergessen läßt. Simple, schwermütige Riffs und endlich mal ein Refrain, den man immer wieder hören möchte: 'Black lava / Drifting down the mountainside / Black lava / You can't fight'. Diese Zeile beschreibt dieses Stück sehr treffend. Zäh und unerbittlich ist der Gitarrenstrom und pechschwarz. Eine besondere Überraschung hält dann noch Anja Garabarek bereit. Ihr stimmlicher Kurzeinsatz ist das originellste und beste, daß ich in der Musik seit langem aus einer weiblichen Kehle vernommen habe. Kurz mußte ich an die Isländerin Björk denken, aber ganz so ungezügelt klingt es dann doch nicht. Wie der letzte Vers ihrer ersten Strophe 'Hellbound me / On a throne of gold' förmlich mit dem Rhythmus verschmilzt und das letzte Wort dabei in den Gitarren zerfließt: Grandios! Der Übergang schließlich zur ersten und letzten Wiederholung des Refrain ist gewissermaßen der vorweggenommene, überaus schöne Höhepunkt dieses Albums. 'Black lava / Drifting down the mountainside / Black lava / You can't fight', weil es so schön war.
Glücklicherweise vermögen die letzten beiden Songs dieses Album noch zu retten. Obwohl, manch einer mag das vielleicht anders sehen, denn die anderen Stücke - von 'Repined Bastard Nation' mal abgesehen - sind durchaus gut gemacht und finden sicherlich ihre Fans. Nur, ich kann diesem Rest wenig abgewinnen. Zu einfach gestrickt und auf traditionellen Metal vergangener Tage bauend, das ist es nicht, was Satyricon in der Vergangenheit über andere Bands gehoben und zu etwas Besonderem gemacht hat. Die Produktion ist im übrigen nahezu perfekt und auch die Leistung von Schlagzeuger Frost verdient Hochachtung. Neben Hellhammer und Trym gehört er ganz sicherlich zu den Besten im extremen Metal.

Deadleft am 26.05.2005




Spielzeit

54:35 min


Internetseite



Vergleichbarer Ohrenschmaus



Splits mit Satyricon



Konzerte/Festivals mit Satyricon



.:: zurück :: nach oben ::.

© 1996-2019 Vönger
erstellt durch dunkelland - metalArt
Unser RSS-Feed Get Firefox