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Behemoth # Chaotica - The Essence of the Underworld

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'Chaotica' ist die Sammlung aller musikalischen Ergüsse der polnischen Band um Nergal, die sie in der mittleren Zeit ihrer Schaffensperiode veröffentlichten.
'Chaotica' teilt sich in 2 Teile, die erste CD ist mit 'Stroms to Unleash' betitelt, die zweite mit 'Thunders to erupt', wobei letztere das Album 'Grom' und nen Arsch voll Bonussongs enthält und ersteres das Album 'Sventevith - Storming near the baltic', die Mini-CD 'And the forest dream eternally', sowie zwei alte Demo-Songs, 'The dark Triumph' vom 92er 'Return to the northern moon' - Demo und 'Cursed angel of doom' vom ebenfalls 92er Rehearsel-Demo 'Endless damnation'.
An den enthaltenen Alben und Mini-Alben läßt sich ganz ausgezeichnet die Entwicklung Behemoths festmachen, weil sich der Stil von 'Sventevith'/'And the forest dream eternally' und 'Grom' doch grundlegend unterscheidet. Näheres dazu in den Einzelreviews.


'And the forest dream eternally': (1994)

Dieses ist der nach 'From the Pagan Vastlands' der zweite offizielle Behemoth-Output. Man merkt den 5 Songs deutlich ihre Anlehnung an norwegische Vorbilder an, da sie sich an Sachen wie alte Burzum oder alte Emperor orientieren, wobei sie stilistische Merkmale, wie den 'berühmten' Emperor-Staubsaugersound, schnelle Drums und krankes Gekreische fügen. Ich will hier nicht von einem schlichten Nachahmen reden, denn 'And the Forest dream eternaly' hat für mich einen gewissen Grad an Eigenständigkeit. Man verwendet überdurchschnittlich viele und auch recht gute Gitarrensoli, die sich prima ins Gesamtbild des Dargebotenen fügen. Die Songs selber sind recht variabel, so ist zum Beispiel 'Transylvanian forest' ein solider Song, der meist Blastbeats vorweist, beim Gesang allerdings langsameres Drumming verwandt wird. 'Moonspell Rites' ist ein Midtempo-, wenn nicht gar ein langsamer Song, das liegt im Auge des Betrachters, dessen melodische Melodieführung hübsch anzuhören ist und auch über ein klasse Gitarrensolo verfügt, wie ich eingangs bereits erwähnte.
'Sventevith - Storming near the baltic' ist hingegen ein Highspeed-Stück, welches über typisch-norwegische Leadgitarren-Melodieführung verfügt, was man dem Song aber nicht ankreiden kann, da auch dieser überaus klasse ist. Die anderen beiden Songs sind ähnlicher Natur wie 'Transylvanian Forest', wenngleich 'Pure & evil hate' äußerst trashig und absolut un-norwegisch herüberkommt.
Insgesamt leisten Behemoth hier akzeptable Arbeit.


'Sventevith - Storming near the baltic': (1994)

Dieses Album wurde Ende 1994 veröffentlicht und klingt noch nordischer und uneigenständiger als das voran gegangene Mini-Album. Der Staubsaugersound der Gitarren ist noch ausgeprägter, und man verwendet hier erstmals unterstützende und teilweise Melodieführende Keyboards, so wie es zu der Zeit gerade in Norwegen Mode wurde. Man versuchte anscheinend, auf den Fast-Melodic-Black Metal Zug mit aufzuspringen, warum auch immer. Mir gefällt dieser Staubsaugersond ja irgendwo, aber Behemoths ganzes Dasein auf diesem Album klingt irgendwie nur halbherzig und uninsperiert.
Großes Manko an 'Sventevith' ist eindeutig der Sound. Gut, das mit den Gitarren sei mal dahingestellt, da das auch Absicht gewesen sein könnte, aber die Drums sind übelst hintergründig abgemischt, sie klingen, als wäre 'Sventevith' ein Live-Aufnahme. Wegen der Kombination Staubsauger-Gitarren, mieser Drum-Sound und vereinzelten Keyboards klingen die schnellen Songs, immerhin ein Großteil des Albums, im großen und ganzen gleich. Man kann im Prinzip kaum Unterschiede zwischen ihnen ausmachen. Ausnahmen bildet nur das langsame Stück 'Hidden in a fog', sowie die beiden Instrumentalstücke 'The touch of Nya' und 'Ancient'. Ich will damit nicht sagen, dass es sich bei 'Sventevith' um ein schlechtes Album, handelt. Norwegen-Stil Liebhaber wird dieses Album sicher gefallen, nur ist es für ein nicht-norwegische Band äußerst uneigenständig.
Überrascht hat mich noch der letzte Song 'Hell dwells in ice', der ein sehr melancholisches halb-instrumentales Stück ist, mit Akustikgitarrenuntermalung, Pianospiel und einer verzweifelten Erzählstimme. Überaus schönes Stück.


'Grom': (1996)

Bei 'Grom' kann man fast von einem Stilbruch reden, da dies nichts mehr mit dem nordisch angelehnten Black Metal der früheren Werke zu tun hat. Dargeboten wird nun völlig eigenständige Musik. Ich denke, dass diese Wandlung mit etlichen Kritiken bezüglich der Uneigenständigkeit von Alben wie 'Sventevith' zu tun hat, zugeben würde Nergal, seines Zeichen Behemoth-Mastermind, das natürlich nie. Ist ja auch egal, denn mit 'Grom' zeigt sich Behemoths Schaffen völlig eigenständig und losgelöst von irgendwelchen norwegischen Vorbildern. 'Grom'´s Inhalt ist bei weitem aggressiver, als das Zeug auf voran gegangenen Alben. Das Rauschen der Gitarre wandelte sich in echte Riffs, die Dauer-Blastbeats wurden mit zahlreichen Coloraturen und Tempowechseln gespickt. Es kommen viele polnische Folk-Einflüsse zu tragen, wie z.B. ein Männerchor und auch ein weibliche Stimme bei 'The dark forest (cast me your spell)' oder bei 'Lasy Pomorza' bei dem man sich der Heimatsprache der Band bediehnt. Keyboards wurden ebenfalls geschickt eingesetzt ('Dragon´s Liar').
Soundmäßig unterscheidet sich 'Grom' ebenfalls grundlegend von den frühen Alben, man nahm sich beim Abmischen trotz gleichbleibendem Studio mehr Zeit, was man am fast perfekten Sound des Endproduktes merkt.
Respekt an Behemoth, sie haben sich einen völlig eigenen Stil erschaffen konnten, was sie wesentlich interessanter macht. Denn mit Norwegen-Einheitsbrei-Geschrammel kann und konnte man keinen mehr hinterm Ofen hervorlocken.


Bonussongs:

Die beiden Eingangs erwähnten Demo-Songs wurde unbearbeitet dem ersten 'Chaotica'-Teils 'Storms to unleash' hinzugefügt. Die Songs sind an sich nichts Besonderes, der Sound ist natürlich nicht so besonders, u.a. klingt die Gitarre äußerst blechern und sägend. Dennoch eine gute Zugabe, um Behemoths Entwicklung zu verdeutlichen.
Auf Teil 2 'Thunders to erupt' werden dem 'Chaotica'-Käufer 5 Bonussongs beschert, u.a. zwei Cover, zum ersten 'Total Desaster' von der Band Destruction (kommt aus der Trash-Ecke der 80er Jahre aus dem Sodom/Celtic Frost/Kreator-Umfeld) als sehr rhytmischer, rockiger Song, mit leider etwas nervenden Vocals und einem Darkthrone-typischen Gitarrensolo. Der zweite ist 'Freezing Moon' von 'true' Mayhem, nun gut, was gibt es dazu zu sagen, denn wer kennt den Song nicht? Beide kommen im 'Grom' Sound daher. Die restliche 3 sind dann wieder aus Behemoths Feder, 'With spell of inferno' stammt vom 98er 'Grom'-Nachfolger 'Pandemonic Incantations' und ist ein Knüppelhymne mit Keyboardeinsetzung und Klassik(!)elementen. Diese Song ist schlichtweg geil, so dass er mich über einen Kauf von 'Pandemonic Incantations' nachdenken lässt. Die anderen zwei sind 'Hidden in a fog' vom 'Sventevith'-Album und 'Sventevith' von der Mini-CD. Beide kommen ebenfalls im frischeren 'Grom' Sound daher, was vor allem 'Sventevith' um Längen besser macht.


Also, 'Chaotica' bietet einen übersichtliche Einblick in Behemoths Schaffen und deren Entwicklung, welche ja an dieser Stelle einen gewaltigen Knick macht. Besitzer dieser Alben werden zwar wegen der entgangenen Bonussongs von Rip-Off und Beschiss reden, aber für Neulinge und Nicht-Besitzer sei dieses Werk, welches übrigens zum normalen CD-Preis erhältlich ist, wärmstens ans Herz gelegt.

Turov am 03.04.2004




Spielzeit

144:00 min


Erscheinungsjahr

1999


Internetseite



Label

Metal Mind Records


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