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Mayhem # Chimera

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Da ist es also. Das langerwartete neue Album der Black Metal Urväter. Viele waren nach der 'Grand Declaration of War' enttäuscht von Mayhem, was ich jedoch nicht nachvollziehen kann, denn Mayhem waren immer schon progressiv und haben mit jedem Output Grenzen eingerissen. Und nun halte ich endlich den Nachfolger in den Klauen. Ein tolles Gefühl; das Album ist schön aufgemacht, das etwas gröbere Papier hat einen leichten Metallic-Effekt und ist sehr stilvoll gehalten. Einziges Manko: der Text zum Titelsong ist unlesbar, da er in Schriftgröße 4 gedruckt wurde.
Nach dem Einlegen ist man als Hörer etwas überrascht, so etwas old-schooliges wie den Opener 'Whore' hätte wohl niemand mehr von Mayhem erwartet. Dunkel, bedrohlich, Hasserfüllt, böse, primitiv und dennoch progressiv (ja, das geht!). Maniacs Stimme klingt zum erstenmal nicht wie das Kreidemännchen aus der Werbung für Hämmorhoiden-Salbe, sondern etwas tiefer, etwas weniger genuschelt... Und dennoch erkennt man ihn sofort. Der Schlagzeugsound ist anfangs noch ein wenig gewöhnungsbedürftig, doch irgendwann bemerkt man, dass alles andere die unglaublichen Feinheiten von Höllenklöppels Schlagzeugspiel verschluckt hätte. Hellhammers Leistung auf diesem Album ist, nebenbei bemerkt, so ziemlich das Beste was er je abgeliefert hat, alleine dieses Erlebnis rechtfertigt den Kaufpreis. Das zweite Stück, 'Dark Night of the Soul' beginnt mit einem dreckigen Riff, das, wie weite Teile des Albums, an das letzte Satyriconalbum erinnert. Nur eben als Schwarzmetall der alten Schule. 'Rape humanity with pride' ist ein epischer, böser Hassklumpen mit einer göttlichen Gitarrenmelodie, die einem die Armhaare einem Killernietenarmband gleich zu Berge stehen lässt. Das darausfolgende 'My Death' ist ein wenig ungewöhnlich, da doomig und wartet wieder mit tollen Melodien und einem Chor am Ende auf. Eine bedrückende Atmosphäre baut sich auf und entlädt sich dann in 'You Must Fall', dem schnellsten, brutalsten und aggressivsten Mayhem Song den ich bis dato hören durfte (und ich habe so gut wie alle gehört, von kuriosen Rehearsal-Bootlegs mal abgesehen). Maniac klingt stellenweise sehr krank, was dem Song gut zu Gesicht steht und ihn sich nahtlos zu den anderen Songs einreihen lässt. 'Slaughter Of dreams' ist der einzige Song der 'nur' gut ist. Ziemlich thrashlastig brettert er daher und vermag erst nach vielen Anläufen zu zünden. Dann kommen wir zum größten Highlight auf der Scheibe: 'Impious Devious Leper Lord' besticht vor allem durch Necrobutchers Bass, der sehr ungewöhnlich und atmosphärisch daher kommt und eine tragende Rolle in diesem Stück spielt. Melancholisch, bedrückend, ja fast depressiv tropft der Song aus den Boxen und Maniacs teilweise geflüsterter Gesang gibt dem Ganzen etwas sehr Mysteriöses. Und wieder eine dieser Hammer-Melodien die sich wie ein roter Faden durch das ganze Album ziehen.
Hellhammer meinte, dass ihn der Titeltrack immer an eine Beerdigung im Regen denken lässt. Diese Assoziation ist nachvollziehbar. Wieder bedrückend und dennoch aggressiv fließt dieser Track und bekommt durch den Gesang eine leicht psychotische Note. Neben 'Impious Devious Leper Lord' mein persönliches Highlight auf der CD. Nur mit zwei Gitarren Tönen, die langsam ausklingen, endet dieses außergewöhnliche Album.
'Chimera' ist sehr komplex und man wird beim ersten Durchlauf wegen des enormen Detailreichtums wohl kaum alle Feinheiten wahrnehmen können. Ein sperriges Album, an dem der Hörer lange Zeit seine Freude haben wird. Es wird einfach nicht langweilig, nach und nach entdeckt man weitere schwarze Perlen. Dieses Album unterstreicht Mayhems Bedeutung für den Black Metal ein weiteres mal auf eine sehr eindrucksvolle Art und Weise.
An diesem Album werden sich die Bands des 21. Jahrhunderts messen lassen müssen. Und die Messlatte liegt verdammt hoch.

THFS am 25.04.2005




Spielzeit

44:31 min


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