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Isenburg # Erzgebirge

Cover: Isenburg # Erzgebirge

Wo Scheiße draufsteht, ist auch Scheiße drin. Dass man vom Soloprojekt eines Andras-Mitglieds nichts zu erwarten hat, dürfte jedem klar sein; dass sich die Sache in noch niedrigeren Sphären abspielt, wenn die Platte einen solchen Titel trägt und über Last Episode erscheint, bedarf keiner näheren Erläuterung mehr.
Flippige Dimmu-Borgir-Pseudo-Bombast-Keyboards untermalen die rockigen Eingangsakkorde des ersten Songs. 'Ok', dachte ich, 'etwas ungewöhnlich, aber das geht ja noch'. Doch dann die ersten Irritationen: seltsame Bass(!)-Jam-Eskapaden im Hintergrund, plötzlich jaulende Gitarrensolos Marke Guns 'n' Roses, alberne, fröhliche Melodien, dazwischen Death/Grind-artige Walz-Riffs. Und dann die Stelle, die zur endgültigen Disqualifikation führt: Eine halbakustische Gitarre gibt für ein paar Sekunden eine schmalztriefende, 'melancholische' Melodie von sich und wird dann völlig abrupt von einer atonalen Gitarrenwand und Blastbeats überrollt. Und ich meine 'überrollt': Es gibt keinerlei logischen Zusammenhang oder Übergang, die Themen passen wirklich überhaupt nicht zusammen. Total amateurhaft! Und damit stand es endgültig fest: Diese CD ist Schrott.
'Wave of Weakness' - der Titel ist Programm. Nach ein wenig Drumcomputer-Geklapper versucht man sich kurzzeitig mal an Pagan/Folk, kommt aber über ein paar erbärmliche Fingerübungen nicht hinaus. Hmm, kennt ihr noch die Crash Test Dummies? Ja, genau diese Band, die in den 90ern mal mit diesem 'Mmm-mmm-mmm'-Song einen Hit hatte. Die klare Stimme in 'The Return' klingt nämlich exakt wie jene von deren Sänger. Die homoerotisch angehauchten Chöre ('Ho-ho-ho') sollen wohl eine unheilvolle Atmosphäre schaffen; ein schlechter Scherz. Und die Keyboards dazu sind einfach nur noch schlecht, der pure, triefende Kitsch. 'Pandemoniac' glänzt durch Highspeed (!)-Akkustikpassagen à la Metallicas 'Anesthesia (Pulling Teeth)', danach wieder überdrehtes Gitarrengeplänkel, 'epische', Carmina-Burana-artige Frauenchöre und Power-Metal-Riffs mit nöliger Krächzstimme.
Und glaubt mir, ich übertreibe nicht! Das ist alles genau so auf 'Erzgebirge' zu hören, kein Witz.
Der letzte Song setzt dem ganzen die Krone auf. Schien man bis dahin eine zwar grottenmiese, aber zumindest ernstgemeinte Platte vor sich zu haben, so wird nun auch diese Vermutung in brutalster Weise zerstört. Ein Sample einer Blaskapelle, die Bimmelbahn-Oktoberfest-Volksmusik von sich gibt! Dem idyllischen 'Tra Tra Trallalla' folgt ein wertloser Song-Fetzen, dann darf der Jodelschorsch noch ein paar Zeilen von sich geben. Der Promozettel nennt das 'tiefe Verbundenheit mit der Geschichte des Erzgebirges' und eine 'musikalische Huldigung' voll 'konzeptioneller Tiefe'. Alles klar.
Der Rübezahl-Trollo von Isenburg mag sich vielleicht in seiner Berghütte eins ins Fäustchen lachen und das hier urkomisch finden, ich tue das nicht. Scheiße wie 'Erzgebirge' trägt dazu bei, dass der Markt jeden Monat mit immer mehr wertlosen Ramschplatten überschwemmt wird. Und nicht nur das, Isenburg nimmt einer ernsthaften und ambitionierten Band den Platz weg.
Lasst euch vom guten Sound und den netten Säusel-Keyboards nicht einlullen, diese CD ist geistloser Müll ohne Daseinsberechtigung. Wer sie trotzdem kauft, gehört mit dem Sack an die Wand genagelt.

Herjulf am 09.04.2005




Titelliste

01. Isenburg
02. Wave of Weakness
03. The Return
04. Serenade in Bass
05. Pandemoniac
06. Hymn to the Son
07. Erzgebirge


Spielzeit

39:19 min


Erscheinungsjahr

2004


Label



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