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Nagelfar # Srontgorrth (1)

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Nach dem überdurchschnittlichen Debut 'Hünengrab im Herbst' sehe ich nun meine - zugegebenermaßen insgeheim recht hoch angesetzten - Hoffnungen weitestgehend enttäuscht. 'Srontgorrth' kann man, selbst mit gutem Willen, kaum als neues Album bezeichnen; vielmehr handelt es sich um eine Zusammenfassung aller bisher erschienen Songs mit der Srontgorrth-Thematik, die lediglich um zwei neue Stücke ergänzt wurde.
So sind die ersten drei Lieder schon auf den beiden Demos bzw. auf 'Hünengrab im Herbst' enthalten und wurden für diesen Zweck nur noch einmal neu aufgenommen. Im Fall von 'Kapitel Drei, Der Herbst: Endzeit' sind die Änderungen minimal und beschränken sich größtenteils nur auf ein paar neu hinzugefügte Samples, die zwar sehr gut wirken, aber nicht über den Eindruck der Zweitverwertung hinweg täuschen können. Bei den beiden Demo-Songs wird es sich kaum anders verhalten. Deren musikalische Qualität, vor allem die des ersten Stückes ist wirklich ein Jammer für eine Band, der ich noch vor wenigen Monaten eine halbwegs vielversprechende Zukunft prophezeit hatte. Manchmal blitzt zwar das Nagelfarsche Talent in Form eines ordentlichen Zwischenspiels auf, und auch die Ambient-Einlagen, um die man die Demo-Fassungen ergänzt hat, zeugen von Mut, einem gewissen Maß an technischem Geschick und letztlich auch einer Spur Innovationskraft. All das ist aber bei weitem nicht genug, um für eine reichliche halbe Stunde ärgerlich simplen, mitunter monotonen, weil ständigen Wiederholungen unterworfenen Standard-Black-Metal zu entschädigen. Der vierte und erste wirklich neue Titel zeigt die ganze Experimentierfreudigkeit der Deutschen. Das mit 'Trümmer' betitelte vierte Kapitel ist - von der (wiederum elektronisch verzerrten) Stimme mal abgesehen - ausschließlich synthetischer Natur. Obwohl ich mich in dieser Hinsicht für recht aufgeschlossen halte, kann ich kein Gefallen an diesesm Ambient-Techno-Stück finden. Der Rhythmus donnert für meinen Geschmack viel zu schwer und plump durch die stellenweise ganz gelungen gestalteten Soundsphären. Auch hier entsteht entsteht wieder dieser gequält gedehnte Eindruck, der eine ziemlich unangenehme Klang-Monotonie nach sich zieht. Von einigen Passagen bin ich überzeugt, Ähnlichkeiten zu 'Das Boot' von U96 erkannt zu haben. Das fünfte und letzte Stück ist gleichzeitig auch das Beste des ganzen Albums. Es bewegt sich ungefähr auf dem Qualitätslevel des Debuts und erscheint trotz seiner wieder mal enormen Länge von über achtzehn Minuten, recht abwechslungsreich.
Im Ganzen betrachtet, komme ich nicht umhin, auch noch den Sound zu bemängeln. Der stark verzerrte Bass mag ja Geschmackssache sein, die übrige Gitarrensektion aber ist viel zu breiig und schwammig produziert worden, weshalb viele an sich ganz hübsche Melodien fast völlig verloren gehen, bzw. nie richtig zu der Geltung kommen, die ihnen zugestanden hätte. Davon abgesehen, ist der Sound aber überdurchschnittlich, sowohl was die Gewichtung als auch den Klang der einzelnenen Instrumente und des Gesang betrifft. Nur: Die Gitarren sind bei einem Metal-Album nun mal das Allerwichtigste.
Konzept hin oder her, 'Srontgorrth' ist eigentlich keine neues Album, aber genau das hatte ich eigentlich erwartet. Es wird mir und sicherlich auch einigen anderen wohl nichts anderes übrig bleiben, als auf das 'echte' zweite Album zu warten. Inklusive einer großen Steigerung in allen Belangen, gegenüber den Skandinaviern hat Deutschland auch in Sachen Weiterentwicklung noch eine Menge aufzuholen.

Deadleft am 03.05.2005




Spielzeit

69:57 min


Erscheinungsjahr

1999


Label

Kettenhund Records


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