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Darkthrone # Transylvanian Hunger (2)

Cover: Darkthrone # Transylvanian Hunger (2)

Es ist viel darüber diskutiert worden, worin die Essenz des Black Metal bestehen mag. Man wird auch zu keinem allgemein gültigen Ergebins kommen, wenn man diese Diskussion fortsetzte. Denn neben einer Reihe unumstößlicher Dinge und harter Fakten, spielt - wenn auch hintergründig - der persönliche Geschmack eine Rolle. Und sobald dieser ins Spiel kommt, ist jeder Streit von vornherein zwecklos. So wird man sich wohl auf einen Austausch von Meinungen beschränken müssen. Packte mich beim ersten Hören von 'Transilvanian Hunger' noch das blanke Entsetzen, bin ich mit der Zeit zur Überzeugung gelangt, daß dieses Album eine maßgebliche Rolle bei diesem Meinungsaustausch spielen könnte.
Jeder einzelne der sieben Titel auf diesem Album besteht aus wenigen, oft nur zwei oder drei simplen Gitarrenriffs, die sich ständig wiederholen und einem Schlagzeug, das einen monoton pulsierenden Rhythums vorgibt. Dazu kommt noch die heisere Stimme von Nocturno Culto, deren ungestümer und dreckiger Charakter die Musik adäquat unterstützt.
Im Verzichten auf jegliche Spielereien und der radikalen Einfachheit sehe ich die Hauptgründe für die beinahe unbeschreibliche Wirkung dieses Albums. In der Einförmigkeit verzerrt rauschender Gitarren wirkt jeder Beckenschlag wie ein Fausthieb, jedes der wenigen Breaks wie der Vorbote einer neuen Angriffswelle. Die einzelnen Stücke setzen ohne jede Einleitung abrupt ein und hören in improvisiertem Saitenmalrätieren wieder auf oder werden langsam ausgeblendet. Der Sound auf 'Transilvanian Hunger' ist äußerst primitiv und von gnadenlos beschränktem Dynamikumfang. Gerade ausreichend, um die einzelnen Instrumente voneinander unterscheiden zu können. In einem Wort: perfekt. Denn dieses Album ist keine Argumentationshilfe, es ist undifferenzierter Haß. Eigentlich bin ich eher ein Freund technisch anspruchsvoller und innovativer Musik, die auch nicht vor Genregrenzen halt macht. Doch der Faszination von 'Transilvanian Hunger' kann ich mich nicht entziehen. Dieses Werk bietet einen ungefilterten und authentischen Einblick in tiefe und doch naheliegende menschliche Abgründe.
Die Aufmachung der CD entspricht der Musik: schwarz-weiß, schnörkellos und primitv. Den Aufdruck 'Norsk Arisk Black Metal' dagegen halte ich nicht nur für verfehlt, sondern auch für überflüssig. Es war wohl nur der Versuch, das Album noch extremer wirken zu lassen. Doch bei diesem Inhalt wäre das nicht nötig gewesen.
Gesetzt den Fall, Black Metal ist der Ausdruck von uneingeschränkter Opposition gegenüber der Gesellschaft und ihrem Hang zum Hedonismus, Schönheitskult und Optimismus. Ihrer Tendenz zu Heuchelei, Selbstbetrug und Oberflächlichkeit. Dann ist 'Transilvanian Hunger' möglicherweise die Essenz des Black Metal, befreit von allem Zierrat, reduziert auf seinen innersten Kern. Häßlich, zerstörerisch und an niederste, ursprünglichste Instinkte appellierend. Ich kann nur jedem empfehlen, der sich mit Black Metal ernsthaft auseinander setzen willen, dieses Album zu kennen.

Deadleft am 04.04.2004




Titelliste

01. Transilvanian Hunger
02. Over Fjell Og Gjennom Torner
03. Skald Av Satans Sol
04. Slottet I Det Fjerne
05. Graven Takeheimens Saler
06. I En Hall Med Flesk Og Mjod
07. As Flittermice As Satans Spys
08. En As I Dype Skogen


Spielzeit

35:25 min


Erscheinungsjahr

1994


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Label



Vergleichbarer Ohrenschmaus



Splits mit Darkthrone



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