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Sanfte Melodien und komische Leute

ZwischenWelten 6

Dornenreich, Tenhi, Die Apokalyptischen Reiter, Samsas Traum, Neun Welten, Spiritual Front

Ort: Koblenz / Festung Ehrenbreitstein
Datum: 08.09.2007


An einem leicht bedeckten aber angenehmen Septembertag fand auf der Festung Ehrenbreitstein am Deutschen Eck in Koblenz ein Konzert statt, welches vor allem Anh├Ąnger der ruhigen T├Âne anzog. In sch├Ânem Ambiente auf der stattlichen Festung trafen sich an diesem Tage Metaller aller Couleur: vom Black & Folk Metaller ├╝ber Gothics und Normalb├╝rger bis hin zu obskur gekleideten Uniformierten oder Personen, die auch ein BDSM-Studio betreiben k├Ânnten, war alles vertreten.
Direkt nach dem Eingang wurde man auch schon durch einen gro├čen Bereich mit Shishas begr├╝├čt, an dem sich interessierte Festivalbesucher niederlassen und ihrem Rausch fr├Ânen konnten. Neben diversen Merchandisest├Ąnden gab es auch einige L├Ąden mit Dekowaffen, Esoterik-Klimbim und sogar die Greenpeace-Leute waren anwesend. Des weiteren befanden sich zwei St├Ąnde mit E├čbarem auf dem Gel├Ąnde, die ihre Ware zu satten Preisen feilboten (Steak mit Br├Âtchen f├╝r vier Euro; Ketchup oder Senf kosteten dann noch einmal 50 Cent extra). Die B├╝hne befand sich im hinteren Teil des Burggrabens, umrahmt von hohen Festungsmauern die verbunden mit der Wiese davor f├╝r angenehme Atmosph├Ąre sorgten.

P├╝nktlich um 16.30 Uhr fing die erste Gruppe des Tages an: Neun Welten. Die Deutschen spielen ├╝berwiegend Instrumentalmusik mit nur wenig Gesangpassagen. Die sympathischen Musiker verzauberten das anwesende Publikum mit besinnlichen Melodien und durch die beiden Frontfrauen gab es auch etwas f├╝rs Auge. Erfreulich war da├č der Sound gut abgemischt wurde, was eventuell an dem Party.San Mensch am Mischpult lag. Auch so rannten auffallend viele Personen im Party.San-Crew Pulli ├╝ber das Gel├Ąnde. Au├čerdem konnte man auch ohne Ohrst├Âpsel die Musik genie├čen, denn die Instrumente spielten in einer angenehmen Lautst├Ąrke. Nach viel zu schnellen 50 Minuten war die festgelegte Zeit f├╝r Neun Welten vor├╝ber und mir kam es gar nicht so vor, als h├Ątten sie schon so lange gespielt.
In der Pause zur n├Ąchsten Gruppe wurde auf der B├╝hnenleinwand eine DVD abgespielt, die sich als 1962er Schmonzette 'Mamma Roma' entpuppte. Der Film wurde auch w├Ąhrend des Auftritts von Spiritual Front fortgesetzt, so da├č man durchaus davon ausgehen kann, da├č er zur Show dazugeh├Ârte. Musikalisch bot die Gruppe nichts, was mich interessiert h├Ątte. Eing├Ąngige Rockmelodien mit einigen s├╝damerikanischen Rhythmen ('nihilist catchy ballads for heartbreaker nihilist youth'). Unangenehm aufgefallen sind die h├Ąufigen und teils lauten Knackser im Ton, als w├╝rde irgendwo ein schlechter Kontakt in der Verkabelung vorliegen.

Tenhi
Tenhi



Kurz nach sieben Uhr war es dann endlich soweit und Tenhi kamen auf die B├╝hne. Schon lange wollte ich die Finnen live sehen und sie waren auch der Hauptgrund zum Besuch dieses Konzerts. Auf der B├╝hne versammelten sich nunmehr f├╝nf Personen mit ihren Instrumenten - dazu z├Ąhlten vier Gitarren und eine Violine. Leider gab es einige Mitmenschen die wohl aus einem Mix von Langeweile und Alkohol versuchen mu├čten, die Stimmung zu untergraben und so durch laute und sinnfreie Gespr├Ąche die Darbietung von Tenhi st├Ârten. Au├čerdem habe ich f├╝r mich festgestellt, da├č man auf einem normalen Konzert diese Art von Musik nicht richtig genie├čen kann. Man braucht vollkommene Ruhe um einen herum, dazu eine entspannte K├Ârperposition und keine weitere Ablenkung. In diesem Sinne w├Ąre es ideal gewesen, Tenhi in einem bequemen Relax-Sessel zu h├Âren und nebenbei die Augen schlie├čen zu k├Ânnen und nicht wie auf einem normalen Konzert vor der B├╝hne zu stehen und Nebenger├Ąusche herausfiltern zu m├╝ssen. So gut der Auftritt auch war, aber so richtig konnte man sich nicht auf die Sch├Ânheit der Musik konzentrieren. Ein weiteres Manko war die kleine Besetzung, da man doch bei manchen Liedern das Schlagzeug oder ein Klavier vermi├čte. Am Ende gab es langen Applaus vom Publikum was meiner Ansicht nach vollkommen gerechtfertigt war, wenn man das Schaffen von Tenhi betrachtet.
Die Security war w├Ąhrend des bisherigen Konzerts eher gelangweilt, da die H├Ârerschaft keinerlei Anstallte machte, irgendwelche Probleme zu bereiten. In der Umbaupause wurde vom Veranstalter verk├╝ndet, da├č dies wohl das letzte ZwischenWelten sein wird, was auf rege Unmutsbekunden traf. Die Stimmung besserte sich etwas, als in der Umbaupause St├╝cke aus Monty Python-Filmen und die Melodien von Biene Maja und Heidi abgespielt wurden - sehr zur Belustigung der Security und Sanit├Ąter, da die 'b├Âsen' Metaller sowohl textsicher waren als auch lauthals mitsangen. Danach wurden auf der Leinwand Road Runner & Wile E. Coyote-Filmchen gezeigt, welche auch auf gro├čes Interesse trafen.

Nach all diesen besinnlichen Stunden kam mit den Apokalyptischen Reitern um einiges mehr Stimmung und Lautst├Ąrke auf die B├╝hne. Der in Lederh├Âschen und -maske gekleidete Dr. Pest wurde vorsichtshalber in einen Metallk├Ąfig gesperrt, in dem er wild um sich peitschen durfte. ├ťber eine Stunde lang konnten sich die Reiter auf der B├╝hne austoben und taten dies auch nach vollem Herzen. Verglichen mit dem Auftritt auf dem Party.San, wo sie vornehmlich den alten Zeiten huldigten, konnten sie bei diesem Konzert ihre 'Gute-Laune-Musik' darbieten. Die Fans brachte dies immer mehr in Fahrt, so da├č die Security Probleme hatte, die Absperrgitter an Ort und Stelle zu halten. Es wurde tatkr├Ąftig mitgesungen und die K├Ârper bewegten sich im Takt der Musik. Einige besonders laute (und zudem ansehnliche) junge Damen wurden dann auch noch auf die B├╝hne komplimentiert und von Eumel/Fuchs umworben. Neben der Feuerspuckerei durften nat├╝rlich auch die gro├čen Luftballons f├╝rs Publikum nicht fehlen. Unumg├Ąnglich war auch das Spielen von 'Dschingis Khan' als letzte Zugabe.
Gegen 22.15 Uhr folgten Samsas Traum und ich war froh, da├č ich noch die Ohrenst├Âpsel von den Reitern im Geh├Ârgang hatte. Mir bleibt es unerkl├Ąrlich, wie man diesen Schund anh├Âren kann. Die Stimme des S├Ąngers ist so ausdruckslos wie eine Scheibe Gesichtswurst, die Musik m├Âchte ich mal als Elektro-Pop bezeichnen und die Texte bewegen sich irgendwo zwischen Liebesschnulzen und Eisregentexten auf FSK 12-Niveau. Allerdings befanden sich eine Menge Anh├Ąnger im Publikum, so da├č am Ende leider (in meinen Augen) mehrere Zugaben gespielt wurden.
P├╝nktlich zu Mitternacht standen dann die zwei Mannen von Dornenreich auf der B├╝hne. Im Vergleich zu den vorigen Musikgruppen, wo man auf standardisierten Nebel zur├╝ckgriff, wurde hier s├Ąckeweise Trockeneis benutzt, um den B├╝hnenboden zu bedecken. Dornenreich spielten viele St├╝cke ihrer neuen Scheibe 'In Luft geritzt' die man so nicht kannte. Ich war vom Auftritt ein wenig entt├Ąuscht, denn die Stimmung der Alben konnte man nicht sp├╝ren was auch am d├╝nnen Sound lag: Die Instrumentierung bestand nur aus einer Gitarre, einer Violine und einer Fu├čschelle. Nach einigen Liedern bin ich dann gegangen, denn die Musik von Dornenreich konnte ich mir in besserer Qualit├Ąt auch auf einem Album anh├Âren.

Was bleibt ist die Erkenntnis, da├č man Gruppen wie Tenhi und Dornenreich (soweit sie nicht mit gro├čem Orchester kommen) besser in Ruhe zu Hause in entspannter Atmosph├Ąre anh├Âren sollte. Das ZwischenWelten-Konzert an sich war sehr angenehm - sowohl vom Ambiente in der Burg als auch (gr├Â├čtenteils) von der Bandauswahl. Die Prophecy-Bands (Dornenreich, Tenhi, Neun Welten) hatten hohes k├╝nstlerisches Niveau und Die Apokalyptischen Reiten sind allemal ein Garant f├╝r gute Unterhaltung. Wenn es denn das letzte ZwischenWelten gewesen sein sollte, geht zumindest ein au├čergew├Âhnliches Erlebnis zu Ende.
Durch einen Ausfall meiner Digitalkamera konnte ich leider auch nicht so viele Fotos machen, wie ich vorgehabt hatte. Die nur zuf├Ąllig mitgebrachte alte Analogkamera vermochte zumindest einige Impressionen auf Papier zu bannen.

Wehrmut am 16.09.2007




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