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Moonfog 2000 # A Different Perspective

Cover: Moonfog 2000 # A Different Perspective

Der zweite Labelsampler aus dem Hause Moonfog besteht aus zwei CDs, von denen nur die erste hier etwas ausführlicher zur Sprache kommen soll. Auf der zweiten befindet sich lediglich ein knapper Überblick über die letzten Veröffentlichungen des Labels. Die erste CD hingegen enthält - verteilt auf eine halbe Stunde - ausschließlich unveröffentlichtes Material. Den Anfang macht Satyr, der kurzerhand eine 4-Spur-Aufnahme eines Riffs von 'Prime Evil Renaissance' hervorgekramt und daraus eine Art Intro mit Namen 'Electric Renaissance' zusammengeschustert hat. Bewußtes Riff, ein paar Verzerrungen und ein herzergreifender Text über mögliches extraterrestrisches Leben ergeben am Ende aber noch lange keinen guten Song mit jener Bedeutung die Satyr selber diesem 76-Sekünder offensichtlich beimißt.
Als nächstes folgt 'Mirror Soul Jesus' von Eibon, einer Art Allstar-Band in der neben Satyr selber noch Killjoy von Necrophagia, Maniac von Mayhem, Phil Anselmo von Pantera, und Fenriz von Darkthrone mitwirken. 'Mirror Soul Jesus' ist ein furchtbar thrashiges Stück irgendwo im Einzugsbereich von Celtic Frost, das aber durch Phils Stimme immer arg nach Pantera klingt.
Der nächste Beitrag stammt von Thorns und zeigt schon einige gute Ansätze. 'Stellar Master Elite' ist ein wirklich elitäres und herrisches Stück im typischen Thorns-Sound. Für das zu erwartende Debut soll der Drumcomputer dann durch Hellhammer ersetzt werden. Man darf gespannt sein.
Mit dem folgenden 'Crucified One' zeigen uns dann Gehenna, daß deren Orientierung in Richtung Death Metal auf 'Admiron Black' kein Ausrutscher war. 'Crucified One' ist für mich als Laien in Sachen Death Metal ein ganz netter und vor allem hörbarer Song mit abgrundtiefen Gitarren, bitterböser Growl-Stimme und einem sehr atmosphärischen Keyboard-Einsatz am Ende.
Über Darkthrone kann ich dagegen nur den Kopf schütteln. Unglaublich primitives Gelärme in abartig häßlichem Soundgewand. Das Gitarren-'Solo' ist so leise, das man beinahe glaubt, Darkthrone hätten aufgehört zu spielen. Dieser Wunschtraum währt bedauerlicherweise aber nur wenige Sekunden. Das einzig positive an diesem Stück ist der Titel: 'God of Disturbance and Friction'. Klingt hübsch.
Qualitativ streng aufwärts geht's dann - trotz Fenriz am Schlagzeug - abermals mit Thorns. 'You that Mingle May' stammt noch aus den 'Grymyrk'-Rehearsel-Zeiten der Band und wurde für 'Moonfog 2000' neu aufgenommen. Ausgestattet mit einem ziemlich abgefahrenen Chorus, eiskaltem Gitarren-Sound und der unvergleichlichen Stimme Satyrs, ist dieses Stück für mich der unbestrittene Höhepunkt dieser Compilation.
DHG (Dødheimsgard) schockieren dann im Anschluß mit 'Haemorrhage - Era One Reconstructed', einem Song, der auf altem 'Kronet til Konge'-Material basiert, mit selbigem aber kaum noch etwas zu tun haben dürfte. Einige wenige verzerrte Gitarrenriffs und schier endlos viel elektronischer Firlefanz sind die Hauptzutaten dieses Stückes. Stellenweise gefällt mir diese Symbiose aus simplen Gitarren und spacigem Dance/Trance/Techno/Irgendwas sogar. Aber eben nur stellenweise.
Bezüglich des letzten Stückes, gibt Satyr folgendes zu bedenken: 'Don't try to label this song, unless you've got the knowledge to do so'. Nun gut, unabhängig davon, ob ich nun dieses Wissen besitze oder nicht, gebe ich hier eine kurze Beschreibung. 'Walking Away from the End of the World' ist ein gähnend langweiliges TripHop-Stück, das sich Satyr zusammen mit Espen Enger von Päronsoda ausgedacht hat und zu dem Satyr hauptsächlich ein Riff aus 'Prime Evil Renaissance' (wie originell...) beigesteuert hat. Der Rest besteht im Groben aus einem nervtötend aufdringlichen Rhythmus und ein paar ganz leisen Samples. Unbrauchbar.
Lohnt sich nun die Anschaffung dieses Samplers? Nur bedingt. Für alle, die einen kurzen Überblick über das Moonfog-Angebot gewinnen wollen und mindestens drei Totalausfälle (Satyricon, Darkthrone und Wongraven vs. Päronsoda) verschmerzen können, mag sich 'Moonfog 2000' vielleicht eignen. Darüber hinaus sehe ich kaum Verwendungsmöglichkeiten.

Deadleft am 28.05.2005




Titelliste

CD1:
01. Satyricon # Electric Renaissance
02. Eibon # Mirror Soul Jesus
03. Thorns # Stellar Master Elite
04. Gehenna # Crucified One
05. Darkthrone # God Of Disturbance And Friction
06. Thorns (feat. Fenriz & Satyr) # You That Mingle May
07. DHG (Dødheimsgard) # Haemorrhage - Era One Reconstructed
08. Wongraven Vs. Päronsoda # Walking Away From The End Of The World

CD2:
01. Satyricon # Supersonic Journey
02. Dødheimsgard # Traces Of Reality
03. Darkthrone # Ravishing Grimness
04. Thorns # The Discipline Of Earth
05. Gehenna # The Killing Kind
06. Emperor # Aerie Descent
07. Satyricon # Mother North
08. Dødheimsgard # Ion Storm


Spielzeit

80:00 min


Erscheinungsjahr

2000


Label



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