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Metal ist kein Kindergarten

Party.San Open Air XIII

Kreator, Gorgoroth, Merciless, Secrets Of The Moon, Dying Fetus, Pentacle, Disaster K.F.W., Immolation, Die Apokalyptischen Reiter, Bewitched, Vader, Belphegor, Equilibrium, Red Harvest, Cliteater, Korades, Lay Down Rotten, Malevolent Creation, Asphyx, Korpiklaani, Grave, Primordial, Melechesh, Haemorrhage, Black Dahlia Murder, Leng Tch'e, Interment

Ort: Bad Berka / Flugplatzwiese
Datum: 09.08.2007 bis 11.08.2007


Mittwoch
Wie jedes Jahr galt es auch diesmal, Anfang August genügend Urlaub zu nehmen, um dem XIII. Party.San beiwohnen zu können. Die Fachmänner für Wetterprognosen konnten sich im Vorfeld nicht so recht einigen, ob und wann es regnen sollte, so daß die Vorbereitung beide Möglichkeiten berücksichtigen mußte. Dementsprechend voll war auch das Fahrzeug, als selbiges dann am Mittwoch an der PSOA-Wiese in Bad Berka ankam. Mittwoch ist zwar erst der Tag vor dem Tag des inoffiziellen Beginns des Zwei-Tage-Festivals am Freitag, jedoch üblicherweise schon der Anreisetag vieler Besucher. Einige kommen (mehr oder weniger) direkt aus Wacken, besuchen das Party.San und fahren dann weiter zum Summer Breeze. Andere machen halt einfach noch einen Tag in Ruhe Urlaub vor dem Krawall der anstehenden Musikdarbietungen - so auch wir.
Die Kontrolle am Eingang gestaltete sich wie immer unkompliziert da wir keine Glasartikel mitführten und die Security wie immer freundlich war. Auffallend diesmal allerdings, daß zum ersten Mal schon bei der Einfahrt nach einer vorhanden Karte gefragt wurde. Dies ist auf die verschärften Richtlinien seitens der Organisatoren (nur Leute mit Karte auf dem Zeltplatz) zurückzuführen. Bei angenehmen 20°C aber minder schönem Nieselregel vollzog sich der Aufbau von Pavillon, Zelt, Wind- und Regenschutz entsprechend schnell, so daß man dann am Nachmittag entspannt die Beine hochlegen konnte.


Donnerstag
Nach einem großzügigen Frühstück aus den Verpflegungsbeuteln des Party.San-Caterings, begutachteten wir die Wege im Gelände. Durch den Regen der Nacht sowie die anrückenden Fankolonnen hatten sich die Feldwege nunmehr in Schlammtümpel gewandelt, die schon erste Opfer gefordert hatten (festgefahrene Wagen; völlig verdreckte Autos an den Wegen etc.). Allmählich wurden diese Moloche mit Stroh aufgefüllt, so daß sich die Situation zumindest nicht weiter verschlechterte.
Die Zeit verstrich wie im Flug, bis dann pünktlich 20.00 Uhr die Lokalhelden und langjährige Party.Saner Disaster K.F.W. das Festival eröffneten. Genauso pünktlich war dann auch der Regenschauer, welcher zeitgleich mit dem Festivalbeginn einsetzte. Schlecht für die Band, denn schlagartig liefen die Zuschauer unter regengeschützte Stände. Einige kehrten dann mit wasserfester Kleidung zurück und bejubelten den Death/Thrash Metal. Skel am Schlagzeug war wie immer ein Augen- und Ohrenschmaus und die Menge war befriedigt. Ich fühlte mich genötigt, den anderen zu einer Äppelwoi-Verkostung eines Freundes zu folgen, so daß wir der Musik von Disaster K.F.W. nur noch aus der Ferne folgten. Nachdem wir dann die ersten Klänge von Pentacle hörten, waren wir schon aus den Stühlen aufgestanden und abmarschbereit, als wie aus dem Nichts ein heftiger Platzregen einsetzte. So gaben wir uns mädchenhaft und blieben lieber noch unter dem Pavillon in Sicherheit. Währendessen hörten wir den Pentacle-Sänger fluchen, da er wohl mit dem Wetter und der damit verbundenen geringer Zuschauerzahl nicht so recht zufrieden war - verständlicherweise. Nachdem sich das Regen auf ein erträgliches Maß reduziert hatte, wateten wir durch den Schlamm zurück zum Festivalgelände. Dort angekommen lauschten wir noch den restlichen Klängen von Pentacle. Leider war ihr Sound mit nur zwei Gitarren etwas schwach und auf einer kleineren Bühne habe ich sie auch schon besser erlebt. Die Band hatte trotzdem sichtlich Spaß und brachte das auch rüber, aber mit nur drei Mann auf der großen Bühne fiel es ihnen ein wenig schwer.
Alsdann folgte der für viele eigentliche Headliner des Donnerstages: Dying Fetus. Trotz des Regens waren viele Fans zugegen und bejubelten die Amerikaner. Die kraftvollen Stimmen und die ganze Art der Musik waren nicht nur auf einem Tonträger gut, sondern auch Live konnte Dying Fetus diese Mischung hervorragend umsetzen. So war es denn auch für uns nur folgerichtig, daß wir die nachfolgenden Bands nicht weiter abwarteten und zum Zeltlager zurückkehrten. Secrets of the Moon sind für mich Live nicht erträglich wegen der viel zu komplexen Spielweise und Merciless ist nichts für meine Ohren. Auch andere sahen das wohl so, denn als ich für die Konzertfotos kurz zurückkam, waren im Regen nur einige Fans verblieben und harrten dem Ende des ersten (inoffiziellen) Festivaltages entgegen. Danach verschwanden sie dann wie viele andere auch und zudem allabendlich im Partyzelt, bis sie dann am frühen Morgen sternhagelvoll der Sonne entgegentorkelten (sofern man bei dem Wetter eine Sonne erkennen konnte).

Die Apokalyptischen Reiter
Die Apokalyptischen Reiter



Freitag
Aufgrund des schlechten Untergrundes hatte sich natürlich auch die Situation mit den Festivaltoiletten verschärft. Nicht nur daß die Klos, die voll waren, nicht abgepumpt werden konnten; nein, auch die, wo freundliche Mitmenschen den Rand verfehlten, konnten nicht gesäubert werden. So mußte man auf die zusätzlich aufgestellten Dixis in der Nähe des Eingangs ausweichen. Nachdem nunmehr sämtliche Anfahrtswege und der Festivalplatz ihr Grün verloren hatten, gab es natürlich auch schon die ersten "lustigen" Leute, die sich spärlich bekleidet freiwillig im Dreck suhlten.
Den Anfang am Freitag machten Lay Down Rotten und Korades, bei deren Hardcore Death Metal wir es vorzogen, warme Getränke zu konsumieren um dann bei den folgenden Cliteater gestärkt zu sein.
Bei gängigem Wetter füllte sich der Festivalplatz langsam mit Anhängern des brutalen Grindcore. Lustig anzuschauen war es allemal und die Menge in den vordersten Reihen schüttelte kräftig das Haar zur Musik. Die Niederländer heizten der Menge gut ein, so daß es danach Red Harvest schwer hatte, das Niveau zu halten. Mit der Mischung aus Black Metal mit Industrial-Einflüssen ("Psycho-Industrial-Death-Black-Metal") konnten sie die Festivalbesucher nur schwer begeistern. Ich hatte sie schon auf der Tour mit Mayhem gesehen und da haben sie mir deutlich besser gefallen, da sie damals zusätzliches Schlagwerk benutzten. Diesmal beschränkte es sich auf ein anders abgestimmtes Schlagzeug und härtere Klänge vom Keyboard. Danach kam mit Equilibrium etwas völlig anderes. Die deutsche Gruppe spaltet mir ihrer Musik die Gemüter: Für die einen sind sie spitze, die anderen sehen es als Ausverkauf an. Dementsprechend war dann auch die Fanmeile vor der Bühne in heller Begeisterung, während die Personen im hinteren Bereich die enthusiastische Ein-Mann-Show des Sängers eher nur zur Kenntnis nahmen. Wir gingen zurück zum Basiscamp um uns zu stärken und uns auf den Auftritt von Belphegor vorzubereiten.
Das Stück Grillfleisch noch im Mund habend mußten wir mit unseren eigenen Ohren hören, daß Belphegor schon anfingen zu spielen. Laut Ablaufplan sollten sie dies aber erst in 15 Minuten machen, jetzt war es jedoch 18.30 Uhr. Anscheinend war das Party.San-Gelände in einer anderen Zeitzone gelandet oder jemand konnte wieder nicht verstehen, was mit "dreiviertel sieben" gemeint war. Wer hier die Zeit eingebüßt hat weiß man nicht mehr, jedenfalls waren am Ende des Tages die Anfangszeiten wieder in Ordnung. Also eilten wir mit dem Essen in der Hand zur Bühne, um nicht noch mehr zu verpassen. Die Österreicher spielten souverän ihr Material und konnten viele Fans begeistern. Allerdings waren die Instrumente nicht sonderlich gut auf Black Metal abgemischt, so daß der Sound stellenweise nicht so recht überzeugen konnte.
Danach folgten Vader, die wie immer ihr Liedgut in gewohnt professioneller aber wenig engagierter Weise darboten (mal von den durch den Ventilator wehenden Haaren des Gitarristen abgesehen). Einige treue Fans schwenkten nichtsdestotrotz ohne Unterlaß eine polnische Flagge vor der Bühne. Danach nahmen sich Bewitched das Recht heraus, eine 30 minütige Aufbaupause zu beanspruchen. Diese Unterbrechung nutzten einige Festivalteilnehmer, um mit dem ausgebreiteten Stroh eine kleine Schlacht anzuzetteln. Musikalisch war der längere Aufbau jedoch nicht zu rechtfertigen, denn die Musik war eine langweilige und zähe Mischung aus Black/Thrash Metal und Motörhead (unverkennbar auch am Äußeren des Sängers feststellbar). Wir ließen es über uns ergehen, denn alsbald sollten Die Apokalyptischen Reiter folgen.
Schon im Vorfeld wurde gesagt, daß DAR nur alte Sachen spielen werden - um so größer war natürlich unsere Freude, denn die neuen Alben sind ja nicht mehr vergleichbar mit dem Metal der früheren Zeiten. Bergab ging es, nachdem Skel die Band verlassen hatte. Danach hörte man den Alben an, daß die Band nicht mehr Spaß am Metal hatte, sondern vielmehr Spaß am Experimentieren und dem Vortragen Stücke. Eine andere Art von Metal, aber nicht mehr das, wie es früher einmal klang. Demzufolge war die Erwartung groß und auch die Hoffnung, daß sie Skel auf die Bühne holen, denn Disaster K.F.W. spielte ja auch und Skel war auf dem Gelände (meist am Bierausschank). Als dann eine in weiß gekleidete Frau auf der Bühne theatralisch herumtänzelte und sich dann befummeln ließ, war die Skepsis nicht gerade verschwunden. Dann kamen jedoch die Reiter heraus und begannen zu spielen. Allerdings konnte während des gesamten ersten Liedes eine Gitarre nicht zugeschalten werden und es erklangen immerfort gräßliche Störgeräusche, wenn die Techniker den Fehler beheben wollten. Nachdem das Stück vorüber war, stürzte Fuchs/Eumel auch wutentbrannt an die Bühnenseite und gab Schimpfwörter von sich, die hier keine Erwähnung finden sollen. Er hatte zwar sein Mikrophon abgestellt, aber auch so konnte man sein Geschrei bis in die Zuschauermassen hören. Anfangs war es noch ein wenig ungewohnt, die alten Schreipassagen von jemand anderem als Skel zu hören, aber da die Stücke sowieso nicht 100%-ig den Originalen entsprachen, gewöhnte man sich daran. Es war angenehm die Klassiker wieder im Ohr zu haben und wohl auch weil dies einmalig war/bleibt, wurde das ganze für die Nachwelt aufgezeichnet - so zumindest habe ich Fuchs' Ansagen verstanden. Dr. Pest am Tasteninstrument war wie immer etwas deplaziert als er versuchte, mit seinem Gehstock Stimmung zu machen - aber dafür lieben wir ihn ja. Allerdings konnte die Gruppe es nicht lassen, ihren derzeitigen Status als "Spaßband" abzulegen und so ließen sie übergroße blaue Bälle ins Publikum werfen, die dann herumschwirrten bis sie endlich platzten. Dann wurde ein Sarg auf die Bühne geschoben und zu "Dostulata" entstieg Skel. Er sang mehrere Stücke in vorderster Front und so konnte man endlich wieder die alte Schreistimme von ihm hören. Am Ende waren dann sowohl die Leute auf als auch vor der Bühne glücklich. Für mich nicht der beste Auftritt von DAR, aber seit langem wieder einer, der sich gelohnt hatte.
Die darauf folgenden Immolation ersparten wir uns, genauso wie Kreator. Nur aus der Ferne hörten wir die dummen Sprüche und soweit wir das sahen, spielten Kreator auch 30min kürzer als im Plan vorgesehen.


Samstag
Der Tag begann, wie der letzte aufhörte: bedeckt und leicht nass. Gut bedient war der, der Gummistiefel mitgebracht hatte, alle anderen durften sich nach dem Festival auf einen ausgiebigen Schuhputzmarathon einstellen. Nach einem kurzen Intermezzo bei den Death Metallern von Immolation haben wir die Präsentation von Leng Tch?e (Death/Grind) und Black Dahlia Murder (Death/Hardcore) wegen Desinteresses sausen lassen.
Haemorrhage haben dann vor der eigentlichen Spielzeit angefangen, so dass wir nicht pünktlich auf dem Festivalgelände waren. Den Rest des Auftritts haben wir allerdings genossen, denn die Gruppe ist immer schön anzusehen und auch die Musik sowie die Aktionen auf der Bühne sind empfehlenswert. In diesem Sinne: Apology for Pathology!
Reges Interesse unsererseits kam Melechesh zugute, eine Black Metal Band aus Israel. Während einige den rauen und traditionellen Stil der Gruppe schätzen, waren andere eher gelangweilt. Die Musiker versuchten ihr Material umzusetzen, jedoch kam beim Publikum keine richtige Jubelstimmung herauf. Anders war dies bei den darauf folgenden Primordial. Die Iren waren für Cephalic Carnage eingesprungen, die kurzerhand den Auftritt wegen eines besseren Angebotes abgesagt hatten. Man kann nicht behaupten, dass Primordial Musik für eine große Masse macht, aber treue Fans hat die Band. Vor der Bühne waren nicht mehr sehr viele Festivalbesucher anzutreffen aber die, die da waren, machten Stimmung für die Fehlenden. Die theatralische Bühnendarbietung vom Frontmann Alan und auch sein passendes Äußeres unterstützten die emotionale Musik der Band. Mit Grave traten dann wieder Urgesteine des Death Metal auf und schon mit 'You'll never see...' als erstem Lied wussten sie die (nunmehr zahlreich zurückgekehrten) Massen zu begeistern. Obwohl die Musik gut war, bestand für uns allerdings kein Grund auf dem Gelände zu bleiben und so kehrten wir zum Zeltplatz zurück. Von dort lauschten wir auch Korpiklaani, den gar lustigen und über Bier singenden Finnen. Wir nutzten die Zeit um uns für den Rest des Abends zu stärken.
Pünktlich zu Asphyx kehrten wir zurück. Die Holländer waren seit langer Pause wieder auf die Bühne zurückgekehrt und feierten auf dem Party.San ihre Wiedervereinigung. Dementsprechend fanden sich auch viele alte und neue Anhänger vor der Bühne ein, um den kultigen Klängen der Musikgruppe zu lauschen. Ohne große Bemühungen und mit viel Spaß am Auftritt brachte die Gruppe dann die Menge zum toben und man kann sicher behaupten, dass sie die beste Resonanz auf dem Festival erhielten.
Selbst der Auftritt der alteingessenen (bei einigen Bandmitgliedern kann man das wörtlich nehmen) Black Metaller von Gorgoroth verblasste nach Asphyx. Ausstaffiert mit allerhand Nägeln, Kreuzen, Patronengurten und Schminke stellten sie den Black Metal in Reinkultur auf diesem Festival dar. Wie bei allen Black Metal Bands beim Party.San klang der Sound nicht besonders gut, da die Gitarren nicht an die 'Stimmung' der Alben herankamen und somit die Atmosphäre der Musik fehlte. Davon ließen sich aber die vielen Fans nicht beirren und schwangen ihr Haupt um Takt der Klänge.
Für uns hieß es nach Gorgoroth Abschied nehmen, denn Malevolent Creation war langweiliger Death Metal und wohl mehr als Rausschmeißer gedacht und die alljährliche Spaßband im Festzelt (F.U.C.K.) musste wegen logistischer Probleme (Schlamm) abgesagt werden. So gingen wir zurück zu den Zelten während sich andere noch bis zum nächsten Morgen um 10.00 Uhr im Festzelt die Seele aus dem Leib bangten/tranken.


Fazit
Für uns sicher eines der schlechteren Party.San-Erlebnisse, denn sowohl das Wetter war schlecht (wofür sicherlich niemand der Organisatoren verantwortlich gemacht werden kann) als auch die Bandauswahl. Sie driftet immer mehr vom 'Death Metal Festival mit viel Black Metal' zum 'Death Metal Festival mit zusätzlich Grindcore, Black Metal und Sonstigem' ab. Als besondere Häme seitens des Wetters empfanden viele die strahlende Sonne am Sonntag, pünktlich zur Abreise. Dennoch war es wie jedes Jahr angenehm und sicherlich kehren wir 2008 zurück. Dann aber auch mit Gummistiefeln...

Wehrmut am 28.08.2007




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