Tod und Verderben seit MCMXCVI! Suchen | Kontakt | Impressum
Kopfbild
Startseite | S | Satyricon | Rebel Extravanganza

.:: True :: UnTrue ::.

» Schnellauswahl «
A B C D
E F G H
I J K L
M N O P
Q R S T
U V W X
Y Z Andere
Splits Sampler

Berichterstattung
  · Konzertberichte
  · Konzertfilme
  · Gespräche
  · Hören & Sehen
  · Streitfälle

Vönger
  · Kommerz   · Personal
  · Marschmusik
  · Selbstdarstellung
  · Familienalbum
  · Karriere

» Schnellsuche «

Satyricon # Rebel Extravanganza

Cover: Satyricon # Rebel Extravanganza

Was konnte man nach den letzten beiden Mini-Alben 'Megiddo' und 'Intermezzo II' erwarten? Bestimmt nicht wenige hatten sich auf ein, den derzeitigen Industrial-Strömungen nicht vollends verschließendes, modernes Album mit maschinellen Einschlägen oder Ambient-Einflüssen eingestellt. Auch ich hatte zugegebenermaßen diese Hoffnungen. Eine Band, die ein Album wie 'Nemesis Divina' geschaffen hatte, müßte doch mit etwas Glück und erwähnten Zuateten, das Standardwerk des 'industrialisierten' Black Metals vor der Jahrtausendwende schaffen!? Doch weit gefehlt. Satyricon und speziell Satyr lassen sich weder von Fans noch von irgendjemandem sonst limitieren. Satyr selbst ist es, der den jeweils neuen Sartyricon-Standard festlegt. Er allein bestimmt den Kurs und die Geschwindigkeit. Schon der Titel 'Rebel Extravaganza' auf eine Weigerung hin, Weisungen von außen zu akzeptieren. Die darauf enthaltene Musik steht dem in nichts nach.
Satyr inszeniert seine Vorstellungen, und nur diese, mit einfachen aber unglaublich wirkungsvollen Mitteln. Die Gitarrenriffs, eine der tragenden Säulen auf diesem Album, erreichen keine neuen Dimension der Komplexität. Vielmehr ist es hier gelungen, durch den Wechsel von geschickt, weil ungewöhlich, arrangierten Titeln wie 'Filthgrinder' und eigentlich simplen, aber umso durchschlagenderen Songs wie 'Havoc Vulture', ein abwechslungsreiches und durch und durch hörenswertes Album zu schaffen. Den Höhepunkt findet 'Rebel Extravaganza' meiner Meinung nach im sechsten Stück 'Supersonic Journey'. Hier finden sich die größten Parallelen zu 'Nemesis Divina', die zusammen mit den nichtsdestotrotz zu spürenden modernen Elementen ein wirklich beachtliches Konglomerat aus früh-Sartyriconscher Atmosphäre und neuzeitlicher Extravaganz ergeben.
In diesem Zusammenhang sei erwähnt, daß, wer sich viele Effekte gewünscht hat, auf diese zwar nicht völlig verzichten muß, sich jene aber erarbeiten muß. Neben einigen wenigen Keyboardeinsätzen ('Prime Evil Renaissance') und Gitarreneffekten ('A Moment of Clarity') sind vor allem diverse Stimm-Effekte offensichtlich. Satyr bedient sich in dieser Hinsicht verschiedener Verzerr-Effekte, die aber quantitativ hinter dem typischen narrativ-gepressten Gesang zurückstehen. Die zeitweise zu hörende unverzerrte, tiefe Stimme Satyrs und das experimentelle Instrumental 'Down South, Up North' erinnern übrigens frappierend an Thorns auf deren Spilt-Album mit Emperor, was allerdings kaum verwundert, schließlich ist eben gerade Satyr vollertiger Mitstreiter bei dieser Band.
Zwar gibt es hinsichtlich der Atmosphäre mit 'Supersonic Journey' noch einen, den Frühwerken in Ansätzen verwandten Song, im Ganzen aber betrachtet, vollzieht sich auf 'Rebel Extravaganza' ein Wechsel, weg vom Mystischen hin zur musikalischen Umsetzung von Stärke und Willenskraft. Satyr präsentiert sich mit dieser Veröffentlichung als selbstbewußter und unbeugsamer Mensch, der seine (fragliche) Überlegenheit stets überlegt zu untermauern versucht. Er ist dürfte sicherlich kein in allen Belangen umgänglicher Mensch sein, ein interessanter ist er aber wahrscheinlich allemal.
Den erwähnten Eindruck von Kraft auf 'Rebel Extravaganza' erwächst zu einem nicht unerheblichen Teil aus dem Drumming von Frost. Sein mechanisch wirkendes Spiel unterstützt den Gesamtsound auf vorbildliche Weise. Allein aber die Geschwindigkeit ist schier unglaublich und dürfte sogar den bisherigen inofiziellen Rekordhalter 'Battles in the North' von Immortal in den Schatten stellen. An dieser Stelle sei einmal der Genuß des letzten Stückes 'The Scorn Torrent' zu empfehlen: Ein wirklich großartiger Titel, in allen Belangen. Doch das hier, sofern man Frost Glauben schenken mag, garantiert mit seinen eigenen Armen, und nur diesen, erzeugte Tempo, ist schlicht und einfach überwältigend.
Die Produktion ist abermals sehr gut ausgefallen, erreicht aber meines Erachtens nach nicht ganz die Klasse des Vorgängers. Die einzelnen Gitarrensoli stehen für meinen Geschmack etwas zu sehr im Hintergrund. Dies ist aber bis jetzt der einzige Kritikpunkt an diesem Album, selbst das Artwork ist ein wahrer Augenschmaus. Diesbezüglich empfehle ich, wenigstens mal einen Blick auf die LP-Variante zu werfen. Man muß dort zwar leider auf einige wirklich gute Bilder verzichten, dafür ist aber das Cover, für das ein anderes Bild, als für die CD-Variante benutzt wurde, neben dem offensichtlichem Größenvorteil, besonders gelungen, da hier der Bandschriftzug und der Albumtitel nicht so viel Platz wie auf dem normalen Booklet einnehmen. Bei erwähnter LP wird übrigens der Song 'The Scorn Torrent' auf einer seperaten, einseitig bespielten 12' mitgeliefert, was mich etwas verwundert hat. Ansonsten bleibt nur zu sagen: 'Rebel Extravaganza' ist ein würdiger Nachfolger für 'Nemesis Divina'. In nahezu jeder Hinsicht.

Deadleft am 09.04.2004




Titelliste

01. Tied In Bronze Chains
02. Filthgrinder
03. Rhapsody In Filth
04. Havoc Vulture
05. Prime Evil Resistance
06. Supersonic Journey
07. End Of Journey
08. A Moment Of Clarity
09. Down South, Up North
10. The Scorn Torrent


Spielzeit

64:00 min


Erscheinungsjahr

1999


Internetseite



Label



Vergleichbarer Ohrenschmaus



Splits mit Satyricon



Konzerte/Festivals mit Satyricon



.:: zurück :: nach oben ::.

© 1996-2019 Vönger
erstellt durch dunkelland - metalArt
Unser RSS-Feed Get Firefox