Tod und Verderben seit MCMXCVI! Suchen | Kontakt | Impressum
Kopfbild
Startseite | Konzertberichte | Bifrost Festival 2008

.:: True :: UnTrue ::.

» Schnellauswahl «
A B C D
E F G H
I J K L
M N O P
Q R S T
U V W X
Y Z Andere
Splits Sampler

Berichterstattung
  · Konzertberichte
  · Konzertfilme
  · Gesprńche
  · H÷ren & Sehen
  · Streitfńlle

V÷nger
  · Kommerz   · Personal
  · Marschmusik
  · Selbstdarstellung
  · Familienalbum
  · Karriere

» Schnellsuche «

Fre├čt Mutter Marias Schei├če, ihr Techniker!

Bifrost Festival 2008

Grabak, Paragon Belial, Tavaron, Cerberus, Gargantum, Impurety

Ort: Oberhausen / Helvete
Datum: 22.03.2008


Nach langer Konzertabstinenz war es wieder an der Zeit, die Ohren mit Live-Musik zu verw├Âhnen. Dazu wurde das Bifrost Festival in Oberhausen auserkoren, an dem neben einigen von mir bekannten Musikkappellen auch Paragon Belial teilnahmen, deren Album 'Hordes of the Darklands' ich seit langem in Ehren halte. Bei ├Âsterlichen Minusgraden betrat ich p├╝nktlich und f├╝r zehn Euro die Lokalit├Ąt in Oberhausen. Es offenbarte sich mir ein gro├čz├╝giger Pub mit Billard und Fu├čballkicker. Der Konzertsaal befand sich im Keller des Wohnhauses und war f├╝r die Gr├Â├če angemessen.
Wie schon traurige Regelm├Ą├čigkeit, so begann auch hier das Konzert zirka eine Stunde versp├Ątet. Die erste Gruppe Impurety wollten sp├Ąter anfangen, da nur wenig Publikum anwesend war. Durch diese Quengelei zog sich der Beginn bis 20.00 Uhr hin und kostete die nachfolgenden Gruppen Spielzeit. Als sie dann loslegten, spielten die Jungs ein szenetypisches Gemenge aus vorwiegend Black Metal, jedoch ohne sonderliche Akzente zu hinterlassen. Gleiches galt auch f├╝r die darauffolgenden Gargantum. Diese waren etwas h├Ąrter in der Spielart, jedoch konnten sie das Publikum, welches sich nicht sonderlich vermehrt hatte, nicht zum Headbangen animieren. Zwar wurden provokativ zwei frisch geschlachtete Tiersch├Ądel pr├Ąsentiert um die Stimmung zu heben, allerdings war die Musik nur Durchschnitt.
Die durch den verz├Âgerten Anfang entstandene Zeitnot wurde dadurch beglichen, da├č bei den kommenden Gruppen - welche technisch um L├Ąngen besser waren - gek├╝rzt wurde. Im Schnitt mu├čten 2-3 St├╝cke pro Band entfallen damit der urspr├╝ngliche Zeitplan ann├Ąhernd eingehalten werden konnte. So erging es auch Cerberus, die zu Beginn auch noch technische Probleme mit dem Sound hatten. Sie k├╝rzten ihre Setlist um vier St├╝cke und spielten nur noch rund 30 Minuten - wogegen sich die vorigen und nachfolgenden Gruppen zuweilen auf knapp 50 Minuten ausdehnen konnten. Nachdem einer der drei Techniker hinterm Pult es geschafft hatte, auch das zweite Mikrofon in Gang zu setzen, konnte die Gruppe anfangen. Seit meinem letzten Konzert mit der Gruppe hatte sich ein zweiter S├Ąnger hinzugesellt, allerdings fehlte hier das Cello, welches neuerdings auch zur Band geh├Ârt. Nichtsdestotrotz bestritt Cerberus das Konzert in routinierter Weise und konnte mit dem variablen, teils emotional wehklagendem Gesang zumindest Teile der Besucher begeistern. Von den etwa 130 Personen zogen es die meisten vor, lieber in der Kneipe zu Saufen. Im Saal waren dann maximal 50 Leute, wobei viele davon auch die Musiker selbst oder deren Freunde waren.

Paragon Belial
Paragon Belial



Um 23.00 Uhr folgte die vierte Gruppe des Abends: Tavaron. Ihre Marketingstrategie beruhte auf der Wirkung von Blut (oder ├Ąhnlichen Fl├╝ssigkeiten). Die Bandshirts sind wei├č mit Blut, die Internetseite sowie die Texte schwimmen auch darin und der S├Ąnger besudelte sich w├Ąhrend des Auftritts mit demselben. Von der 2004er CD 'Suizid' war mir die Musik schon bekannt, allerdings ist sie dort etwas langsamer als auf dem Konzert. Die neuen St├╝cke handeln denn auch von Schmerz, Tod und allerlei Torturen. Die ersten Headbanger trauten sich dann auch vor die B├╝hne und kreisten das Haupt zu den teils schleppenden, teils schnellen Elementen der St├╝cke. W├Ąhrend des Abends filmten zum Teil drei Kameras die Auftritte der Bands. Daraus soll dann eine Dokumentation entstehen, welche mit den Klischees der Szene aufr├Ąumt. Zumindest hatten auch sie Probleme mit der kargen Beleuchtung der B├╝hne. Die Scheinwerfer waren ├╝ber den K├Âpfen der Musiker angebracht, wodurch nur das Schlagzeug gut ausgeleuchtet werden konnte (h├Ątte man es denn gemacht) und die Musiker am B├╝hnenrand blieben im Dunkeln stehen. Die Kameraleute hatten dann ein selbst mitgebrachtes kleines Spotlicht aufgestellt, um filmen und fotografieren zu k├Ânnen. Mir blieb nur ├╝brig am Spotlicht zu schmarotzen oder die Musiker mit meinem Blitzlicht zu bet├Ąuben...
Nun kamen Paragon Belial auf die B├╝hne. Wie schon eingangs erw├Ąhnt, der eigentliche Grund meines Kommens. Die ersten Minuten auf der B├╝hne wurden damit verbracht, da├č immer wieder die Techniker angetrottet kamen und meinten, die Ba├čgitarre w├Ąre zu laut und da├č sich die Anwohner schon beschwert hatten und die Polizei vor der T├╝r stehe. Das mu├č dann aber schon durch die Gruppen davor verursacht worden sein, denn Paragon Belial hatten noch kein einziges St├╝ck gespielt. Nach jedem Zur├╝ckdrehen der Regler kam der Techniker zur├╝ck und wollte noch mehr abgeregelt wissen, so da├č am Ende die Ba├čgitarre auf halber Lautst├Ąrke und ohne B├Ąsse lief. Vielleicht lag es auch subjektiv daran, da├č Paragon Belial einen anderen Verst├Ąrker benutzten. Ver├Ąrgert, jedoch mit stoischer Ruhe und Galgenhumor nahm es S├Ąnger Andras hin und begann das Konzert mit dem Schlachtruf der letzten CD: 'Fre├čt Mutter Marias Schei├če!'. Mit Titel wie 'Black Tears of diabolical Rage' und 'Coming of a new Dynasty' vom ersten Album konnte die Truppe nicht nur mitgebrachte Fans aus dem 'Darkened Nocturn Slaughtercult'-Dunstkreis begeistern, sondern auch noch einige der zu so sp├Ąter Stunde ├╝brig gebliebenen Besucher. Der rauhe und doch eing├Ąngige Sound der St├╝cke ├╝bertrug die Atmosph├Ąre des alten Black Metals in den Raum - allerdings ohne die Langeweile von monotonen 'Oldschool'-Alben. Auch die Lieder des kommenden Albums klangen ├Ąhnlich, wobei meiner Meinung nach nicht ganz so rotzig wie das alte Material. Die Gruppe k├Ânnte man aufgrund ihrer Existenz seit 1994 schon zu einer Allstar-Band z├Ąhlen, wenn man sich dazu auch die anderen Projekte bzw. ehemaligen Bands der Mitglieder ansieht: Bethlehem, Shining, Kadathorn, DNS. F├╝r mich die beste Band des Abends und auch musikalisch eine gute Umsetzung der CD. Leider mu├čten auch sie einige St├╝cke entfallen lassen, um den verkorksten Spielplan einzuhalten. Zum Schlu├č gab es mit 'Necromancer of the dark Valley' jedoch noch eine w├╝rdige Zugabe.
Den Schlu├č vor fast leerem Saal machten Grabak. W├Ąhrend man bei anderen Gruppen zum Teil alle Instrumente heraush├Âren konnte, verschlechterte sich der Sound zum Ende des Konzertabends hin zusehends. Mitunter konnte man den Gesang von Grabak gar nicht mehr vernehmen und die Instrumente vermischten sich zu einem Black Metal-Klangbrei. Aber auch hier galt: Professionalit├Ąt obsiegt und so wurde der Auftritt routiniert dargeboten. Die Headliner wollten gerne noch mehr von ihrem Grunz-Kreisch-Metal unters Volk bringen, aber um 2.00 Uhr wurde das Konzert dann vom Veranstalter beendet.
So bleibt denn die Erkenntnis, da├č das Helvete im Inneren ein gut strukturierter Klub f├╝r Metalabende ist, aber bei der Licht- und Technikausstattung einiges im Argen liegt. Die Bands sind jedenfalls um einiges an Erfahrung reicher und ich bin ohne neues Paragon Belial-Album nach Hause - weil das erst im Mai erscheint.

Wehrmut am 24.03.2008




::: zur Galerie (60 Bilder) :::


.:: zurŘck :: nach oben ::.


» Lies dies! «

» Kauf mich «

» Deine Karriere «

© 1996-2019 Vönger
erstellt durch dunkelland - metalArt
Unser RSS-Feed Get Firefox