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Emperor # IX Equilibrium (1)

Cover: Emperor # IX Equilibrium (1)

Die letzten unauslöschlichen Klänge von 'Anthems to the Welkin at Dusk' sind verhallt, ein Album in den Köpfen vieler Fans verweigt, da trifft sie das neue Album der Norweger mit voller Breitseite. 'IX Equilibrium' ist auch im Vergleich zum Vorgängeralbum harte Kost, eine Veröffentlichung, bei der wohl einige etwas mehr Zeit benötigen werden, um sie in dem Maße zu schätzen wie es ihr zusteht.
Acht neue Songs, allen Stilrichtungen fremd, da keine auch nur annähernd das beschreibt, was hier zu hören ist, machen es nicht leicht, Zugang zu finden. Vor allem Elemente aus Death und Black Metal, aber auch Anleihen aus dem traditionellen Heavy Metal sind auf diesem Album vereint. 'IX Equilibrium' ist in keiner Schublade zu Hause. Im Ganzen betrachtet, stellt man ähnliche Gewichtungen der Einflüße fest, alle sind zu einer festen Einheit vereint. Dadurch entsteht ein fast beiläufige aber im Herzen geniale Verquickung einzelner Subgenres auf einem Album. Versuche, an diesem Album mehr oder weniger strenge Kategorisierungen vornehmen zu wollen, werden ad absurdum geführt. 'An Elegy of Icaros' zeigt deutliche Heavy Metal Tendenzen, die auch noch in 'The Source of Icon E' feststellbar sind, dort aber von einem hohem Tempo und chaotischen Strukturen kontrastiert werden. 'The Warriors of Modern Death' wiederum bedient sich der Stilistik des Death Metal, ohne den Song in dieses Subgenre hieven zu wollen.
Nicht zuletzt dadurch entzieht sich 'XI Equilibrium' allen Vergleichen. Es atmet zweifelsohne die Essenz des Black Metal und ist dabei doch so viel mehr. Die Leadgitarre spielt eine besondere Rolle bei der Suche nach den Urhebern des eigentümlich-progressiven Sounds. Zahlreiche Effekte gehen von diesem Saiteninstrument aus: Elegisch-apokalyptische Soloparts ('The Warriors of Modern Death') oder explodierend-aufbrausende Riffs wie in 'Of Blindness & Subsequent Seers', jeder Song wird durch solch unwirklich anmutenden gitarristischen Einlagen bereichert. Das Keyboard agiert weiterhin im Hintergrund und wird da eingestzt, wo Lücken entstehen und läßt den Gitarren den nötigen Freiraum zur Entfaltung.
Intentional erscheint die Scheibe, sowohl musikalisch als auch in einigen Teilen lyrisch, wie eine organisch gewachsene Fortsetzung von 'The Loss and Curse of Reverence', emperialer Zorn, immer noch energisch und anklagend, dabei aber merklich gereift und dem Anspruch 'Sophisticated Black Metal Art' folgend. Das erste Stück 'Curse you all Men!', welches zunächst auch dem Album den Titel leihen sollte, spricht da eine deutliche Sprache.
Es ist die wohl bis dato anspruchsvollste Platte von Emperor und wird den Kritikern sicherlich gut gefallen, die meisten Fans werden möglicherweise weiterhin 'In the Nightside Eclipse' und vor allem 'Anthems to the Welkin at Dusk' bevorzugen. Für mich steht jedenfalls fest: 'XI Equilibrium' übertrifft durch die geradezu tadellose Produktion und den Mut, mehr denn je die Konventionen zu mißachten, ohne das Metallische auch nur ansatzweise zu vernachlässigen, den Vorgänger 'Anthems to the Welkin at Dusk' bei weitem. Nach einer gewissen Reifezeit, die unbedingt nötig ist, um alle Feinheiten richtig einordnen zu können, entpuppt sich das dritte Album von Emperor als modernes, barrierensprengendes und buchstäblich perfektes Metalalbum.
Das Ende von 'IX Equilibrium', ein rein akustisches, mediterran anmutendes, Gitarrensolo, gefolgt von einem geheimnsivoll-sphärischen Klang, stimmt nachdenklich. Entwachsen die Musiker Ihsahn und Samoth langsam dem Durchschnittspublikum, ist hier der erste Schritt zu kommerziell bedenklicher Progressivität und Experimentierfreudigkeit gegeben? Die Andeutungen sind vage, vielleicht folgt auch ein wurzelorientierteres Werk und auch kann niemand von Emperor eine Selbstkopie mit kleineren Änderungen verlangen, trotzdem, viele werden womöglich die Atmosphäre und die eindringlichen Melodien von den beiden ersten Alben vermissen.

Deadleft am 04.04.2004




Titelliste

01. Curse You All Men!
02. Decrystallizing Reason
03. An Elegy Of Icaros
04. The Source Of Icon E
05. Sworn
06. Nonus Aequilibrium
07. The Warriors Of Modern Death
08. Of Blindness & Subsequent Seers


Spielzeit

44:01 min


Erscheinungsjahr

1999


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