Tod und Verderben seit MCMXCVI! Suchen | Kontakt | Impressum
Kopfbild
Startseite | Konzertberichte | Party.San Open Air XI

.:: True :: UnTrue ::.

» Schnellauswahl «
A B C D
E F G H
I J K L
M N O P
Q R S T
U V W X
Y Z Andere
Splits Sampler

Berichterstattung
  · Konzertberichte
  · Konzertfilme
  · Gespräche
  · Hören & Sehen
  · Streitfälle

Vönger
  · Kommerz   · Personal
  · Marschmusik
  · Selbstdarstellung
  · Familienalbum
  · Karriere

» Schnellsuche «

Von Göttinen, Tod und Teufel

Party.San Open Air XI

Amon Amarth, Suffocation, Necrophobic, Krisiun, Lord Belial, Sear Bliss, Impious, Occult, Necrophagist, Soul Demise, Cirith Gorgor, Obscenity, Darkened Nocturn Slaughtercult, Recapture, Secrets of the Moon, Cannibal Corpse, Entombed, Napalm Death, 1349, Moonsorrow, Graveworm, Enthroned, Dead, Omnium Gathering, Disparaged, Final Breath

Ort: Bad Berka / Flugplatzwiese
Datum: 11.08.2005 bis 13.08.2005


Mittwoch
Ein Jahr war verstrichen seit dem letzten Party.San und so wurde es Zeit, wieder die schwarzen Koffer zu packen und zum aktuellen Festival nach Bad Berka aufzubrechen. Nach einiger Planung beschlossen wir - das waren Heiko, Stefan und ich - uns schon mittwochs abends zu treffen, um dem großen Andrang und den somit überfüllten Zeltplätzen zu entgehen. Da wir aber jeder aus einer anderen Ecke Deutschlands kamen, wurde ein zentraler Treffpunkt außerhalb der Musikstätte angestrebt und was bietet sich da mehr an, als das ansässige Lokal einer großer 'Restaurantkette'. Dies funktionierte auch recht gut; innerhalb eines Zeitfensters von 30 Minuten waren gegen 21.30 Uhr alle da. Dann hieß es noch ein letztes Mal frisch machen vor dem Open Air, ein Käffchen für die Süchtigen und ab zum Festivalgelände.
Dort ankommend sahen wir, daß es jetzt schon recht voll war. Nach der Fahrzeugkontrolle, bei der moniert wurde, daß wir diese kleinen 2cl Party-Schnapsflaschen aus Glas mithatten (Ok, die hätten wir im Suff am Tisch zerschlagen können und wären dann aufeinander losgegangen!), begann die Platzsuche. Nach einem ersten Strategiegespräch, einer anschließenden Platzrundfahrt und einigen Wendemanövern fanden wir dann einen Standort am Rande des Zeltplatzes mit Blick auf die Startbahn vom Flugplatz. Zwar hatten wir die 'Urinalrinne' in der Nähe (was natürlich auch Vorteile birgt), dafür aber auch relative Ruhe. Schließlich hatten wir Urlaub!
Der erste Abend verstrich mit dem Zeltaufbau und der Anbringung von Planen zwischen den Fahrzeugen recht schnell. Von den angeblichen vier Packungen Fleisch wurden dann noch zwei gegrillt, so daß wir gegen drei Uhr in der Früh wahlweise ins Zelt oder Auto fielen. Das eigene wohlgemerkt. Das erwähne ich, da in der Nachbarschaft wohl ein besonders feierfreudiger Zeitgenosse im Zelt lag. Allerdings war dies nicht sein eigenes, so daß der Eigentümer über Stunden versuchte, den uneinsichtigen Alkoholiker aus dem Zelt zu vertreiben.


Donnerstag
Der Tag begann, wie er aufhörte: mit Steaks auf dem Grill. Stefan erbarmte sich immer, auch weil er der erste war der aufwachte, aus Bad Berka frische Brötchen zu holen. Das kam allerdings am ersten Tag noch überraschend und so stutzten wir eine Weile, weil Stefan samt Auto verschwunden war. Aber da das Zelt noch stand, machten wir uns Hoffnungen daß er nicht ganz abgereist war. Als dann alle den Sand aus den Augen gekratzt hatten, wurden also die Steaks ausgebreitet. Ursprünglich sollten Stefan und ich jeweils so acht Steaks mitbringen. Gesagt getan, also holte ich die acht schönsten, saftigsten und billigsten Stück Fleisch, die der Einkaufsmarkt hergab. Was passieren kann, wenn man das seiner besseren Hälfte überläßt, sah man an Stefan. Statt mit acht Steaks kam er mit mindestens zehn Stück an. Aber nicht Stück Fleisch, sondern Packungen! Also hatten wir mehr als genug Fleisch und dank der Kühltaschen blieben sie auch noch frisch. Den Rest tötete der Grill ab.
Das Wetter tat sein übriges: Zwar regnetet es nicht während des Festivals (bis auf zwei kleine Ausnahmen), aber es blieb bedeckt, windig und relativ frisch, so daß man kaum im Shirt dastehen konnte. Nun ja, den Rest des Tages verbrachten wir mit Sinnieren (das übliche: Wein, Weib & Gesang), einem Rundgang über den Zeltplatz inklusive dem schon sich füllenden zweiten Areal auf dem angrenzenden Acker, dem Abholen der Bändchen (Die Pressebändchen waren diesmal nicht aus Stoff, welch Frevel! Was soll ich mir nun an die Pinnwand hängen!?) und dem weiteren Ausbau der Behausung um Wind und Wetter zu trotzen.

Enthroned
Enthroned



An diesem Abend sollte es um 21.00 Uhr losgehen. Das hieß für uns, noch ein paar Steaks essen und dann ab in die Zeltbühne, wo schon Recapture spielten. Hörte sich gar nicht so übel an. Tiefes Gegrunze und Death Metal war angesagt. Der zierliche Sänger holte tief aus dem Bauch heraus eine Menge Energie, die auch auf das Publikum überschwappte. Aber Moment! Sänger? Nein, das war eine Frau. Also etwas weiter vor zur Bühne in Fotoentfernung und ja, diese abgrundtiefe, haßerfüllte Stimme kam aus dem Körper einer normal gebauten Frau; verwunderlich wie sie das so vortragen konnte. Da könnten sich einige Männer noch ein Scheibchen von abschneiden. Das meinten auch die Anwesenden, denn um Zugabe wurde gebeten. Was jedoch des strengen Zeitplanes wegen nicht erfüllt werden konnte.
Als zweite Band folgten die Black Metaller von Secrets of the Moon. Mir persönlich sagen sie nicht so zu, da das Material zu komplex & avantgardistisch ist. Und live läßt sich das noch schwerer vortragen. Ich glaube das war auch ein Grund, warum die Menge nicht soviel Gefallen an den Stücken fand. SOTM spielten gut, ohne Zweifel, aber man kommt nicht so schnell in ihre Musik hinein. Ich glaube, die Menge rief auch nicht nach Zugaben, so daß keine gespielt wurden, obwohl sie auf der Setlist standen ('Carved in Stigmata Wound'). Einzig 'Miasma' konnte mich überzeugen, hat dieser Sing doch eine etwas offenere Struktur.
Nun folgten Darkened Nocturn Slaughtercult, wiederum mit einer Frau am Mikro. Nach theatralischem Bluttrinken aus einem Kelch begann die Frau mit der langen blonden Mähne Black Metal der alten Schule zu spielen. Gitarren, Schlagzeug und Kreischgesang; so wie es sein soll. Und die Sängerin Onielar konnte gut kreischen! Die Band gibt es nun auch schon seit acht Jahren und so zollte das Publikum auch seinen Respekt in Form von Applaus, Kopfschütteln und Zugaberufen am Ende. Zudem war ein Teil der Menge paralysiert von der Sängerin, allen voran Heiko. Für ihn hieß es nur noch seine Göttin hier, seine Göttin da; den ganzen Abend schwärmte er nur noch von ihr und hätte er sie die Nacht in die Finger bekommen, ich hätte für nichts garantiert.
Als letzte Gruppe folgten Obscenity. Geradliniger Death Metal dröhnte aus den Boxen und der Menge gefiel es. Nicht ganz so unser Metier, also zogen wir uns unbeobachtet zurück und kümmerten uns den Rest der Nacht um den liebestrunkenen Heiko. Prost!


Freitag
Nach dem Aufstehen und Frühstück war es auch schon nach 13.00 Uhr und langsam nahte die erste Band. Mit Verzückung nahm Heiko die Tatsache auf, daß der Soundcheck im Vorfeld mit Klängen von Pink Floyd vollzogen wurde. Auch sonst war die Musik der Party.San-Crew nonkonform. Während der Pausen am Freitag zwischen den Stücken wurde ein Best-of der Filmmusiken von Ennio Morricone gespielt ('Spiel mir das Lied vom Tod', 'Mein Name ist Nobody'), Swing (Robbie Willams?) oder Lieder aus Pulp Fiction.
Gegen zwei Uhr begaben wir uns auf das Festivalgelände, um dem Kommerz zu frönen. Auf der einen Seite waren die Sponsorenstände mit wie immer zu hohen Preisen. 12-15 Euro für eine CD! Das ist nicht gerechtfertigt, bei keiner Band und schon gar nicht sollte der Preis für alle gleich sein! Dort kaufte sich dann Heiko trotzdem noch ein Shirt seiner Göttin und langsam begannen wir dann, die andere Seite zu erkunden. Dort waren die kleineren Mailorder und Shops vertreten, wo man auch normale Preisvorstellungen hatte (7-12 Euro pro CD). Nichtsdestotrotz konnte ich wieder nichts für mich finden. Weder einen Musikträger, noch ein Bekleidungsstück gefiel mir. Die Label haben es immer noch nicht begriffen, daß es manche Leute gibt, die nur das Logo einer Band auf der Brust wollen, und keine bunten Bildchen vom Albumcover. Aber anscheinend denken die Label anders, denn nur auf Girlie-Shirts sind diese Nur-Logo-Motive zu finden. So zog ich also abermals unverrichteter Dinge von dannen und es bleibt mir wohl nichts anderes übrig, solche Shirts in Eigenregie selbst drucken zu lassen. Die Vorteile (gewünschtes Motiv/Farbe/Größe/Material, Textilart, Menge) wiegen die Nachteile (Preis, Qualität) allemal wieder auf. Obwohl die Nachteile noch nicht einmal als solche zu erkennen sind, denn die Qualität der Aufdrucke hat dramatisch nachgelassen und die aktuellen Shirt-Preise stehen in keinem Verhältnis zu diesen Gummiaufdrucken, die nach dem ersten Waschen verschwunden sind. Aber ich schweife ab.

Cirith Gorgor aus den Niederlanden waren bereits auf der Bühne und leisteten als erste Band des Tages gute Arbeit. Sie überzeugten mit schnellen Black Metal der druckvoll aus der Anlage kam, ihre Show auf der Bühne war allerdings etwas mager. Danach folgten Soul Demise und Necrophagist mit Death Metal. Für uns das Zeichen, uns etwas zu erholen und das Gelände zu verlassen. Also noch einmal schnell zum Party.San Merchandise um Mitbringsel für die zurückgebliebenen Kinder zu Haus zu kaufen. Noch gibt es keine Kindergrößen, deshalb empfahl man den Kauf eines Girlie-Shirts für die Kleinen. Zum Glück kamen wir noch rechtzeitig, denn Heiko kaufte das letzte Party.San-Girlie. Wenn ihr also keins mehr bekommen hat, er ist schuld!
Da danach wieder zwei Death/Trash Metal Bands folgten (Occult und Impious), fuhren wir kurzerhand zur schon eingangs erwähnten Franchisekette, auch da sich die vielen Steaks schon ihren Weg durch den Körper gebahnt hatten. Zwar war die Anzahl der Dixis auf dem Gelände erhöht worden und laut Stefan auch sauber, aber wenn man die Wahl hat, dann nimmt man auch eine kleine Fahrt in Kauf.
Zurück am Zelt hörten wir von weitem noch Occult und Impious zu, bevor wir dann zu Sear Bliss aus Ungarn wollten. Und justament zu diesem Zeitpunkt begann es zu regnen. Zum Glück legte sich der Regen etwas, so daß wir nicht allzu naß wurden. Das besondere an der Band war, daß sie neben den klassischen Instrumenten des (sinfonischen) Black Metals auch eine Posaune einsetzten und dies klang sehr gut. Ich für meinen Teil bin für derartige Neuerungen sowieso immer zu haben aber auch der Meute vor der Bühne gefiel es (besonders das Bathory Cover 'Enter the Eternal Fire'). Das Blasinstrument ersetzte in vielen Teilen die Passagen, die sonst ein Keyboard übernehmen würde und während der Musikant nicht spielte, schwang er den Kopf im Rhythmus der Musik. Leider hatten sie kein Stück in Originalsprache (die ich verstehe) und so blieben die einzigen ungarischen Worte ein 'egy, két, há [-rom]' ('eins, zwo, drei').
Während des Konzerts und überhaupt auch im Festivalverlauf fielen einige Kinder (2-5 Jahre) auf, die von ihren Eltern schon recht gut auf Metal getrimmt waren: Pommesgabel, Grunzen, Fratzen schneiden und (leichtes) Headbangen. Diese Familien waren bis zum Abend auch recht oft vorne mit an der Bühne, wobei uns allerdings mißfiel, daß einige Kinder zeitweise keinen Gehörschutz trugen.
Nach Sear Bliss folgten pünktlich um 19.00 Uhr Lord Belial, der erste große Black Metal Headliner des Festivals. Alle Mann in Tarnfleckhosen, das konnte nichts Gutes bedeuten. Und diese Befürchtung bestätigte sich. Soundprobleme, zu lange Pausen zwischen den Liedern und inspirationsloses Spiel. Heiko, der sich besonders auf den Auftritt freute, meinte daß es nicht annähernd so wie auf CD klang. Zwar wurde hier erstmal etwas Pyrotechnik eingesetzt, aber die Show war langweilig. Genauso wie bei Krisiun, die danach auftraten. Schneller, kompromißloser Death Metal aber die drei Mann auf der Bühne standen nur da und spielten die Stücke.
Schließlich gingen wir wieder zum Auto, um uns für später zu stärken. Während wir unsere Süppchen aßen, Kaffee und Alkoholika konsumierten, hörten wir von weitem Necrophobic (Death Thrash) und von nebenan nachgestellte Szenen aus Beavis & Butthead ('I am Cornholio! I need TP for my bumhole!') und Mars Attacks ('Ack, ack-ack, ack-ack-ack-ack').
Zurück an der Bühne beendeten Suffocation gerade Ihren Auftritt. Nun war es schon recht voll und alles wartete auf den Headliner des Tages: Amon Amarth. Zur Geisterstunde kamen die Skandinavier denn auch und boten die bis dahin beste Show des Abends. Mit viel Dynamik, Spielfreude und Fankontakt verstand es die Gruppe, die Massen zu begeistern und die gute Musik tat ihr übriges dazu. Nach einer Zugabe und viel 'Prost' war es dann aber nach einer Stunde auch schon zu Ende. Die Zeit verging hier viel zu schnell und so löste sich die Mange auch nur langsam auf. Der eine Teil strömte in Festzelt zur Metaldisco, der andere zog die 'Ruhe' am heimischen Herd vor. Wir gehörten zu letzteren und ließen den Tag im leichten Regen ausklingen.


Samstag
Stefan holte wieder frische Brötchen für das Frühstück, diesmal allerdings mit dem eigens eingerichteten Party.San Shuttlebus inklusive Musikbeschallung und Schanktheke. Während des Frühstückes wurden wir von der einen Seite mit Olaf Schubert (toll!) und von der anderen mit Madonna (eher nicht so toll) beschallt. Irgendwann wurde uns die Radiomusik vom Nachbarauto zu viel und wir konterten stilecht mit Bethlehems 'Dictius te Necare'.
Den Festivaltag starteten Final Breath mit Thrash Metal. Musikalisch waren sie gut, wenn auch nicht unbedingt unsere Lieblingsmusik. Aber die Art wie die Musik rüberkam war nicht schlecht, denn man sah es der Band und besonders dem Sänger an, daß es ihnen Spaß machte und das übertrug sich auch auf das Publikum. Danach begann Disparaged mit einem Sample seinen Auftritt: 'Achtung Achtung, das Vater-Sohn-Sackhüpfen beginnt in fünf Minuten auf der Nordwiese. Die Teilnahme ist Pflicht.' Da hatte ich schon gehofft, daß es lustig werden könnte, aber nix da. Normaler Death-Grind kam da aus den Boxen. Also gingen wir wieder zum Wagen, denn der Abend sollte lang werden. Von Omnium Gatherum haben wir nur von weitem die Bässe gehört und Dead war auch nicht der Rede wert.
Aber danach folgten Enthroned, so daß wir wieder vorne mit dabei waren. Endlich mal wieder ein bißchen Black Metal für uns und es hat richtig Spaß gemacht, den bösen Buben zuzuschauen. Präzise, grimmig und schnell mit Freude am Spiel trugen die Belgier ihre Titel vor und die Fans dankten es ihnen. Lord Sabathan stand da mit seiner roten Ibanez-Gitarre und bot ein herrliches Bild. Nicht belustigend, sondern eher mit dem Gefühl im Magen 'Ja, dem macht das Spaß'. Irgendwie ganz anders als der Auftritt in Aue, dem ich vor einigen Jahren beiwohnte.
Mit Graveworm folgte danach wieder ein Garant für unterhaltsamen Metal. Die Tiroler, mittlerweile erprobt auf vielen Bühnen, entschuldigten sich mehrmals für den Ausfall im letzten Jahr und hatten den wohl showtechnisch besten Auftritt des Festivals. Der Sänger kam zuweilen von der Bühne und sang mit den Fans am Absperrzaun zusammen einige Passagen, bot aber auch on-stage einiges. Der Rest der Truppe legte sich auch mächtig ins Zeug, so daß die Band auch gut zu späterer Stunde und vielleicht irgendwann einmal als Headliner fungieren könnte.
Um acht Uhr folgte mit den Finnen von Moonsorrow das alljährliche Tribut der Party.San-Crew an den Humppa. Von oben bis unten mit 'Blut' bekleckert, spielten Moonsorrow ihren nordischen Viking/Pagan Metal mit Anleihen an Bathory, gemixt mit Keyboardpassagen und einigen folkloristischen Klängen. Am Ende gab es noch einmal einen Humppasong ('Do you like Humppa?').
Nun war es aber an der Zeit für den heutigen Black Metal Act, 1349 aus Norwegen. Pünktlich um 21.00 Uhr war der normale Soundcheck vorbei und pünktlich 21.15 Uhr auch der von Frost ('No Vocals' hier, 'Guitars' dort, 'Baß' da drüben). Durch den Verzug durften dann aber 1349 auch nur 30 Minuten spielen, und zwar von 21 Uhr 13 bis 49 (Dank an Heiko für das Wortspiel, auch wenn sie erst 21.16 Uhr anfingen!). Was dann aber gespielt wurde, war nicht von schlechten Eltern. Zu Beginn gab es ein wenig Feuerspucken und danach folgte der typische norwegische Sound. Sänger Ravn setzte sich mit Posen gekonnt in Szene, Frost spielte wie immer wunderbar und auch die anderen Musiker beherrschten ihr Handwerk. Aber wie bereits erwähnt, war das Schauspiel schnell, zu schnell vorüber und die Norweger mußten Platz machen für die Grinder von Napalm Death.
Und auf einmal wich das Publikum mit langen Haaren dem mit kürzerer Haarpracht. Nachdem Heiko enttäuscht feststellen mußte, daß Napalm Death nicht mehr das Niveau von früher hatten (wildes Gehampel auf der Bühne, schlechte Songs etc.) verließen wir den Schauplatz wieder und gingen zum Auto. Während Napalm Death und Entombed spielten, berieten wir das weitere Vorgehen und einigten uns auf eine rasche Abfahrt nach Hause. Stefan wäre sowieso schon gefahren und Heiko und ich wollten nicht mehr bis zum Morgen warten. Für mich hieß es aber noch bleiben, denn Cannibal Corpse und auch die Excrementory Grindfuckers wollte ich sehen. Also bauten Stefan und Heiko alles ab, während ich zu Cannibal Corpse ging.
Die Show fing erst 0.30 Uhr mit 30 Minuten Verspätung an. Einige der Lieder von den Amis gefallen mir, jedoch nicht alle und auf Dauer ist mir das Geknüppel auch zu monoton. So blieb ich nur ca. eine halbe Stunde, konnte aber miterleben wie sich der Sänger George Fisher das Gehirn aus dem Kopf drückte. Ich habe noch keinen so schnell headbangen gesehen und ich möchte nicht wissen, was er für eine Nackenmuskulatur hat. Gesund jedenfalls sah es nicht aus und es kann auch keiner behaupten, daß bei der Intensität und Dauer keine Schäden davongetragen werden. Aufopferungsvoll! Cannibal Corpse entschuldigte sich, daß sie kein 'Hammer Smashed Face' spielen dürfen, boten aber allerhand anderes Material dar, was den Fans gefiel. Ich ging dann aber wie erwähnt zurück zum Wagen, machte alles startklar und war dann zur letzten Band, den Excrementory Grindfuckers, wieder im Festzelt.
Ein würdiger Abschluß für das Party.San und schön, daß die letzte Band des Festivals immer aus der heiteren Ecke kommt. EG reihten sich so nahtlos in die Riege von Manos und Verstärkertod ein. Die Band hat die Eigenart, daß sie in ihre Coversongs meistens 'Grind' einbauen: 'Ein bißchen Grind muß sein', 'Es steht ein Grind auf dem Flur', 'Oh When the Saints Go Grinding in' usw. usf. Die vier Mannen und zuweilen eine weiblich Aushilfe konnten mit ihrem Mix aus extrem schnellem Grind und fast lieblichen Klängen mit Keyboard, Schlager/Pop und Flöte die Menge auch zu so später Stunde noch redlich begeistern. Mit viel Hingabe für das Publikum und einer guten Show schlossen die Excrementory Grindfuckers das Festival ab.
Ich für meinen Teil verschwand während 'You're My Grind, You're My Core' aus dem Zelt und fuhr dann dreivierteldrei (das ist 2.45 Uhr) in meine alte Heimat weiter, wo ich dann halb fünf ankam. Am nächsten Morgen, nach viel Schlaf, einer anständigen Körperhygiene und einem guten Frühstück konnte ich dann auch wieder in die 'normale' Zivilisation entlassen werden.


Fazit
Knapp vier Tage Festival sind lang, besonders wenn es kühl ist. Aber die Party.San-Crew versteht es, die Leute bei Laune zu halten: Frühstückspakete, ein ordentlicher Zeltplatz, erstmals in diesem Jahr auch Duschen, kleine Preise und große Bands. Für uns als Black Metaller war es dieses Jahr im Vergleich eher dürftig. Von den 27 Bands waren gerade mal 4 reine Black Metal Bands dabei (Darkened Nocturn Slaughtercult, Enthroned, 1349 und Lord Belial) und vielleicht noch 6 andere, die gesitteteren Black Metal spielen. Der Rest wie immer Death/Thrash/Grind. Wenn das Festival an sich nicht so gut wäre, würde ich mir die Teilnahme vielleicht überlegen. Aber was will man machen, es ist eben vornehmlich für die andere Interessengruppe ausgelegt.
Was gibt es sonst noch zu sagen? Die Organisation wird von Jahr zu Jahr besser und man entdeckt immer neue Dinge. Die Lichttechnik hat sich verbessert aber dafür gab es dieses Jahr sehr wenig Pyrotechnik, speziell Feuer. Es wurden zwar ein paar Funkensprüher an der Bühne gezündet (einer 50cm neben mir; komisch daß mich da keiner von der Security darauf hingewiesen hat, letztes Jahr mußte man meterweit weg gehen wenn auch nur eine Wunderkerze brannte) aber so die richtigen Feuerfontänen fehlten dieses Jahr. Gut, bei Death Metal braucht man das nicht aber wenn es dunkel ist, sieht es trotzdem besser aus. Zumal es dieses Jahr auch eine kleine Feuerwand vor dem Schlagzeug gab, die gar nicht mal schlecht aussah. Brennen muß es! Brennende Kreuze, lodernde Flammen links und rechts, ein Wall von Feuer! Vielleicht dann nächstes Jahr mit passenden Bands (Achtung Zaunspfahl!).
Ich weiß nicht ob dies schon vorher der Fall war, aber dieses Jahr ist es mir zumindest aufgefallen, daß die Security um Personal von JAPO, alteingesessenen Leuten der Region sicherlich ein Begriff als 'Serviceunternehmen' für Sicherheitstechnik, erweitert wurde. Ich hatte keine Probleme mit ihnen, aber im PSOA-Forum gab es einige Einträge bezüglich Voreingenommenheit vom Personal gegenüber Angelegenheiten mit rechten Schergen. Diese sollen auch wieder ihre Lieder gespielt und Parolen gerufen haben. Jedes Jahr das gleiche. Auch Diebstahl gab es in diesem Jahr wieder, aus Zelten und Autos. Erfreulich jedoch, daß einige verloren gegangene Gegenstände im Fundbüro wieder auftauchten, samt Inhalt.

Was wünsche ich mir für nächstes Jahr? Hmm, weniger Death Metal, besseres Wetter, Logo-Shirts an den Ständen und wieder ein richtiges Stoffbändchen am Arm. Ansonsten kann es alles so bleiben wie es ist.
Party.San eben!

Wehrmut am 20.03.2006




::: zur Galerie (87 Bilder) :::


.:: zurück :: nach oben ::.


» Lies dies! «

» Kauf mich «

» Deine Karriere «

© 1996-2012 Vönger
erstellt durch dunkelland - metalArt
Unser RSS-Feed Get Firefox