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Mysticum # Lost Masters of the Universe

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Wenige Monate nach dem Bootleg 'Demons Never Sleep' wurde eine offizielle und zudem bemerkenswerte Mysticum-CD veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine Zusammenstellung alter und oft nicht mehr erhältlicher Titel aus allen Phasen der Band. Bis auf das Album 'In the Streams of Inferno', das ohnehin noch ohne Weiteres erhältlich ist, wurden alle Veröffentlichungen bedacht.
Den Anfang machen die beiden Demos 'Wintermass' und 'Medusa's Tears' aus dem Jahre 1993. Weil die Mastertapes der Demos nicht mehr auffindbar sind (daher rührt auch der Titel dieser Kompilation), wurden alle Titel von den Originaltapes neu gemastert. Damit liegen die Demosongs zum ersten Mal in einer wesentlich verbesserten Klangqualität vor. Der Sound ist bei weitem nicht so dumpf und stickig wie auf den Originalen; vielmehr orientiert er sich hörbar am unerreicht kalten Klang von 'In the Streams of Inferno'. Ob man diese Verbesserung auch gut findet, ist Geschmackssache. Klar, die Musik von Mysticum sollte grell und klirrend klingen; das dumpfe und finstere Rauschen der Demos hatte aber auch seinen Reiz.
Nach den elf Titeln der beiden Demos folgt 'Mourning' von der Split-EP mit Ulver. Da diese EP aus dem Jahr 1994 nur als teures Sammlerstück unter finanzkräftigen Enthusiasten kursiert, ist mir das Stück in dieser Fassung bisher völlig unbekannt gewesen. Im Unterschied zur Demofassung ist hier der Sound, wie auch die Stimme zwar viel dunkler und tiefer. Zugleich verleiht er dem Stück trotz einiger Übersteuerungen wesentlich mehr Transparenz, was vor allem im prägnanten Klang des Drumcomputers hörbar wird. Danach folgt mit 'Where the Raven Flies' einer der fünf Titel des 'Piss Off'-Promos von 1995. Vergleicht man ihn mit der Version vom Album, fällt zunächst auf, daß hier das Keyboardintro fehlt. Dafür wartet die Promo-Fassung mit einem fantastischen Keyboard-Einsatz in der Mitte auf. Auf 'In the Streams of Inferno' fiel dieser wesentlich gezügelter und reduzierter aus. Zusätzlich verleiht der verwaschene Sound dem Song auf dieser CD einen fantastisch chaotischen und herrischen Anstrich.
Als nächstes ist 'Kingdome Comes' in einer Proberaumfassung zu hören, die auf dem 'Nordic Metal' betitelten Euronymous-Tribute-Album enthalten war. Der Sound kommt dem der Referenz vom Album schon recht nahe. Die beiden abschließenden Titel sind mir völlig neu gewesen. 'Eriaminell' wurde einer Compilation von Full Moon Productions entnommen und gehört ab sofort zum Pflichtprogramm für jeden Mysticum-Kenner. Die gewohnt stampfenden Maschinenrhythmen und sägende Gitarren treffen auf spacige und majestätische Keyboards. Ausgezeichnet! Den Abschluß macht das Stück 'Black Magic Mushrooms', welches 2003 auf einer limitierten Split-EP mit Audiopain veröffentlicht wurde und deshalb auch alsbald nicht mehr erhältlich war. Beim Hören dieses Titels kann man nur hoffen, daß es in nicht allzu ferner Zukunft Neues von Mysticum geben wird. 'Black Magic Mushrooms' ist ein völlig irrer und wahnwitziger Song mit einer einer dreckigen Death-Metal-Stimme und einer psychotischen Keyboardeinlage, die an Tartaros erinnert. Die Snares des Drumcomputers klingen - und das ist keine Übertreibung - nach einer Schreibmaschine und machen das Ganze noch abgedrehter und irrealer. Genial.
Mit dieser Zusammenstellung sind bis auf wenige Ausnahmen alle wesentlichen Songs aus der Bandgeschichte von Mysticum endlich auf CD erhältlich. Lediglich ein weiterer, auf dem 'Nordic Metal'-Album enthaltener Song ('In Your Grave') und die übrigen vier Titel vom 'Piss Off'-Promo fehlen noch. Dennoch ist 'Lost Masters of the Universe' unverzichtbar für alle Freunde von Mysticum; vor allem wegen 'Where the Raven Flies' von der Promokassette und 'Black Magic Mushrooms' von der zweiten Split-EP.

Deadleft am 14.01.2005




Titelliste

01. Intro
02. The Rest
03. Wintermass
04. Mourning
05. Father Beyond
06. Forces of Darkness
07. Outro
08. Demons Never Sleep
09. Crypt of Fear
10. The Shattered Soul
11. The Grave of Petrified Soul
12. Mourning
13. Where The Raven Flies
14. Kingdom Comes
15. Eriaminell
16. Black Magic Mushrooms


Spielzeit

66:06 min


Erscheinungsjahr

2004


Label

Planet Satan Revolutions


Vergleichbarer Ohrenschmaus



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