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Paysage D'Hiver # Die Festung

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'Das was ich eigentlich schon immer wusste, und doch hoffte, dass es anders waere...' (aus einem auf dem Beiblatt abgedruckten, unleserlichen Text); ja, irgendwie hatte ich wirklich schon so eine Vorahnung, dass das passieren w√ľrde. M√∂ckl hat bei seinem n√§chsten Demo die Gitarre komplett weggelassen und sich der Spielrichtung gewidmet, die er wohl gerne als 'Dark Ambient' bezeichnen w√ľrde.
Prinzipiell h√§tte ich absolut kein Problem damit, wenn es gut gemacht w√§re, wie bei Ildfrost etc. Allerdings handelt es sich hierbei um den Burzum-'Daudi Baldrs'-typischen Naturdokumentationsfilmmusik-Primitiv-Ambient, der eigentlich weder das Pr√§dikat 'dunkel' (also 'dark') noch 'atmosph√§risch' √ľberhaupt verdient. Im Klartext: M√∂ckl schl√§ft auf seinem Synthesizer ein und l√§sst ein Tape mitlaufen. Drums, Gesang, Samples, Dynamik und Stimmungswechsel fehlen v√∂llig, wenn man √ľberhaupt von einer Stimmung sprechen kann. Ein aus drei T√∂nen bestehendes Keyboard-Gewaber, √ľber eine halbe Stunde lang, ohne abgeschlossene Songstrukturen, wer das h√∂ren, wem das gefallen soll, wei√ü ich nicht.
Aber das Beiblatt... von der optischen Gestaltung her ist es ja (wie nahezu alle Paysage D'Hiver-Ver√∂ffentlichungen) wirklich sehr, sehr h√ľbsch und 'urig' aufgemacht, besonders das Cover; allerdings kann man das Geschriebene wegen des dunklen Hintergrundes kaum lesen. Wer es dennoch entziffert, bekommt was zu lachen: Neben Kindergarten-Songtiteln wie 'K√∂nig Winter', 'Schneek√∂nigin', 'Eisprinzessin' und 'Prinz Frost' hat M√∂ckl auch den Text zum 'Song' 'Eishalle' abgedruckt.
Und wirklich, so einen Blödsinn habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gelesen:

'Alles schimmert unendlich nah und klein... und doch... alles unendlich groß und fern zugleich, findet sich in eine greifbare Welt aus Eis und schwindet wieder...
Ich habe eine Traene geoeffnet in ein neues Universum, das das alte geblieben ist. (...)
Mein Bewusstsein ist gewachsen, Ahnungen, die ich als Wissen bezeichnete, sind eins geworden mit mir, fuellen mein Wesen... (...) Betrachtet man die Eiskristalle näher, so stellt man fest, dass sie Gestein sind... oder geworden sind... oder geworden werden sein...'.

Mal abgesehen davon, dass es in der deutschen Sprache die Form 'geworden werden sein' nicht gibt (sollte das ein Futur II werden?), lassen diese Zeilen doch zweifelsfrei auf M√∂ckls vermehrten Konsum gewisser Kr√§uter (ihr wisst, welche ich meine...) schlie√üen! Ich stelle ihn mir gerade beim Pilzesammeln in einem verschneiten Schweizer Bergwald vor: Ein langhaariger, schwarzgekleideter Troll, vollgedr√∂hnt bis obenhin, √ľber wie verzaubert in allen Regenbogenfarben glitzernden Eiskristalle t√§nzelnd, zwischen den unendlich fernen B√§umen hindurch, die zugleich so unendlich gro√ü und nah sind und trotzdem so unendlich klein, im Geiste schon wieder zusammen mit Prinz Frost und der Schneek√∂nigin ein neues Universum √∂ffnend...

Allen Ernstes: Finger weg von diesem Demo! Absolut wertlos!

Herjulf am 26.05.2005




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