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Carpathian Forest # Strange Old Brew (2)

Cover: Carpathian Forest # Strange Old Brew (2)

Wie sehr doch Erwartung und Realität divergieren können! Im Vorfeld dieser Veröffentlichung, insbesondere auch in den großen Gesprächsrunden mit den Carpathian-Forest-Mitgliedern in einer nicht näher zu benennenden Metal-Gazette, war die Rede vom 'New album from one of the very last black metal bands in the scene - for diehard maniacs only' (O-Ton der Werbeanzeige von Avantgarde Music anno 2000). Unverholen und ohne jegliche negative Kritik pries man allerseits diese neuerliche 'Göttergabe' aus Norwegern an. Und irgendwie hatte das Album danach auch jeder, den ich kannte. Ich glaube aber, dass es nicht nur mir so ging - ich konnte mit einem Großteil der Lieder nichts, aber auch wirklich gar nichts anfangen. Bis zum heutigen Tage hat sich daran nichts geändert; weiterführend hat für mich die auf 'Strange Old Brew' dargebotene Musik gleichfalls wenig mit Black Metal zu tun. Aber dazu später mehr.
Was der wohl wichtigste, wenn vielleicht auch sehr nachvollziehbare Anlass für die meisten gewesen sein könnte, 'Strange Old Brew' so in den höchsten Tönen zu loben, ist vor allem der druckvolle und wuchtige Klang der Gitarren, der, mit entsprechender Lautstärken auf gutklassigen Stereoanlagen abgespielt, sicherlich verzückte. Meiner Meinung nach ist das aber auch schon das einzig Herausstechende an dieser Platte. Denn der Sound vertuschte sehr viel - nicht nur den leiernden, quakenden, kraftlosen Durchschnittsgesang Nattefrosts, sondern vor allem ließ er auch die abgedroschenen, einfallslosen und schlichtweg langweiligen Riffs, die massig vorhanden waren, im Sturm untergehen, zumal man die Tonlage von Lied zu Lied nur sehr selten abwandelte. Das Schlagzeug auf 'Strange Old Brew' ist hingegen mehr als drucklos: wird Blasbeat gespielt, vernimmt man meistens nur die Bleche und hintergründig ein wenig Gerumpel und Gepoltere. Die Snare und der Rest klingt einfach dumpf und wenig durchschlagskräftig. Eine alles andere als überzeugende Symbiose.
Auch in Punkto enthaltenem Liedgut bin ich völlig gegensätzlicher Meinung zu meinem Kollegen (1. Meinung zum Album s.o.). Das eröffnende 'Bloodcleansing' ist zu kurz, flacht nach dem guten Beginn zu schnell ab und hat einen beinahe abgehackten, miserablen Schluss, der die Spannung vollkommen herausnimmt und den Hörer im Regen stehen läßt. 'Mask of the Slave', 'Martyr / Sacrificulum' und 'The Suicide Song' sind überhaupt nichts Besonderes und nervten mich schon nach dem zweiten Durchlauf - und dass überhaupt irgend jemand das Intro, 'Theme from Nekromantikk' oder das bescheuerte 'The Good Old Enema Treatment' mehr als ein einziges Mal angehört hat, nehme ich ihm nicht ab.
Was bleibt dann schlußendlich noch groß übrig? 'Cloak of Midnight', doch da nerven die hohen Gitarrenleitmotive. 'He's Turning Blue' von der gleichnamigen EP, bei dem die Musiker schrecklicherweise wohl ihre Vorliebe für Punk Marke Exploited oder Dead Kennedys zu Herzen nahmen, sowie 'Thanathology' und 'Return of the Freezing Winds'. Zuletzt genannte waren und sind für mich die einzig gelungenen Stücke auf der Scheibe - weil sie eben eher im alten Carpathian-Forest-Stil gehalten waren bzw. noch aus dieser Zeit stammten. Doch nicht dass ihr mich falsch versteht: es lag beileibe nicht am neu eingeschlagenen Stil, sondern an der hapernden Umsetzung. Ich habe keine Problem damit, dass die Norweger nicht so archaisch und roh klingen wie auf den Demos oder der 'Through Chasm, Caves and Titan Woods'-MCD. Ein Verkürzen und 'Fetziger-machen' der Stücke sollte aber nicht gleichbedeutend sein mit einer Qualitätsminderung, die sie auch auf 'Morbid Fascination of Death' noch nicht überwinden konnten.
Hinzu kommt, wie bereits weiter oben angeschnitten, dass ich die Musik auf 'Strange Old Brew' sowieso nur höchst widerwillig Schwarzmetall titulieren kann. Dazu sind die Klänge bei weitem nicht scharfkantig, anspringend, die Harmonien nicht negativ und traurig genug. Außerdem rufen die Klänge keinerlei besondere Stimmung hervor - dieses 'Urgefühl', das beim Lauschen von 'Through Chasm...' entstand, fehlt völlig. Konträr zu der eigens gewählten Titulierung 'Misanthropic Black Metal', worunter ich nun doch eher Sachen wie Krieg oder Mütilation einordne (von deren harschen textlichen Ergüssen und hassgeifernden Klängen sind die eher gemäßigten Carpathian Forest ja meilenweit entfernt), ziehe ich somit eher die Bezeichnung 'angeschwärzter, punkiger Thrash mit Death Metal Sound und Black Metal Gekrächz' vor, was die Chose besser beschreiben dürfte, denke ich mal.
Dem gewillten Käufer ist also ein Reinhören vor dem Erwerben nur dringendst anzuraten, zumal die CD 'dank' des Vertriebs eh in jedem Müllermarkt erhältlich sein dürfte.

Herjulf am 03.04.2004




Titelliste

01. Intro ? Damnation Chant
02. Bloodcleansing
03. Mask Of The Slave
04. Martyr/Sacrificulum
05. Thanatology
06. The Suicide Song
07. House Of The Whipcord
08. Cloak Of Midnight
09. Return Of The Freezing Winds
10. Theme From Nekromantikk
11. The Good Old Enema Treatment
12. He's Turning Blue (bonus Track)


Spielzeit

40:00 min


Erscheinungsjahr

2000


Label



Vergleichbarer Ohrenschmaus



Konzerte/Festivals mit Carpathian Forest



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