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Sacrilegium # Wicher

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Es gab mal eine Zeit, da kamen auf Last Episode sogar ganz gute Alben raus, lange ist's her. 'Wicher' (ja, ohne 's'...!) einer polnischen Band namens Sacrilegium war eines davon, 1996 ist es erschienen. Das z.T. sehr farbenfrohe Artwork und das bescheuerte Foto im Inlay (zotteliger Hund springt auf Eisscholle) geben sich zwar alle M├╝he, diesen Eindruck wieder zunichte zu machen, doch die Platte ist gut, und daran l├Ąsst sich nicht r├╝tteln.
Musikalisch k├Ânnte man 'Wicher' in drei Abschnitte untergliedern: Zu Beginn, in den ersten beiden Songs, steht das Keyboard noch sehr stark im Vordergrund und ist fast die ganze Zeit ├╝ber in Aktion, w├Ąhrend die drei nachfolgenden St├╝cke eher riffbetont und gitarrenbasiert beginnen. Das Keyboard setzt hier erst sp├Ąter ein und spielt auch dann nicht permanent mit, wodurch die Lieder etwas roher klingen. Der Titelsong ('Wicher Falami Ognia') zeigt sich zun├Ąchst recht ruhig und verspielt, findet dann aber auch eine eigene Linie und bringt es schlussendlich auf eine L├Ąnge von ├╝ber zehn Minuten; ich w├╝rde dazu tendieren, ihn als atmosph├Ąrischstes St├╝ck auf 'Wicher' zu bezeichnen.
Vorteilhaft ist, dass die Musik - die ├ťberg├Ąnge zwischen den einzelnen Passagen - ziemlich flie├čend sind, keine st├Ârenden Unterbrechungen, die Lieder scheinen wie aus einem Guss und entwickeln sich nach und nach. Allgemein w├╝rde ich sie - trotz der klassischen Merkmale wie Kr├Ąchzgesang usw.- jedoch nicht als Black Metal bezeichnen wollen, dazu klingt sie einfach nicht negativ, nicht aggressiv genug, die Harmonien sind recht untypisch. 'Schneller Symphonischer Pagan Metal' trifft es glaube ich am besten, allerdings ohne die folkloristischen Einfl├╝sse von Nokturnal Mortum.
'Wicher' hat allerdings auch zwei gro├če Mankos - zum einen das Schlagzeugspiel und zum anderen der Keyboardsound. Beides k├Ânnte eint├Âniger kaum sein: w├Ąhrend der Drummer fast die ganze (!) Platte ├╝ber ewiggleiche Blastbeats vor sich hin bratzelt, scheint das Tastenbrett nur eine einzige Klangfarbe von sich geben zu k├Ânnen. Breaks und Tempowechsel (!) bzw. variables oder bewegtes Spiel, das mehr als nur zwei T├Âne in leblosem Yamaha-Plastik-Geigen-Sound umfasst, sucht man leider vergebens. Daher schaffe ich es auch nach mehrmaligem H├Âren nicht, einzelne Songs voneinander zu unterscheiden.
Wer f├╝r sich meint, ├╝ber diese St├Ârfaktoren hinwegsehen zu k├Ânnen (und ich geh├Âre dazu), wer Sear Bliss (ohne Posaune) oder die bereits erw├Ąhnten Nokturnal Mortum mag, und sich das ganze mit einem weniger aggressiven Gitarrensound vorstellen kann, sollte 'Wicher' mal antesten. Auf Tauschb├Ârsen noch h├Ąufig anzutreffen.

Herjulf am 26.05.2005




Spielzeit

47:25 min


Erscheinungsjahr

1996


Label

Last Episode


Vergleichbarer Ohrenschmaus



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