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Wigrid # Hoffnungstod

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Nach drei mehr oder minder öffentlich vertriebenen Demotapes stellt 'Hoffnungstod' das erste CD-Album der Saarbrückener Wigrid dar. Von den sieben enthaltenen Stücken waren jedoch einige zumindest schon auf der letzten, gleich betitelten Kassette enthalten. Musikalisch tendiert die ganze Sache teilweise recht stark in Richtung alte Burzum, und natürlich erreicht man zu keiner Sekunde deren Einzigartigkeit. Man versteht sich aber aufs galante Abgucken, ohne zu kopieren. So hat man es gottlob vermieden, irgendwelche Riffs direkt zu übernehmen (ich meine, es gibt schon genug Spacken, die das einfach ohne Schamgefühl tun...). Wigrid liefern gewissermaßen einen Mix aus 'Aske' und 'Filosofem' ab. Man kann aber auch eigene Akzente setzten, beispielsweise das Titelstück oder 'Der Weg in ein anderes Dasein' enthalten Passagen, die man bei den Norwegern so garantiert nicht finden würde (im positiven Sinne gesprochen).

Die abgedruckten Texte rücken den Eindruck über die Gedankenwelt des einzigen Mitgliedes Ulfhednir in ein ziemlich depressives Licht. So hat man neben eigenen, manchmal vielleicht vom sprachlichen Ausdruck etwas holprigen lyrischen Ergüssen (Auszug: 'Ich bin am Leben / Aber dieses Leben ist ein Geschenk / ... oder nur eine sinnlose Bestrafung / Die Zukunft ist ungewiß - was wird sie zeigen??? / Kann es noch schlimmer werden?...'- aus 'Schreie der Verzweiflung'...), bei denen mir echt rätselhaft ist, wie man solch teilweise umständlich wirkenden Satzkonstrukte auf einen Blastbeat akzentuieren kann (es klappt aber!), mit 'Ort der Einsamkeit' auch ein nicht selbst geschriebenes Gedicht vertont (als Autor ist ein/e gewisse/r R. Gädicke angegeben, was mir und meinen Lexika jetzt nichts sagt).

Um noch mal zum Musikalischen zurückzukommen: manchmal übertreibt man es doch ein wenig mit dem Erzeugen einer 'Leere' (ein Intro-artiges Stück auf der Scheibe heißt so) und Melancholie, und die Sache wird zu eindimensional. Aber viel herumnörgeln kann man sonst nicht. Es ist ein gutes Album und eine empfehlenswerte Sache für Burzum-Liebhaber. Wer diese jedoch nicht mag, wird auch mit 'Hoffnungstod' nicht viel anfangen können.

Herjulf am 28.05.2005




Titelliste

01. Leere
02. Ort der Einsamkeit
03. Die Entstehung
04. Schreie der Verzweiflung
05. Das Sterben eines Traumes
06. Hoffnungstod
07. Der Weg in ein anderes Dasein


Spielzeit

59:36 min


Erscheinungsjahr

2002


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Vergleichbarer Ohrenschmaus



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