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Demoncy # Faustian Dawn / Within The Sylvan Realms Of Frost

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Für mich wäre es Nonsens, diese beiden Alben in getrennten Kritiken zu besprechen, da sie als Originale sowieso nirgendwo mehr erhältlich sein dürften und sich wohl kaum jemand die beiden überteuerten LPs von Sombre Records einzeln kaufen wird. Außerdem kenne ich die genaue Titellisten der ursprünglichen Platten nicht. So werde ich mich im Folgenden darauf beschränken, alle auf der Doppel-CD von 2002 enthaltenen Veröffentlichungen kurz durchzusprechen.

'Faustian Dawn'
... hieß vormals eigentlich nur eine '93er Demokassette mit sieben Stücken, die Mitte der Neunziger auf einer Kleinstfirma namens So It's Done / Damnation Records als CD oder LP neu aufgelegt wurde. Aufnahme und Musik schwanken dabei zwischen totalem Kult-Krach mit unangenehmen, giftigen Sound ('Winter Bliss', 'Hidden Path To The Forest Beyond'), und schlichtweg unhörbarem Schrott ('Denial Of The Holy Paradise', 'Fullmoon Twilight'). Bei ersterer Rubrik klingen die schnellen Teile wie eine Mischung aus VON und Beherit, bloß ist das Schlagzeug etwas zu plump und laut. Die wirklich guten Stellen sind die, wenn man das Tempo herunterbremst und fast schon Doom mit schreddernden, ultra-tiefen Gitarren und einem Gesang, der wie der Leibhaftige selbst klingt, fabriziert. Demoncy haben diese an Blasphemy, Bestial Summoning oder Necro Schizma erinnernde Spielweise aber offensichtlich nicht sehr lange beibehalten, wie sich beim weiteren Abspielen des Rundlings herausstellen sollte.

'Rehearsal Tape 1995'
Diese drei Nummern ('Ascension Of A Star Long Since Fallen', 'The Darkbringer' und 'Thy Eternal Winter Shall Never Fade') sind unbedeutender, durchschnittlicher Black Metal. Der Sound ist besonders gegen Ende hin eine handfeste Katastrophe, hat aber nichts mehr vom boshaften Gelärme von 'Faustian Dawn'. Dort besaß es wenigstens noch einen gewissen Kultfaktor. Hier wallt einem einfach ein undifferenzierter Gitarrenmatsch entgegen, der nur selten so etwas wie eine Melodie erkennen lässt. Außerdem ist die Stimme ist einfach schlecht, meistens viel zu laut und drängt bei längeren Schreien die Musikerfraktion in den Hintergrund.

'Rehearsal Tape 1996'
... bringt gegenüber dem vorhergehenden nochmals eine Klangverschlechterung. Dieses verwaschene, rauschende Etwas von Sound nagt hart an meinen Nerven - besonders, weil die Lieder, die sich dahinter verbergen, qualitätsmäßig nicht von Pappe sind. Fast alle davon tauchen aber im Reigen von 'Within The Sylvan Realms Of Frost' wieder auf; im Grunde war das Hinzufügen dieses Vorgriffs also völlig sinnlos. Lückenfüller.

'Within The Sylvan Realms Of Frost'
Und hier sind wir plötzlich Zeuge eines kleinen Wunders: Demoncy klingen wie ausgewechselt. Was auf 'Within The Sylvan Realms of Frost' geboten wird, hat so gut wie gar nichts mehr mit den Anfängen dieser Kapelle zu tun. Gänzlich unverhofft hat man einen großen Blick quer über den Atlantik, genauer gesagt nach Norwegen riskiert. Anders kann ich mir die frappierende Ähnlichkeit zu Alben wie Satyricons 'Dark Medieval Times' nicht erklären - die Blasts, der garstige Gesang, die hintergründigen, untermalenden Tasteninstrumente etc.. Die Freude über den anfangs noch staunend machenden Abwechslungsreichtum vergeht jedoch leider ziemlich schnell, da sich Riffs und Verzierungen über die sechs Stücke hinweg alle sehr stark ähneln. So hat man spätestens nach dem dritten Durchlauf genug, da es einfach immer wieder dieselbe Masche, das ewig gleiche Geleiere ist. Was den Liedern fehlt, ist Dynamik, Energie, und diese extravaganten Ideen, die Alben wie 'Dark Medieval Times' so einmalig machten. Somit kommt auch diese künstlerische Kaffeefahrt nicht übers schnöde Mittelmaß hinaus.

'Hypocrisy of the Accursed Heavens' / 'Ascension of a Star Long Since Fallen'
... zeigen die Stücke der Rehearsals von CD Nummer eins noch mal in dumpferem und tiefergelegtem, zum Teil aber auch leicht verbessertem Gewand. Da die Musik aber insgesamt meistens (noch) nicht wirklich ausgereift ist, tut das auch nichts zur Sache. Gut, wie 'The Darkbringer' in der Version 'heftig' sowie 'überaus heftig' und 'Ascension of a Star...' mit probeweise Keyboarduntermalung klingen, ist vielleicht mal ganz interessant zu erfahren, mehr aber auch nicht. Eher schlecht als recht.

All die aufgeführten Machwerke sind wie gesagt auf dem Doppelalbum zu finden. Mir fällt es ehrlich gesagt etwas schwer, auf die Schnelle ein abschließendes Wort oder ein Fazit herbeizuzaubern. Formulieren wir es mal so: 'Within The Sylvan...' ist zwar ab und an ganz atmosphärisch, spielerisch aber höchstens Durchschnitt. Die älteren Sachen gehen gerade noch als kultbehaftetes Relikt amerikanischer Black-Metal-Geschichte durch und die Bonusstücke sind allesamt überflüssig. Jetzt muss wieder einmal jeder selbst entscheiden, wie viel er dafür auszugeben bereit ist. Dazu kommt noch, dass das Beiblatt sehr schlampig gestaltet und pixelig aufgemacht ist und nur ein paar kleine Fotos und keinerlei weitere Informationen, wie z.B. eine Biographie oder ähnliches enthält. Hätte man mit etwas mehr Feingefühl gestalten können.

Herjulf am 07.03.2005




Spielzeit

146:35 min


Erscheinungsjahr

2002


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