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Musik und Mathematik

Meshuggah Tour 2008

Meshuggah, Trigger the Bloodshed, Liquid God

Ort: Hamburg / Logo
Datum: 01.09.2008


Die erste Support-Band Liquid God hatte ich zwar verpaßt aber pünklich zu meinem Eintreffen im Hamburger Logo bauten gerade die anheimelnd benamsten Trigger the Bloodshed ihre Instrumente auf. Etwa eine halbe Stunde lang gab es dann heftigen Death Metal mit einer gehörigen Portion Grind auf die Ohren. Das Tempo der Songs war beinahe durchgängig atemberaubend und auch der Sänger holte alles sich heraus. Das Publikum indes war am Anfang etwas verhalten, konnte dann aber durch den energiegeladenen Auftritt doch noch zum Mitmachen animiert werden. Für mich, der ich längere Zeit kein Konzert mehr besucht hatte, war der Auftritt ein schöner Wiedereinstieg in die Welt des Musiklärms.

In der Umbaupause, die sich über etwa 30 Minuten hinzog, wurde das Logo mit der Endlosschleife einer ebenso gefälligen wie einlullenden Popnummer beschallt. Selbige hatte ich zwar schon einmal gehört, den Titel konnte ich allerdings nicht identifizieren. Dem Sound nach zu urteilen, stammte das Werk wohl aus den 70er Jahren. Als Meshuggah endlich die Bühne betrat, war die Freude groß. Auch der Andrang vor der Bühne hatte im Vergleich zur Vorband zugenommen, so daß ich während des gesamten Auftritts meistens nur Sänger Jens Kidman zu Gesicht bekam. An dieser Stelle muß ich erwähnen, daß ich mit dem Gesamtwerk von Meshuggah nicht im Detail vertraut bin. Die folgenden 60 Minuten waren jedoch in jedem Fall ein reiner Genuß.

Die Musik von Meshuggah ist ohne Zweifel eine Offenbarung in Sachen Durchschlagskraft und Rhythmus. Live gerät die Musik jedoch zu einem überirdischen, ja unglaubwürdig klingendem Sound. Die Gitarren spielen die meiste Zeit keine Melodien, sondern spucken geradezu abrupt einsetzende und abbrechende Geräusche in seltsamem Takt. Gleichzeitig spielt das Schlagzeug in ehrfürchtiger Strenge in einer völlig eigenen Rhythmuswelt. Nur ganz selten treffen sich Gitarren und Schlagzeug und zeigen ganz kurz, daß sie doch irgendwie aufeinander hören. Dazu brüllt Jens Kidman kurze Satzfetzen; dem Anschein nach häufiger im Takt der Gitarren als dem des Schlagzeugs. Aber diese Unterscheidung spielt keine Rolle mehr. Es ist alles nur noch Chaos im Rhythmus vertrackter Mathematik.

Ich habe mehrmals versucht, den Takt von Schlagzeuger Tomas Haake mitzuzählen und es ist mir stellenweise sogar gelungen. Sobald man aber versucht, die Gitarren zu berücksichtigen, zerfällt das Gerüst. Ab und an spielen die Instrumente in seltener Eintracht, sogar über mehrere Takte hinweg. An diesen Stellen schwingen sich die Gitarren zu kurzen Soloeinsätzen hinauf. Dabei versuchen sie keineswegs, technische Unmöglichkeiten zu bewältigen. Vielmehr kreieren sie kleine, beinahe psychedelisch anmutende Figuren, die dem brutalen Sound etwas Mysteriöses und gänzlich Abgehobenes verleihen.

Zeitweise unglaubwürdig klingt das alles genau dann wenn man die Musiker nicht sehen kann. Jeder scheint in seiner eigenen Welt zu spielen, selten klingt die Musik rational nachvollziehbar oder - im eigentlichen Wortsinn - berechenbar. Dennoch bleibt am Ende der Eindruck als ob alle Rhythmen irgendwie doch in einer Gleichung aufgehen und schließlich Harmonie schaffen. Ganz zum Schluß spielten Meshuggah 'Future Breed Machine', ein absolut wahnwitziges Monster aus Rhythmus, Radiowecker-Alarmsounds und einem wunderschön entspanntem Mittelteil. Eine Zugabe wurde zwar eingefordert, wurde aber nicht gespielt. Vermutlich hätte das die Rhythmus-Gleichung wieder kaputt gemacht.

Deadleft am 22.09.2008




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