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Blut ist dicker als Wasser

Rape-And-Pillage-Tour

GWAR, President Evil

Ort: Chemnitz / AJZ Talschock
Datum: 07.04.2007


Als ich jung und die Erde noch eine Scheibe war, gab es eine gar lustige Musikformation namens Green Jell├┐. Diese machte eine Mischung aus Rock, Punk, Balladen und eben auch Metal (so ein wenig mein Einstieg in dieses Gefilde). Die Mitglieder der Gruppe waren zum Teil mit verr├╝ckten Kost├╝men drapiert und bei ihren Auftritten spielten ├╝bergro├če Monsterpuppen, die auch in den Liedern vorkamen, eine wichtige Rolle. Selbige Gruppe hatte diese Kost├╝me unter Zuhilfenahme von GWAR erstellt und tourte auch mit ihnen (um den Bogen zu diesem Bericht wieder zu erlangen). GWAR wiederum sind nun vollends in Kost├╝men gekleidet und lieben den Splatter. Im Gegensatz zur Euro-Version Lordi w├╝rden sie wohl nie ein Schlagerfestival gewinnen, denn die Auftritte der Band sind nicht gerade jugendfrei. GWAR gibt es nun schon seit ├╝ber 20 Jahren und so wurde es Zeit, da├č ich sie mir, auch der guten alten Zeiten wegen und weil sie recht selten in Europa auftreten, mal ansah. So traf es sich gut, da├č die Gruppe am Osterwochenende in Chemnitz spielte, da ich zu dieser Zeit auch dort verweilte. Also zog ich mir mein bestes Green Jell├┐ Shirt (das Bunteste und mit dem erschreckendsten Monster vorne drauf) an, dazu dunkle Sachen und los ging es.

Am Eingang des Konzertsaals prangte gro├č ein 'Nicht unter 18 Jahren'-Schild und so konnte man schon ahnen, da├č dieses Konzert etwas anders werden w├╝rde. Ich hatte mich im Vorfeld schon informiert und wu├čte, da├č da 'ein wenig' mit Blut und anderen K├Ârperf├╝├čigkeiten gespritzt wird. So sah ich dann im Innenraum auch schon Fans der Gruppe, die sich wohlweislich in diese wei├čen Ganzk├Ârperschutzanz├╝ge gekleidet hatten, um die darunter liegenden Bekleidungsst├╝cke nicht allzusehr in Mitleidenschaft zu ziehen.
Als Vorband von GWAR fungierte President Evil, eine deutsche Rock/Thrash Metal Band. Getreu ihrem Motto 'The Thrash'n'Roll Asshole Show' spielten sie garstigen Metal, gepaart mit kr├Ąftigen Gitarrenpassagen. Mein Fu├č wippte zuweilen im Takt mit, denn die Musik hatte 'drive', wie es heutzutage hei├čt. Die Band zeigte Spielfreude, die Musiker hatten sichtlich Spa├č und machten auch einige Anspielungen auf die nachfolgende Band GWAR (mit Wasser spucken etc.). Dem Publikum gefiel es meiner Meinung nach auch, obwohl sich vorn an der B├╝hne niemand blicken lie├č. So konnten die Musiker auch von selbiger herunter steigen und im Zuschauerraum musizieren. H├Ątte ihre CD nur 5 Euro gekostet, dann h├Ątte ich sie mir gekauft, denn zum Autofahren mit lauter Musik war das Dargebotene ideal. Aber sie kostet mehr und es ist nun halt mal nicht meine prim├Ąre Musikrichtung.

GWAR
GWAR



Nach einer halbst├╝ndigen Umbaupause kamen dann GWAR auf die B├╝hne und wurden wie zu erwarten gefeiert. Den Anfang machte ein in einem Soldatenkost├╝m gesteckter GWAR-'Slave', der irgendeinen Text aufsagte um kurz darauf durch einen Schwerthieb den Kopf zu verlieren. Danach waberte aus dem Halsstumpf eine rote Fl├╝ssigkeit heraus. 'Geht ja noch' dachte ich so bei mir - als dann allerdings diese Fl├╝ssigkeit in einem hohen Strahl ins Publikum spritzte, suchte ich mir flugs einen Platz im hinteren Saal. Von dort sah ich, da├č die Soldatenfigur einen fingerdicken Schlauch im unteren R├╝ckenbereich stecken hatte, der augenscheinlich mit einer Pumpe verbunden war und somit Str├Âme von Blut ins Publikum verschie├čen konnte. W├Ąhrend dieses Massakers spielte die Band fr├Âhlich ihre Musik, als w├Ąre nichts geschehen. Als der Tornister leer war, verschwand die Puppe und es blieb Zeit und vor allem Raum vor der B├╝hne, um die anderen Bandmitglieder n├Ąher zu betrachten. Der S├Ąnger Oderus Urungus erschien als entstellter Mensch mit riesigen Schulterdornen und einem erregierten, unterarmlangen Penis namens Cuttlefish. Daneben standen die Gitarristen mit ├╝bergro├čer B├Ąrenfalle auf dem Kopf, mit roter Monstermaske oder mit gigantischem R├Âmerhelm. Allesamt hatten kaum mehr als die Kost├╝me und Unterw├Ąsche an, was dem ganzen noch einen Hauch von einer SM-Show verlieh. Die Musik an sich w├╝rde ich als Heavy Metal einordnen, teils hymnisch teils aber auch etwas punkig. Nach einer Weile kam dann die zweite Figur auf die B├╝hne, einer Mischung aus Hitler und Jesus (das Jesusgesicht war am Hinterkopf). Dieser Jesu-Hitler hatte auch einen seeehr langen und ins Auge stechenden Penis an sich. Etwas ├╝berrascht war ich dann, als er pl├Âtzlich aus diesem auf mich herab ejakulierte. So schnell konnte ich mich gar nicht in Sicherheit bringen, wie die So├če auf mich herabscho├č. Als ich mich und die Kamera ? die, nicht zum letzten Mal, auch einiges abbekam (aber zum Gl├╝ck nicht auf die Linse) ? provisorisch ges├Ąubert hatte, wurde mir das Konzept klar: W├Ąhrend des Gesang treten ab und an diese Figuren auf, werden massakriert und verspr├╝hen ihre S├Ąfte im Raum. Danach gehen sie wieder und man hat eine Weile Ruhe. Mittlerweile hatte sich das Publikum auch in zwei Teile aufgetrennt; vorn an der B├╝hne die Fans, die sich von oben bis unten vollsudeln lie├čen und hinten die etwas moderaten Zuschauer, die auch an sp├Ątere Waschladungen dachten aber trotzdem einiges aushalten mu├čten, denn die Sekretpumpe schaffte locker 15m.
Die Band hatte ihren Spa├č an der Show und man sah ihr an, da├č sie das schon eine Weile professionell machten, denn immer wenn eine Kamera auf die Mitglieder gerichtet war, schauten sie eine zeitlang in die Linse bis man das Foto im Kasten hatte. Sie wissen halt da├č es die Show ist, weshalb die Leute kommen. So wurden denn auch noch weitere blutspritzende Puppen aufgefahren: ein pr├╝gelnder Polizist (Brustkorb aufgeschnitten), der allseits beliebte Junior-Bush (Sch├Ądeldecke abgeschlagen), ein mir unbekannter cracks├╝chtiger Schauspieler (Blutfont├Ąnen aus den Armen) und als besonderes Schmankerl f├╝r die Deutschen der Nazipapst Benedikt (offener Brustkorb), ein ├╝bergro├čer Satan mit Davidsstern als Halskette (nach einem langen Kampf wurde ihm der Kopf abgetrennt) und zum Schlu├č noch ein Muslim (Bart ab). W├Ąhrend der Zugabe verspritzte der S├Ąnger aus seinem Glied auch noch einmal Kunstsperma und als ob nicht schon alle genug durchn├Ą├čt gewesen w├Ąren, wurde noch eine gro├če Fl├╝ssigkeitskanone aufgefahren, aus der minutenlang, andauernd und sehr weitreichend mehrere Liquide verspritzt wurden.
Als ich die Halle zum ersten Mal betrat, dachte ich noch, die Veranstalter hatten Umbauarbeiten in Gange, denn einige Berechte waren mit Planen abgedeckt und Boden vollst├Ąndig mit Holzplatten ausgelegt. Nach dem Konzert verstand ich diese Ma├čnahmen v├Âllig.

Alle Figuren hatten ihre eigene Geschichte zu erz├Ąhlen und wer jetzt denkt, das w├Ąre geschmacklos, der hat nur zur H├Ąlfte recht. Es ist nat├╝rlich ein wenig befremdlich wenn man mit Fl├╝ssigkeiten spritzt, aber auf keinem Fall kann man GWAR vorwerfen rassistisch oder anderweitig extremistische Gedanken zu haben (wie hei├čt es doch: ' I am free of all prejudices. I hate every one equally.'). So etwas nennt sich heutzutage 'politisch inkorrekt'; andere w├╝rden sagen, das ist freie Meinungs├Ąu├čerung. Ich fand es jedenfalls nur lustig und hatte meinen Spa├č an dem Auftritt, wie schon lange nicht mehr. Und soll Musik/Metal nicht Spa├č machen?!

Als ich dann wieder im trauten Heim ankam, sah ich zum ersten Mal welche Auswirkungen das Konzert auf meinen K├Ârper hatte: alle frei liegenden Hautpartien waren wahlweise mit roten, blauen, gr├╝nen oder schwarzen Flecken ├╝berzogen so da├č ich aussah, als k├Ąme ich gerade von einer schweren Schl├Ągerei. Da es mir als Mann in Ermangelung an Kenntnis nur bedingt m├Âglich war, diese stark haftenden Farbe wieder abzuwaschen und da nicht einmal eine Handb├╝rste im Haushalt zu finden war, konnte ich eine Fachkraft (Frau) unter Androhung sie wegen h├Ąuslicher Gewalt anzuzeigen (jeder Schutzmann h├Ątte mir aufgrund meiner Flecken geglaubt) dazu bewegen, mir behilflich zu sein. Nach rund drei├čig Minuten waren dann Gesicht und Arme soweit von Verf├Ąrbungen befreit, da├č ich mich zur Ruhe betten konnte. Aber noch Tage sp├Ąter fanden sich Farbreste in diversen K├Ârper├Âffnungen am Kopf. Und dabei war ich nur ein wenig bespritzt, ich frage mich wie es denen erging, die sich mit Wollust vor der B├╝hne haben anspritzen lassen.

Wehrmut am 22.04.2007




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