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Sprachloses Feuer der Ärgernis

Gods Of Darkness Festival II

Cradle Of Filth, Gorgoroth, Old Man's Child, Einherjer

Ort: Chemnitz / Kraftwerk
Datum: 09.05.1998


Das Kraftwerk in Chemnitz ist seit langem - sieht man mal vom My Dying Bride Konzert von vor zwei Jahren ab - nicht gerade interessant für Metallfans aller Richtungen. Umso erstaunter waren wir, als im örtlichen Veranstaltungsplan ein Cradle of Filth Konzert angekündigt wurde. Einen Tag, nachdem Run DMC ihren Unsinn zu Ende verzapft haben sollten, standen dann am 9. Mai 1998 Cradle of Filth, Old Man's Child, Gorgoroth und Einherjer auf dem Spielplan. Keine Frage, daß wir (Wehrmut, Deadleft, NIKE und Christ) da nicht fehlen durften. Christ wußte zwar bis eine Stunde vor Konzertbeginn nicht, wer denn außer Cradle of Filth noch kommen würde, aber kraft unserer muskelbergstrotzenden Arme, konnten wir alle Bedenken beseitigen.

NIKE lotste uns dann auf einen sogenannten 'Geheimparkplatz' über dessen Existenz und Lage aber offensichtlich auch alle anderen, nichtortsansässigen Besucher schon Bescheid wußten. Während NIKE sein McDonald's Survival Kit verspeiste, Wehrmut seinen DELI-Riegel mampfte und dabei über das kürzlich für DM 29.95 erstandene 'Cruelty and the Beast' Album fachsimpelte (10 Tage später kostete es nur noch DM 18,95, grr), mußten wir erstaunt feststellen, daß im Kraftwerkinneren schon eine - wie wir dachten- Zusatzvorgruppe spielte. Natürlich wußten wir, daß Einherjer das Festival einleiten sollten, aber was da an unsere Ohren drang, klang eher wie eine untalentierte Heavy-Metal-Schülerband. Aus unsere langjährigen Konzerterfahrung schöpfend, gingen wir von dunklen Vorahnungen beseelt vorsichtshalber hinein und begutachteten ersteinmal den Merchandisingstand, an dem Wehrmut durch finanziell-gönnerhafte Mithilfe von Deadleft einen Cradle of Filth-Patch erwarb. Nachdem wir dann unsere Vönger-Page-Propaganda fachmännig an der Tür fixiert hatten, bemerkten wir am Refrain von 'Far Far North', daß die 'Schülerband' doch Einherjer sein mußte. Wir waren übereinstimmend der Meinung, daß die in Wildledermäntel gehüllten Norweger für unseren Geschmack zu sehr in das Lager des traditionellen Metal abgedriftet waren. Allein das erwähnte 'Far Far North' erinnerte an den Erfolg der gleichnamigen MiniCD.

Feuerzauber
Feuerzauber


Die dannach auftretenden Old Man's Child konnten uns aber mehr als nur entschädigen. Vor allem Deadleft war positiv überrascht, da er Old Man's Child auf CD einfach nur schlecht findet. Durch die gute Bühnenshow und die einprägsamen Melodien von Songs wie 'The Millenium King' und 'Doommaker' von der 'The Pagan Prosperity'-CD und 'Swallowed by a Buried One' vom Debut 'Born of the Flickering', sowie einige Stücke von der aktuellen Scheibe 'Ill-Natured Spiritual Invasion' konnten die Norweger die Menge in Metallaune bringen. Vor allem als der Keyboarder Flammenwerfer spielte, kannte die Begeisterung der Besucher keine Grenzen mehr und ließ sich von den Rhythmen treiben.
Nach den schlechten Erfahrungen vom letzten Gorgoroth-Gig im Black Out, hatten wir uns vorgenommen, den Haudegen wenigstens eine zweite Chance zu geben, zumal nun ja ein neuer Sänger am Mikro stehen sollte. Der Auftritt von Gorgoroth war dann auch sehr effektvoll. Das Outfit der Musiker war wirklich als eindrucksvoll d.h. furchterregend zu bezeichnen. Wie auf dem Foto zu sehen, hatten die Norweger alle Nieten-, Schminke- und Kleidungsmöglichkeiten ausgeschöpft. Bei der musikalischen Bandbreite lief die Kriegsmaschinerie aber eher auf Sparflamme. Die Stimme war - jedenfalls für die Dauer unseres Aufenthaltes - überhaupt nicht zu hören, der Einheitsbrei aus grunzenden Gitarren und den Drums dafür umso deutlicher. Mir ist unbegreiflich, worin die Faszination von Gorgoroth Live überhaupt besteht, zumal ich die 'Pentagram'-Scheibe beileibe nicht schlecht finde, aber auf der Bühne gehen die doch melodischen Gitarren im Soundchaos und damit der ganze Gorgoroth-Zauber völlig unter. Wie bereits angedeutet, sind wir nach ca. 10 Minuten rausgegangen und haben zunächst erstmal den CD-Verkaufsstand aufgesucht. Danach versahen wir die geparkten Autos mit Homepage-Propaganda, hoffend, neue Interessenten für dieses Mammutwerk zu gewinnen.

Als der Gorgorotz-Lärm endlich aufgehört hatte, stürmten wir das Kraftwerk, um einen Platz in den vorderern Reihen zu besetzen, denn nur von dort kann sich der Cradle of Filth Genuß ins Unermeßliche steigern. Nach einem übermäßig langem Umbau, der wohl vor allem der aufwendigen Lichttechnik zu verdanken war, betraten die Briten die Bühne. Auch wenn die wohl mit erfolgreichste Black Metalband bei eingigen als profitgeile Rockstargruppe verschrien ist, muß man den Insulanern aber zu gute halten, daß sie ihre 'Plattenmillionen' auch in aufwendige CD-Aufmachungen oder, wie man nun deutlich sehen konnte, üppige Bühnentechnik investieren. Circa acht bewegliche Lichteffektstrahler und vier weitere Drumkitleuchten gehörten zur wahrlich barocken Ausstattung. Das Programm war sehr abwechslungsreich und berücksichtigte sämtliche Schaffensperioden der Band: Von 'To Eve the Art of Witchcraft' vom Debut über 'The Forest Whispers My Name' vom 'Vempire'-Mini Album und 'Malice Through the Looking Glass' vom 'Dusk.... And Her Embrace'-Album bis hin zu 'Cruelty Brought Thee Orchides' von der neuesten Veröffentlichung war alles dabei. Dabei ist uns aber aufgefallen, daß die neueren Stücke nicht so viel Begeisterung erzeugen konnten, da sich aufgrund der kurzen Zeitspanne zwischen Albumveröffentlichung und Konzert (3 Tage) das Publikum noch nicht auf den neuen Stil einstellen konnte. Weiteren Anlaß zur Kritik war das Fehlen von Sarah, was in einer Frauenstimmenimitation von Dani gipfelte, die einfach nur noch lächerlich klang. Bestimmt auch aus diesem Grund, waren die Zuhörer nicht ganz so enthusiastisch bei der Sache, was Dani mit einem Anustritt in Richtung Gitarrist Gian und einer Mikrofon-Wegschleuder-Einlage quittierte. Höhepunkt seiner Verzweiflung waren Kommentare wie '...you're fucking tired...' und '...you get fucking rid of us...', wodurch die Fans aber noch mehr in Lethargie verfielen. Aus diesem Grund widmete Dani einen der letzten Songs den Headbangern direkt vor der Bühnenmitte. Nach dem letzten Song, verließen Cradle of Filth die Bühne; als Zyklon Beats alias Nicholas die Drumsticks in die Menge warf, schwante uns schon, daß wir auf eine Zugabe verzichten müßten. Nachdem zehn Minuten lang nichts auf der Bühne passiert war, die Fans fleißig Zugabe gebrüllt hatten und sich trotzdem niemand blicken ließ, kam dann 'endlich' ein Bühnentechniker und schaltete, von den Pfiffen der Menge begleitet, die Anlagen ab.

Mit einem bitteren Beigeschmack, den das rockstarmäßige Benehmen des erfolgsverwöhnten Dani fast schon forciert hatte, verließen wir das mittlerweile durch zahllose Bierflaschen und Kotzlachen verunstaltete Kraftwerkgelände in Richtung 'Geheimparkplatz' und zogen noch durch eine Gartenanlage, um Blumen für den Muttertag zu besorgen.

Wehrmut am 05.06.2005




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