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Decameron # My Shadow...

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Decameron waren ein Projekt aus dem Dissection/Satanized-Umfeld, dass es aber (ungerechterweise) nie zu der Berühmtheit ihrer Kollegen gebracht hat. Genau genommen hatte man neben Tobias Kellgren (Ex-Swordmaster, Ex-Satanized, Soulreaper) auch eine zweite Bekanntheit in den Reihen: Johan Norman, seines Zeichens Gitarrist auf Dissections Jahrhundertalbum 'Storm Of The Light's Bane'. Er kehrte Decameron jedoch 1995 den Rücken, um zusammen mit Nödveidt das besagte Werk einzuspielen. Somit ist auf 'My Shadow...' statt ihm ein gewisser Jonny Lehto zu hören, dessen Namen mir jedoch nichts sagt.
Ähnlich wie Lord Belial wurden Decameron ebenfalls von zwei Brüdern angeführt - hier sind es die Losbäcks - die sich den Gesang teilen. Man ist jedoch weit entfernt von der Eindimensionalität Lord Belials oder den albernen Retro-Kaspereien, in die sich Swordmaster später verranten. Die Musik kommt, und das hört man, eindeutig vom Death Metal her, hat sich jedoch im Lauf der sechs Jahre (Decameron wurden Anfang der Neunziger gegründet) immer mehr in Richtung Black Metal bewegt und hat dabei wohl auch an Melodie gewonnen. Gerade aber den Fakt, dass die Lieder über diesen enormen Zeitraum hinweg entstanden sind (bzw. erst nach langer Zeit eingespielt wurden), meint man ihnen anzumerken. Es scheint, als ob die Band auf den letzten Drücker noch alles an vorhandenem Material in die 60 Minuten hineinpacken wollte - was es für den Hörer nicht leicht macht, den Überblick und die Geduld zu behalten. Jeder der zehn Songs ist mit unglaublich vielen (z.T. sehr guten) Ideen vollgestopft, alles wird jedoch nur kurz angerissen und nur selten sinnvoll zu Ende geführt. Das gipfelt dann in einem richtigen Wechselspiel: Beginnt ein Lied, fragt man sich nicht selten 'Was soll der Scheiß?', bis man plötzlich von einem totalen Monster-Riff überfahren wird und begeistert aufhorcht, nur nach wenigen Sekunden ist der Spaß wieder vorbei und man wartet vergebens darauf, diese Melodie ein zweites Mal zu hören. Mag man den Aussagen Kellgrens Glauben schenken, so zerfielen Decameron schon bald nach den Aufnahmen gerade aufgrund dieses 'Mangel(s) an Visionen und Ambitionen', vielleicht verständlich, wenn man die Musik unter den angesprochenen Kritikpunkten betrachtet.
Das musikalische Können Decamerons steht für mich allerdings außer Frage; nicht viele Bands in diesem Genre schaffen einen solchen Spagat, wie er z.B. in Nummern wie 'Mistress of Sacrifice' zu hören ist: Einen fließenden(!) Übergang zwischen Metallica/Maiden (Gesang am Anfang!) und traditionellem, geradlinigem Dissection-Gebolze hinzubekommen, muss ihnen erst mal einer nachmachen. 'My Shadow...' scheitert jedoch insgesamt an seiner Vielseitigkeit bzw. seinem Variantenreichtum. Es ist gewissermaßen ein Sammelwerk voller guter Ideen, die aber alle ungeordnet und brach herumliegen. Schade drum.
Nun, die Tatsache, dass die CD seit einem halben Jahrzehnt ausverkauft ist, erübrigt das (Nicht-)Aussprechen einer Kaufempfehlung. Was gut ist, denn ich wäre mir sowieso nicht schlüssig gewesen, wie ich dieses Review hätte schließen sollen...

Herjulf am 10.01.2005




Titelliste

01. Mörker
02. Carpe Nocem
03. Our Time Has Come
04. Satanized
05. Le Roi Triste
06. The Scar Of Damnation
07. Sexual Immortality
08. Skábma
09. My Shadow?
10. Prophecy Of Life To Come
11. Mistress Of Sacrifice


Spielzeit

61:56 min


Erscheinungsjahr

1995


Label

No Fashion Records


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