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Beherit # The Oath of black Blood

Cover: Beherit # The Oath of black Blood

Wenn man von der Entstehung des Black Metals redet, fallen meistens drei Bandnamen: Mayhem, Burzum und Darkthrone. Gut, an Mayhem ist nicht zu rütteln, aber bei den anderen fragen ich mich, ob man da nicht eine Band vergessen hat. Die Rede ist von den Finnen Beherit. Fakt ist, dass die Band seit 1989 existiert. Kurz nach Gründung der Band kam es auch schon zur Produktion zweier Demos, 'The Seventh Blasphemy' und 'Demonomancy'. Es soll noch ein Demo namens 'Down there...' gegeben haben, näheres dazu weiß ich aber nicht. All das geschah noch im Jahre 1990, also VOR Darkthrone und etwa zeitgleich mit den ersten Demo-Versuchen von Burzum. Dann gab es noch drei Live-Tapes, natürlich Bootlegs, die in den finnischen Städten Rovaniemi, Ranva und Oulo aufgenommen worden sind. Aus dem Gig in Oulo wurde 1993 eine Split-Live-Bootleg-LP mit Impaled Nazarene gemacht, die übrigens nicht minder alt sind, als Beherit. 1991 kam es dann schließlich zum ersten halbwegs offiziellen Release, und zwar handelte es sich dabei um eine EP mit Namen 'Dawn of Satan's Millenium'. Allerdings kam diese EP kaum unter das damalige Black Metal Volk. Warum Beherit so unbekannt blieben, weiß ich auch nicht. 'The Oath of Black Blood' wurde ebenfalls 1991 veröffentlicht. Dieses Album wurde damals von Turbo Music herausgebracht - allerdings gegen den Willen der Band. In Interviews haben die Mitglieder immer wieder gesagt, dass sie nicht wollten, dass 'The Oath of Black Blood' erscheint, da ihnen das darauf enthaltene Material nicht würdig erschien.
'The Oath of Black Blood' ist nämlich kein eigens eingespieltes Album. Turbo Music hatte einfach nur das 'Demonomancy'-Demo und die 'Dawn of Satan's Millenium'-EP lieblos auf die CD gepackt, warum, weiß ich ebenfalls nicht. Diese Lieblosigkeit erkennt man zum Beispiel daran, dass sich bei der CD-Version nicht mal die Mühe gemacht wurde, die Songs einzeln auf die CD zu pressen. Sie enthält einfach nur einen, knapp 27 Minuten langen Track in dem alle Songs untergebracht sind. Angesichts der Zeit, in der das stattfand, kann ich mir einen Kommerzgedanken bei der Veröffentlichung eigentlich nicht vorstellen. Jedenfalls stufe ich dieses Release als Bootleg ein. Nun, soviel zur Geschichte, kommen wir zur Musik.
Den Stil von Beherit kann man eigentlich nur schwer beschreiben. Ich würde ihn als eine Art chaotischen Black Metal bezeichnen, der von einer gehörigen Portion Noise durchzogen ist. Klare Songstrukturen lassen sich kaum erkennen, viel mehr handelt es sich bei den Songs, mit Namen, wie 'Grave Desecration' und 'Goat Worship' um Lärmfragmente, bei denen fast ausschließlich gekloppt wird, bis der Arzt kommt. Dazu grunzt man um die Wette, worin man sicher noch Einflüsse des damals boomenden Death Metal erkennen mag. Wie gesagt spielt der Noise eine große Rolle.
Die Gitarre gibt maximal ein oder zwei Riffs von sich, so dass das ganze eigentlich nur als blasphemisch-okkulter Krach erscheint, der vom Schlagzeug und vom Gegrunze unterbrochen wird. Gelegentlich vernimmt man auch Gitarrensoli, die ungefähr wie die von 'Under a Funeral Moon' klingen. Nur, dass diese hier eher aufgenommen wurden. Nach den ersten sechs Songs komme ich etwas ins Grübeln: Fakt ist, dass der siebte Song 'Demonomancy' vom gleichnamigen Demo stammt. Aber dieser Song scheint irgendwie von einer anderen Session herzurühren. Er wird durch ein mystisches Intro eingeleitet, welches durch seine Glockenschläge einen recht düsteren Charakter annimmt. Der Stil ändert sich leicht, die Gitarre klingt mehr rauschend, und die Stimmt des Sängers wandelt sich zu einer hauchenden Kreischstimme, so wie es eher zu neueren Veröffentlichungen passt. Dazu gibt noch ein zweiter Sänger seinen Senf dazu, der aber wieder grunzender Natur ist. Könnte auch sein, dass für die Kreischstimme ein Effektgerät verwendet wurde, da die Stimme doch arg unnatürlich klingt. Die Beschreibung des Songs 'Demonomancy' passt eigentlich ziemlich gut auf den Stil der 'Dawn of Satans Millenium'-EP. Die durch das Intro 'Black Mass Prayer' eingeleiteten drei Songs sind zwar immer noch vom chaotischen Stil Beherits geprägt, klingen aber weitaus mehr nach Black Metal denn nach lärmenden Grind-Gebolze.
Der Sound von 'The Oath of Black Blood' ist natürlich sehr bescheiden. Aber wenn man die Umstände bedenkt, ist er akzeptabel. Für ein Bootleg eines Underground Demos von 1990 ist der Sound wirklich o.k. Bleibt die Frage, wo der Black Metal nun herkommt, dazu lasse ich mal Früheinflüsse, wie Sodom, Kreator, Hellhammer usw., sowie absolut unbekannte Undergroudcombos aus dem Spiel. Mayhem gibt's seit 1984, also runde 6 Jahre länger als Beherit. Allerdings klingt das, was Beherit Anfang der Neunziger verzapften, weitaus mehr nach Black Metal, als die Frühwerke von Mayhem. Außerdem haben Beherit ihr Schaffen immer als Black Metal angesehen, Mayhem wurden lange Zeit in die Death Metal Ecke gedrängt. Burzum und Darkthrone haben erst nach Beherit Verwertbares produziert. Diejenigen, welche die Burzum-Demos kennen, wissen, was ich mit 'verwertbar' meine. Und Darkthrone machten zu der Zeit ja bekanntlich noch Death Metal. Nun ich glaube, dass man diese Frage niemals eindeutig klären kann, eigentlich interessiert es auch keinen. Jedenfalls muß man, wenn man von den Anfängen des Black Metals redet, unbedingt Beherit erwähnen. Diese Ehre muß ihnen einfach zuteil werden. Denn Beherit sind Kult. Absoluter Kult.
Beherit gehören zu den Pionieren der Black Metals, sie waren damals noch was besonderes. Sie wurden von der Bevölkerung damals noch richtig gehaßt, weil sie sich gegen bestehende Werte aufgelehnt haben und dieses Stück okkulten Chaos-Metal produziert haben. Heute sieht alles etwas anders aus...

Turov am 09.04.2004




Spielzeit

26:06 min


Erscheinungsjahr

1992


Label

Turbo USA


Vergleichbarer Ohrenschmaus



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