Tod und Verderben seit MCMXCVI! Suchen | Kontakt | Impressum
Kopfbild
Startseite | M | Mystic Circle | Drachenblut

.:: True :: UnTrue ::.

» Schnellauswahl «
A B C D
E F G H
I J K L
M N O P
Q R S T
U V W X
Y Z Andere
Splits Sampler

Berichterstattung
  · Konzertberichte
  · Konzertfilme
  · Gesprńche
  · H÷ren & Sehen
  · Streitfńlle

V÷nger
  · Kommerz   · Personal
  · Marschmusik
  · Selbstdarstellung
  · Familienalbum
  · Karriere

» Schnellsuche «

Mystic Circle # Drachenblut

Kein Bild gefunden

'German Black Metal' prangt es in bedrohlich roten Lettern im opulenten Booklet und mir graust es bei dem Gedanken, Mystic Circle w├Ąren wirklich das deutsche Aush├Ąngeschild in dieser Musikrichtung. 'Drachenblut' ist zwar besser als das Debut, aber das bedurfte erstens bei so viel geballter J├Ąmmerlichkeit auf 'Morgenr├Âte...' keiner gro├čen Anstrengungen und zweitens ist dieses Album noch weit von dem entfernt, was ich als durchschnittlich h├Ârenswert bezeichne.
Die Songs sind allesamt erschreckend vorhersehbar, die Tempowechsel kann man bereits beim zweiten Anh├Âren exakt vorausbestimmen. Dominantes Instrument ist eindeutig das Keyboard, das zum Beispiel in einigen Passagen von 'Notrum - Sword of Night' doch recht interessante Melodien erzeugt, die meiste Zeit aber erm├╝dend gleichtt├Ânig klingt. Weiterhin ist der Sound der Gitarren, angesichts der vorgeblichen Referenzfunktion der Band f├╝r die deutsche Szene, der Gipfel der Zweckentfremdung. F├╝r mich ist das, was diese Instrumente fabrizieren zumeist ein dunkel rauschendes Hintergrundger├Ąusch. Viel zu selten geht die Melodief├╝hrung weg vom Keyboard zu den Gitarren. In diesem Fall kann ich die ├äu├čerungen einiger Traditionalisten nachvollziehen, wonach das Keyboard einer Seuche gleich, den metallischen Grundcharakter vieler Bands verw├Ąssert. Wenn wie hier, der Ursprung alles Metallischen, n├Ąmlich die Gitarre weitestgehend dazu benutzt wird, das Ohr eines jeden an spielerischem Anspruch interessierten Metalkonsument zu beleidigen, dann kann und will ich keine lobenden Worte daf├╝r finden.
Als Verkaufsargument gilt von seiten des Labels und einiger Kritiker bez├╝glich 'Drachenblut' auch das lyrische Konzept. Die Idee, die Nibelungensage, als Bestandteil hiesiger Kultur, zu thematisieren (ich vermeide bewu├čt den Ausdruck 'vertonen', denn diesem Anspruch wird dieses Werk zu keiner Sekunde gerecht) ist als solche durchaus begr├╝├čenswert. Die Umsetzung jedoch zwang mich nur noch zum Kopfsch├╝tteln. Ich mu├čte mir nicht die M├╝he machen, die Texte auf inhaltliche Vollst├Ąndigkeit oder Richtigkeit hin zu ├╝berpr├╝fen, allein die sprachliche Verwirklichung ist an Peinlichkeit und Dilettantismus kaum zu ├╝berbieten. Der englische Sprachschatz von Graf von Beelzebub ist derart j├Ąmmerlich, da├č er mit seinem, dem Sagenstoff in keinster Weise angemessenen, farblosen und primitivsten Wortm├╝ll, all jene verh├Âhnt, die sich jemals ernsthaft mit der Umsetzung dieses Themas besch├Ąftigt haben. Die Verse h├Ątte ein Acht-Kl├Ąssler unter Zuhilfenahme eines W├Ârterbuches nicht schlechter schreiben k├Ânnen, nahezu jede Strophe krankt an einer extrem st├╝mperhaften Grammatik. Und das h├Ârt sich dann so an: 'as kriemhild heard from the dead of her man / she knows at once who the murder were'. Das macht in der Summe drei Fehler bei gerade mal 17 W├Ârtern, inklusive einem schrecklich holpernd-infantilem Ausdruck. Zugegeben, auch bei vielen anderen Bands sind die textlichen Beitr├Ąge nicht gerade von berauschender Tiefsinnigkeit und sprachlicher G├╝te, aber wer mit seinem Konzept wirbt, mu├č damit rechnen, unter anderem auch daran gemessen zu werden.
Von der musikalischen Seite her mag der eine oder andere vielleicht Gefallen an 'Drachenblut' finden, die dominanten Keyboards und die zwar keineswegs ├╝berm├Ą├čig gelungenen, aber dennoch so beliebten Zwischenspiele mit diversen Effekten und Einsprengseln werden einige, wahrscheinlich sogar verh├Ąltnism├Ą├čig zahlreiche, K├Ąufer ├╝berzeugen. F├╝r die Entwicklung der Szene, sowohl national als auch global, wird dieses Album keine Bedeutung haben. Fest steht aber: Die zweite Ver├Âffentlichung der Deutschen ist textlich eine noch gr├Â├čere Katastrophe als ihr gleicherma├čen beschr├Ąnktes Debut. Mystic Circle ist f├╝r mich die mit Abstand schlechteste deutsche Mainstream-Black-Metal-Band.

Deadleft am 05.04.2004




Titelliste

01. Ancient Words
02. Notrum - The Sword Of Might
03. The Dragonslayer
04. King Of The Nibelungerhord
05. Shadows Over Worms
06. Hagen Von Tronje
07. Blood From Xanten's King
08. Rheingold


Spielzeit

50:02 min


Erscheinungsjahr

1998


Internetseite



Label

Last Episode


Vergleichbarer Ohrenschmaus



Splits mit Mystic Circle



Konzerte/Festivals mit Mystic Circle



.:: zurŘck :: nach oben ::.

© 1996-2019 Vönger
erstellt durch dunkelland - metalArt
Unser RSS-Feed Get Firefox