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Dismal Euphony # Python Zero

Cover: Dismal Euphony # Python Zero

Nach dem genialen Werk 'Little Devils' hab ich direkt das neue Output bei meiner NuBla-Quelle, bei der ich auch die Dimmu hören konnte, abgegriffen. Blind, versteht sich, denn eine Band, die sich bei 'Little Devils' so gesteigert hat, kann einfach nicht schlecht werden. Ob ich mit dieser Einschätzung richtig lag oder nicht, darüber bin ich mir noch nicht im Klaren.
Die Aufmachung und Songtitel beunruhigen mich etwas. 'Critical Mass', 'Plasma Pool', 'Python Zero', alles klingt irgendwie zu modern. Also gespannt rein in den Player. Meine Befürchtung wird stärker. Komische verzerrte Samples quietschen mir entgegen. Na gut. Intros bedeuten ja nicht die Welt. Der Song startet sehr trocken, es fehlt die Dichte, die 'Little Devils' ausmachte. Bevor ich mir aber noch Gedanken über das Songwriting machen kann, gipfelt die Strophe in einem coolen Gothic-Part. O.k., so hab ich die Vocal-Schlampe immer gemocht. Was allerdings die Blastbeats auf einmal sollen, kapier' ich schon nicht mehr. Komischer Mischmasch, aber die Strophe war geil.
Der Titeltrack 'Python Zero' hat schon wieder was, was mich stört: Olge brüllt auf einmal im Project Pitchfork Stil rum. Ey! Dismal Euphony ist eine *melodische* Band, verdammt!
Überhaupt hab ich den Eindruck, als wollten sie auf Teufel komm raus vielseitig klingen. Die alten Stuecke *waren* bereits vielseitig, aber sie waren homogen. Diesen Guss vermisse ich auch bei 'Zentinel', der ohne die schwedischen Todesblei-Klampfen eigentlich besser klingen wuerde. Die Harmonien sind wieder da, aber anstatt ein Cluster von Klängen zu erzeugen, dudeln die Keys unmotiviert hinter den recht einfachen Klampfen rum, und für das Bass-Solo müsste man sie erschlagen.
Der 4. Song 'Magma' bietet endlich wieder einen richtigen Lichtblick. Wenn auch etwas müde intoniert (Arrrrgggh, diese Produktion), setzt uns Anja Natasha einen herrlich ausgeklügelten Refrain vor.
Die ganze CD setzt sich aus diesem undefinierbaren Mischmasch fort. Pseudo-Prog wie bei 'Birth Reverse', Pseudo-Black bei 'Plasma Pool', und wie man auf diese komische Idee von 'Needle' mit all den Loops kam, muss mir einer erklären.
Und pass auf, jetzt kommt der Hammer: das Schlusslicht der CD, 'Flyineye', beginnt mit einem 'Lonely-Cowboy'-Rhythmus im Stil von Bonanza. Kein Witz. Kommt aber noch besser: unbemerkt wendet er sich in ein wirklich tolles Stück mit phantastischen Gesangslinien. Ebenso unbemerkt stossen elegante Gothic-Elemente hinzu, wieder durchbrochen durch Western-Breaks und der Song dreht sich wie ein Quirl, ist tanzbar (nicht schlagen, aber das stimmt und stört noch nicht mal), eingängig, und IMHO verdammt genial. 'Flyineye' könnte fast eine Entschädigung für die ganze CD sein, auch wenn der Track absolut nicht die Euphony-Trademarks beinhaltet und sich meine Beschreibung im Text sicherlich grausam anhoert. Beim vorletzten Song dachte ich noch: 'Die CD verkaufste wieder...', aber jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher.
Eins ist jedenfalls gewiss: ich werde dieser Scheibe noch paar Umdrehungen gönnen und ihr eine Chance geben. Die nächste werde ich aber gewiss nicht ohne vorher reinzuhören kaufen. Zu unmotiviert und gezwungen gehen die Norweger hier zur Sache. Wenn das durch Stilanbiederung der grosse Durchbruch werden sollte, ging sogar das gründlich in die Hose. Dazu noch diese trockene Produktion, die zu den stellenweise schon komplexen Harmonien einfach nicht so recht passen will.
Mein Tip für die Band: mal eine Weile die Füsse hochlegen, wieder Blut lecken, und die Songs einfach aus der Hand fliessen lassen. 10 Breaks, bloss weil man während der Komposition 10x nachgedacht hat, machen die Sau nicht fett.

Stefan Machwirth am 04.04.2004




Titelliste

01. Critical Mass
02. Python Zero
03. Zentinel
04. Magma
05. Birth Reverse
06. Needle
07. Plasma Pool
08. Fly In Eye


Erscheinungsjahr

2001


Label



Vergleichbarer Ohrenschmaus



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