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Drogen, Blut und Langeweile

Black Metal Desecration 2008

Endstille, Darkened Nocturn Slaughtercult, Kill, Mor Dagor, Membaris, Paragon Belial, Lugubre, Gheestenland

Ort: Leeuwarden / Poppodium Romein
Datum: 24.05.2008


Ein Vorteil von Individualreisen ist, daß man seinen Urlaub gezielt mit Konzertterminen kombinieren kann. So gönnte ich mir über Fronleichnam ein verlängertes Wochenende am sonnigen holländischen Strand und fuhr am Samstag nach Leeuwarden, um dort an einem Konzert teilzunehmen. Nach einer flüchtigen Stadtbesichtigung und der Erkenntnis, daß holländische Frauen zwar schön aber alle irgendwie gleich aussehen und Leggins wieder im Kommen zu scheinen sein, eilte ich flugs in das Poppodium Romein. Dieses Gebäude war vormals eine Kirche, welche zu einem Konzertsaal/Theater umgebaut wurde. So bot der Innenraum genügend Platz für die Bühne und nach oben hin einen freien Bereich für die Beleuchtung. Auch einige Kirchenbänke verblieben im Saal, so daß man sich vom Getöse ausruhen konnte. Für knapp 18 Euro sollte es rund zehn Stunden Black Metal geben. Am Eingang stellte ich dann fest, daß die angekündigten Geist (ein Grund meines Kommens) aufgrund von Krankheit ausfielen und auch die Semi-Headliner Morrigan ersetzt wurden. Dafür eingesprungen sind Mor Dagor und Membaris.

Den Startschuß gaben Gheestenland aus den Niederlanden. Knapp zehn Minuten nach offiziellem Spielbeginn konnten sie mich mit ihrem rauhen und druckvollem Metal überzeugen. Mal schnell, mal melancholisch hatten sie eine gute Mischung von Stücken in der Hinterhand. Aufgrund von vergessenem Gehörschutz mußte ich dann zurück zum Auto und verpaßte somit den Rest des Auftritts, da sich das Gebäude im Stadtzentrum in einer schwer zugänglichen Passage befindet und der Weg zum Auto etwas länger dauerte. Pünktlich zur Pause war ich dann wieder zurück und wartete auf Lugubre. Irgendwie hatte ich im Kopf sie schon einmal gesehen zu haben, was aber nicht so war, wie sich später herausstellte. Dem Dargebotnem nach war das auch nicht weiter schlimm, denn es folgte dröger Black Metal ohne Akzente. Den gleichen Eindruck hatte wohl auch das Publikum, denn es regte sich kaum etwas. Sichtlich erbost darüber ließ der Sänger dann auch das Mikrofon am Ende des Auftrittes fallen und die Band verschwand im Nirgendwo. Ich ging in der Pause an die frische Luft, denn im Saal wurde allerhand Rau(s)chwerk konsumiert, was auch durch eine Vielzahl von ausliegenden Aschenbechern noch gefördert wurde (die allerdings keiner benutzte).
Bei Membaris waren kaum Personen im Saal anwesend - den Zurufen nach zu urteilen zumeist Deutsche. Die ansässigen Einwohner gingen nach den beiden lokalen Gruppen zu einem kurzen Abendmahl in die Stadt. Die Musik war eintöniger Metal bei dem für mich alles gleich klang. Unverständlicherweise wurde der Gruppe am Ende eine Zugabe gestattet, obwohl die Spielzeit aufgebraucht war und es sich musikalisch auch nicht rechtfertigen ließ. So zog sich das Stück zäh dahin und die Gruppe spielte fünf Minuten in die Pause. Alsdann folgte Paragon Belial, eine der drei Bands weswegen ich anwesend war. Zu Beginn gab es den obligatorischen 'Freßt Mutter Marias Scheiße' Spruch, allerdings auf Englisch wodurch er ein wenig komisch klang. Danach spielte die Gruppe routiniert ihre Stücke und mischte alte und neue Lieder. Da das Publikum immer noch recht lethargisch war, kam keine besondere Stimmung auf. Dafür waren nicht genügend Personen anwesend bzw. der Saal zu groß. Auch die Spielereien des Lichtazubis am projizierten Logo (Schneeeffekte, Überblendungen usw.) halfen nichts. Verglichen mit dem Auftritt in Oberhausen verkamen Paragon Belial hier zur reinen Vorgruppe ohne verdienten Applaus. Am Ende stimmten sie gerade zu einem neuen Lied an als es hieß, die Zeit wäre schon vorbei. Schade.

Darkened Nocturn Slaughtercult
Darkened Nocturn Slaughtercult



Diese Zeit hätte man getrost von Mor Dagor nehmen können. Langweiliger weil immer gleicher Black Metal der niemanden mehr hinterm Ofen hervor holt. Das Publikum sah das genau so und so verließ die Gruppe auch recht zerknirscht die Bühne. Als ich den Auftritt einmal so an mir vorbeiziehen ließ überlegte ich, ob das jetzt der 'deutsche Black Metal' ist den ich mal mochte. Früher, als ich jung und die Erde noch eine Scheibe war, gab es innovative Bands die experimentierten (jedoch oft auch schrecklich klangen) und somit neue Welten für sich und die Hörerschaft entdeckten. Heutzutage muß man solche Gruppen aus dem Wust der Gruppen herausfischen, die meinen die x-te Darkthrone-Kopie werden zu müssen. Ich nutzte jedenfalls die Zeit und schaute mir die (nach 20.00 Uhr leer gefegte) Stadt an und besuchte die umweit angesiedelte Kirmes. Die Einwohner der Stadt waren recht freundlich und zwangen einen ungefragt Gespräche auf, warum denn heute so viele 'schwarze Leute' herumlaufen und löcherten einen mit Zusatzfragen.
Zehn Minuten nach offiziellem Zeitplan kamen gegen neun Uhr die Schweden Kill auf die Bühne. Sie klangen schon etwas rauher und spielten nicht nur von Anfang bis Ende einen gleichklingenden Krach, sondern boten auch Abwechslung. Der mit fescher Kapuze ausgestattete Sänger bemühte sich das Publikum anzuheizen und es gab auch vereinzelte Personen die rhythmisch den Kopf bewegten, das Gros der Leute blieb aber ruhig stehen.

Als Co-Headliner statt den ferngebliebenen Morrigan fungierten Darkened Nocturn Slaughtercult, oder kurz nur D.N.S. Wie immer boten die deutschen eine gute Show in der viel Blut ins Publikum verspritzt wurde. Stolz zeigten die jüngeren Zuschauer später ihre blutverschmierten Gesichter, während die Fotografen das Weite suchten um die teure Technik zu schützen. Mit viel Elan und kraftvollen Stücken konnte D.N.S. einige im Publikum zum Headbangen animieren und war gemessen am Publikumszuspruch der Tagessieger unter den Gruppen. Nach knapp 40 Minuten war der Auftritt dann vorüber und es blieb keine Zeit für eine Zugabe.
Zum Schluß kam mit Endstille abermals eine deutsche Band auf die Bühne. Mit einigen Kriegsmelodien und eingespielten Samples wurde das ansonsten monotone Spiel der Gruppe untermalt. Warum das der Hauptakteur des Abends sein soll, kann ich mir nicht erklären. Vielen gefällt es, aber in der Halle wurde es zusehends leerer ob des langweiligen Krachs. Ich verabschiedete mich mental zwar schon am Anfang des Auftrittes, jetzt jedoch auch physisch aus dem Saal und begab mich zurück zu meinem Kampfwagen, um in der Terminologie von Endstille zu bleiben. Schließlich lag noch eine dreistündige Heimfahrt vor mir.
Rückblickend war es ein zähes Konzert mit nur wenigen Lichtblicken. Das Publikum war zahlenmäßig zu gering, um Stimmung in dem großen Saal aufkommen zu lassen - und die Musik hat es zumeist auch nicht gerechtfertigt. Ach ja: das neue Paragon Belial-Album gab es immer noch nicht.

Wehrmut am 25.05.2008


Videos:
Darkened Nocturn Slaughtercult # Follow the Calls for Battle
Darkened Nocturn Slaughtercult # Nocturnal March
Endstille # The One I Hate
Paragon Belial # Black Tears of Diabolical Rage
Paragon Belial # Shadow Grave


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