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Morgul # The Horror Grandeur

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Mit dem dritten Album konnte Jack D. Ripper, nunmehr alleiniger Herrscher ĂŒber Morgul, erneut eine zumindest solide Leistung abliefern. Der Höhepunkt des Albums liegt auch gleich im TitelstĂŒck, das eine Vielzahl guter Ideen bereithĂ€lt: drĂŒckende Gitarrenriffs, mal schleppend, mal bombastisch; leidende, chorale und kreischende GesĂ€nge. Dazu kommt eine hinreißende Violine, geheimnisvolles Knistern und effektvolles Keyboardspiel. Die verspielt-boshaften Intermezzi verleihen dem StĂŒck dann auch noch eine dem Titel gemĂ€ĂŸe Spur Horror. Auch in den folgenden drei StĂŒckenverbindet Jack D. Ripper gekonnt langsame und schnelle Passagen, stellt Ohrwurm-Melodien mysteriöse und psychotische Zwischenspiele als Kontrast gegenĂŒber. Getragenes Pianospiel trifft auf treibende Double-Bass-SchlĂ€ge und dĂŒstere Gitarren.
Im fĂŒnften Song 'Elegantly Decayed' halten maschinelle KlĂ€nge Einzug in das Gesamtbild. Die Keyboardsounds werden kĂ€lter und technoider, gleichzeitig gesellen sich industriell-donnernde SchlĂ€ge zur Rhythmusabteilung. Auch sind hier die sehr eingĂ€ngigen Melodien der ersten HĂ€lfte von 'The Horror Grandeur' verschwunden, der Sound ist hĂ€rter und agressiver. Diese Tendenz setzt sich in 'Cassandra's Nightmare' fort. Elektronischen EinflĂŒsse sind hier zwar keine mehr auszumachen, dafĂŒr hat dieses StĂŒck einen wesentlich morbideren Charakter. Die Gitarrenriffs wirken beklemmender und nur kurz schimmert der Bombast der ersten Songs durch. Die ersten Sekunden des letzten StĂŒcks 'The Ghost' sind vollstĂ€ndig elektronisch und erstaunlich gut. Zu Beginn des letzten Drittels paaren sich gar wirre technoide Beats und fiepsende Effekte mit einer verzerrten Sprechstimme. Diese Passsage ist im Gegensatz zu er vom Anfang nicht gelungen. Der Rest ist wenig aufregend, vergleichsweise simpel und im Ganzen unterdurchschnittlich.
Folgendes lĂ€ĂŸt sich festellen: die QualitĂ€t 'The Horror Grandeur' lĂ€ĂŸt nach starkem Beginn merklich nach. Die elektronischen EinflĂŒsse, die nur zum Teil einen positiven Eindruck hinterlassen, fĂŒgen sich schlecht in das Album ein und wirken stellenweise wie Fremdkörper. Nach ungefĂ€hr der HĂ€lfte der Spieltzeit hatte ich den Eindruck, das Kozept bestĂŒnde darin, die zunĂ€chst eingĂ€ngigen Songs immer mehr an Struktur und gefĂ€lligen Melodien verlieren zu lassen. SpĂ€testens 'The Ghost' verdirbt aber diesem Ansatz. So aber wirkt das Album zerfahren und wenig homogen. Das Argument Abwechslung lasse ich hier nicht gelten, da die am Anfang sorgsam aufgebaute Spannung und AtmosphĂ€re fahrlĂ€ssig zerstört wird.
Dennoch bleiben ein paar gute Songs und einige wirklich hörenswerte Passagen. Auch viele der eingesetzten Effekte, die Violinen- und GitarreneinsĂ€tze sind sehr gut gelungen. Dem Schlagzeugspiel mangelt es dagegen an Ideen und auch die Produktion lĂ€ĂŸt einige WĂŒnsche offen. Die Gitarren könnten, das VorgĂ€nger-Album 'Parody of the Mass' sei als Vorbild genannt, ein wenig mehr Wucht vertragen und der Drumcomputer klingt unangemessen schrill und steril. Von diesen zwei Punkten abgesehen, ist der Mix aber vorbildlich.

Deadleft am 25.04.2005




Spielzeit

47:23 min


Erscheinungsjahr

2000


Label



Vergleichbarer Ohrenschmaus



Konzerte/Festivals mit Morgul



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