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Enslaved # Mardraum

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Das zwei Jahre vor 'Mardraum' erschienene Album 'Blodhemn' war ein außerordentlich ungezügeltes und wütendes Werk, das gleichzeitig aber auch eine gereifte und hochklassige Band präsentierte, die um Neuerungen in ihrem Metier nicht verlegen ist: Rasende Hymnen mit mächtigen Chören und jenseitig anmutenden Keyboardeffekten. Verglichen mit den folgenden Veröffentlichungen wirkt es aber geradezu altbacken und konventionell.
Bereits der Opener 'Større enn tid - Tyngre enn natt' verblüfft: ein mächtiges, zehnminütiges Monster voller Mystik, Gewalt und hymnenhafter Erhabenheit. Wir selbstverständlich treffen Passagen mit unverzerrten Gitarren auf Rifforgien irgendwo zwischen Black, Thrash und Death Metal, die mit brüllenden Stimmen unterlegt sind. Darüber hinaus erweisen Enslaved hier in Form einer improvisiert wirkenden und psychedelisch anmutenden Einlage aus wirr verzerrten Gitarren ihre Huldigung an die 70er Jahre. Auch wenn sich diese Neigung bereits in den Soundeffekten von 'Blodhemn' angedeutet hat, nie waren die Zeichen neuer Einflüsse so deutlich.
Dem hymnenhaften Charakter, der vor allem seit dem Album von 1997 'Eld' zum stilistischen Repertoire von Enslaved gehört, begegnet man auch im weiteren Verlauf immer wieder. Doch bevor es mit dem dritten Stück 'Entrance - Escape' wieder soweit ist, überraschen die Norweger mit einem heftigen und kurzen Bastard aus eisiger Härte und Celtic Frost. So leicht lassen sich Enslaved - auch innerhalb eines Album - nicht festlegen. 'Entrance - Escape' ist im übrigen nicht nur hymnisch, sondern auch ein Paradebeispiel herausragender Gitarrenarbeit. Der Wechsel zwischen mächtig drückenden und hypnotisch-beklemmenden Passagen ist hier ganz hervorragend gelungen.
Danach folgt mit 'Ormgard' ein eher konventioneller Titel, dessen Beginn sich anhört, als wäre er durch einen Telefonhörer aufgenommen. 'Æges Dream' kann dann wieder mit effektvoll plazierten und unvorhersehbaren Breaks und einer Mischung aus beinahe chaotischer Kraft und düsterer Mystik punkten. Das sich anschließende und titelgebende Stück 'Mardraum' hat hingegen einen großen Schwachpunkt: Es ist viel zu kurz. In knapp dreieinhalb Minuten bauen Enlaved eine immer bedrohlich werdende Atmosphäre auf, was in seiner Machart an die Klangwelten von Godspeed You Black Emperor! erinnert. Untermalt werden das hektische, aber nicht unorganisiert wirkende Schlagzeug und die düster bratzelnden Gitarren von Rufen, Schreien und Waffenklirren. Leider wird diesem atmosphärischen Höhepunkt viel zu schnell ein Ende bereitet. Schade.
Im Anschluß daran folgt eine Reihe brachialer, nicht gerade ohrwurmtauglicher Songs. Dennoch gibt es Besonderes zu entdecken: 'Det endelege riket' ist ein sperriges und in seiner Verzerrtheit sehr kompromißlos wirkende Stück, das mit einem gelungenem Gitarrenlead aufwartet. Die Qualität und Atmosphäre der Leadgitarren ist ohnehin auf dem ganzen Album beeindruckend. 'Krigaren eg ikkje kjende' schlägt in die gleiche Kerbe, klingt aber durch geschickte Tempowechsel, sirenenhaft flirrende Effekte und Chorgesang keineswegs beliebig. Das rein instrumentale 'Frøyas smykke' hätte - ähnlich wie 'Entrance - Escape' - ein grandioser Mammutsong werden können. Leider ist's nur eine Art Outro und mit nur wenig mehr als einer Minute viel zu kurz.
Auf dem ein Jahr später schienen Nachfolger 'Monumension' bezeichneten Enslaved dieses Album als den Beginn einer neuen Ära. Zu Recht, denn noch nie klang die Band derart experimentierfreudig und erfrischend unkonventionell. Der Härtegrad ist trotzdem unglaublich hoch; 'Mardraum' ist alles andere als ein Anbiederungsversuch mit seichteren Gefilden. Doch gerade die Mischung aus progressiven Einflüssen und sperriger Brachialität machen das Hören von 'Mardraum' nicht gerade einfach. Die Produktion tut ihr übriges dazu: Zwar lassen sich alle Instrumente gut differenzieren - selbst der Baßgitarre wurde genügend Raum gelassen - insgesamt ergibt sich jedoch ein Klangbild, das voll ist von Verzerrungen und Disharmonien. Eines steht aber fest: Wer das Unkonventionelle mag und bereit ist, Zeit und Offenheit zu investieren, wird mit 'Mardraum' unter Umständen reichlich belohnt.

Deadleft am 10.01.2005




Titelliste

01. Større enn tid ? Tyngre enn natt
02. Daudningekvida
03. Entrance ? Escape
04. Ormgard
05. Æges Dream
06. Mardraum
07. Det endelege riket
08. Ormgard II ? Kvalt i kysk høgsong
09. Krigaren eg ikkje kjende
10. Stjerneheimen
11. Frøyas smykke


Spielzeit

58:44 min


Erscheinungsjahr

2000


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