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Von G├Âttinen, Tod und Teufel

Party.San Open Air XI

Amon Amarth, Suffocation, Necrophobic, Krisiun, Lord Belial, Sear Bliss, Impious, Occult, Necrophagist, Soul Demise, Cirith Gorgor, Obscenity, Darkened Nocturn Slaughtercult, Recapture, Secrets of the Moon, Cannibal Corpse, Entombed, Napalm Death, 1349, Moonsorrow, Graveworm, Enthroned, Dead, Omnium Gathering, Disparaged, Final Breath

Ort: Bad Berka / Flugplatzwiese
Datum: 11.08.2005 bis 13.08.2005


Mittwoch
Ein Jahr war verstrichen seit dem letzten Party.San und so wurde es Zeit, wieder die schwarzen Koffer zu packen und zum aktuellen Festival nach Bad Berka aufzubrechen. Nach einiger Planung beschlossen wir - das waren Heiko, Stefan und ich - uns schon mittwochs abends zu treffen, um dem gro├čen Andrang und den somit ├╝berf├╝llten Zeltpl├Ątzen zu entgehen. Da wir aber jeder aus einer anderen Ecke Deutschlands kamen, wurde ein zentraler Treffpunkt au├čerhalb der Musikst├Ątte angestrebt und was bietet sich da mehr an, als das ans├Ąssige Lokal einer gro├čer 'Restaurantkette'. Dies funktionierte auch recht gut; innerhalb eines Zeitfensters von 30 Minuten waren gegen 21.30 Uhr alle da. Dann hie├č es noch ein letztes Mal frisch machen vor dem Open Air, ein K├Ąffchen f├╝r die S├╝chtigen und ab zum Festivalgel├Ąnde.
Dort ankommend sahen wir, da├č es jetzt schon recht voll war. Nach der Fahrzeugkontrolle, bei der moniert wurde, da├č wir diese kleinen 2cl Party-Schnapsflaschen aus Glas mithatten (Ok, die h├Ątten wir im Suff am Tisch zerschlagen k├Ânnen und w├Ąren dann aufeinander losgegangen!), begann die Platzsuche. Nach einem ersten Strategiegespr├Ąch, einer anschlie├čenden Platzrundfahrt und einigen Wendeman├Âvern fanden wir dann einen Standort am Rande des Zeltplatzes mit Blick auf die Startbahn vom Flugplatz. Zwar hatten wir die 'Urinalrinne' in der N├Ąhe (was nat├╝rlich auch Vorteile birgt), daf├╝r aber auch relative Ruhe. Schlie├člich hatten wir Urlaub!
Der erste Abend verstrich mit dem Zeltaufbau und der Anbringung von Planen zwischen den Fahrzeugen recht schnell. Von den angeblichen vier Packungen Fleisch wurden dann noch zwei gegrillt, so da├č wir gegen drei Uhr in der Fr├╝h wahlweise ins Zelt oder Auto fielen. Das eigene wohlgemerkt. Das erw├Ąhne ich, da in der Nachbarschaft wohl ein besonders feierfreudiger Zeitgenosse im Zelt lag. Allerdings war dies nicht sein eigenes, so da├č der Eigent├╝mer ├╝ber Stunden versuchte, den uneinsichtigen Alkoholiker aus dem Zelt zu vertreiben.


Donnerstag
Der Tag begann, wie er aufh├Ârte: mit Steaks auf dem Grill. Stefan erbarmte sich immer, auch weil er der erste war der aufwachte, aus Bad Berka frische Br├Âtchen zu holen. Das kam allerdings am ersten Tag noch ├╝berraschend und so stutzten wir eine Weile, weil Stefan samt Auto verschwunden war. Aber da das Zelt noch stand, machten wir uns Hoffnungen da├č er nicht ganz abgereist war. Als dann alle den Sand aus den Augen gekratzt hatten, wurden also die Steaks ausgebreitet. Urspr├╝nglich sollten Stefan und ich jeweils so acht Steaks mitbringen. Gesagt getan, also holte ich die acht sch├Ânsten, saftigsten und billigsten St├╝ck Fleisch, die der Einkaufsmarkt hergab. Was passieren kann, wenn man das seiner besseren H├Ąlfte ├╝berl├Ą├čt, sah man an Stefan. Statt mit acht Steaks kam er mit mindestens zehn St├╝ck an. Aber nicht St├╝ck Fleisch, sondern Packungen! Also hatten wir mehr als genug Fleisch und dank der K├╝hltaschen blieben sie auch noch frisch. Den Rest t├Âtete der Grill ab.
Das Wetter tat sein ├╝briges: Zwar regnetet es nicht w├Ąhrend des Festivals (bis auf zwei kleine Ausnahmen), aber es blieb bedeckt, windig und relativ frisch, so da├č man kaum im Shirt dastehen konnte. Nun ja, den Rest des Tages verbrachten wir mit Sinnieren (das ├╝bliche: Wein, Weib & Gesang), einem Rundgang ├╝ber den Zeltplatz inklusive dem schon sich f├╝llenden zweiten Areal auf dem angrenzenden Acker, dem Abholen der B├Ąndchen (Die Presseb├Ąndchen waren diesmal nicht aus Stoff, welch Frevel! Was soll ich mir nun an die Pinnwand h├Ąngen!?) und dem weiteren Ausbau der Behausung um Wind und Wetter zu trotzen.

Enthroned
Enthroned



An diesem Abend sollte es um 21.00 Uhr losgehen. Das hie├č f├╝r uns, noch ein paar Steaks essen und dann ab in die Zeltb├╝hne, wo schon Recapture spielten. H├Ârte sich gar nicht so ├╝bel an. Tiefes Gegrunze und Death Metal war angesagt. Der zierliche S├Ąnger holte tief aus dem Bauch heraus eine Menge Energie, die auch auf das Publikum ├╝berschwappte. Aber Moment! S├Ąnger? Nein, das war eine Frau. Also etwas weiter vor zur B├╝hne in Fotoentfernung und ja, diese abgrundtiefe, ha├čerf├╝llte Stimme kam aus dem K├Ârper einer normal gebauten Frau; verwunderlich wie sie das so vortragen konnte. Da k├Ânnten sich einige M├Ąnner noch ein Scheibchen von abschneiden. Das meinten auch die Anwesenden, denn um Zugabe wurde gebeten. Was jedoch des strengen Zeitplanes wegen nicht erf├╝llt werden konnte.
Als zweite Band folgten die Black Metaller von Secrets of the Moon. Mir pers├Ânlich sagen sie nicht so zu, da das Material zu komplex & avantgardistisch ist. Und live l├Ą├čt sich das noch schwerer vortragen. Ich glaube das war auch ein Grund, warum die Menge nicht soviel Gefallen an den St├╝cken fand. SOTM spielten gut, ohne Zweifel, aber man kommt nicht so schnell in ihre Musik hinein. Ich glaube, die Menge rief auch nicht nach Zugaben, so da├č keine gespielt wurden, obwohl sie auf der Setlist standen ('Carved in Stigmata Wound'). Einzig 'Miasma' konnte mich ├╝berzeugen, hat dieser Sing doch eine etwas offenere Struktur.
Nun folgten Darkened Nocturn Slaughtercult, wiederum mit einer Frau am Mikro. Nach theatralischem Bluttrinken aus einem Kelch begann die Frau mit der langen blonden M├Ąhne Black Metal der alten Schule zu spielen. Gitarren, Schlagzeug und Kreischgesang; so wie es sein soll. Und die S├Ąngerin Onielar konnte gut kreischen! Die Band gibt es nun auch schon seit acht Jahren und so zollte das Publikum auch seinen Respekt in Form von Applaus, Kopfsch├╝tteln und Zugaberufen am Ende. Zudem war ein Teil der Menge paralysiert von der S├Ąngerin, allen voran Heiko. F├╝r ihn hie├č es nur noch seine G├Âttin hier, seine G├Âttin da; den ganzen Abend schw├Ąrmte er nur noch von ihr und h├Ątte er sie die Nacht in die Finger bekommen, ich h├Ątte f├╝r nichts garantiert.
Als letzte Gruppe folgten Obscenity. Geradliniger Death Metal dr├Âhnte aus den Boxen und der Menge gefiel es. Nicht ganz so unser Metier, also zogen wir uns unbeobachtet zur├╝ck und k├╝mmerten uns den Rest der Nacht um den liebestrunkenen Heiko. Prost!


Freitag
Nach dem Aufstehen und Fr├╝hst├╝ck war es auch schon nach 13.00 Uhr und langsam nahte die erste Band. Mit Verz├╝ckung nahm Heiko die Tatsache auf, da├č der Soundcheck im Vorfeld mit Kl├Ąngen von Pink Floyd vollzogen wurde. Auch sonst war die Musik der Party.San-Crew nonkonform. W├Ąhrend der Pausen am Freitag zwischen den St├╝cken wurde ein Best-of der Filmmusiken von Ennio Morricone gespielt ('Spiel mir das Lied vom Tod', 'Mein Name ist Nobody'), Swing (Robbie Willams?) oder Lieder aus Pulp Fiction.
Gegen zwei Uhr begaben wir uns auf das Festivalgel├Ąnde, um dem Kommerz zu fr├Ânen. Auf der einen Seite waren die Sponsorenst├Ąnde mit wie immer zu hohen Preisen. 12-15 Euro f├╝r eine CD! Das ist nicht gerechtfertigt, bei keiner Band und schon gar nicht sollte der Preis f├╝r alle gleich sein! Dort kaufte sich dann Heiko trotzdem noch ein Shirt seiner G├Âttin und langsam begannen wir dann, die andere Seite zu erkunden. Dort waren die kleineren Mailorder und Shops vertreten, wo man auch normale Preisvorstellungen hatte (7-12 Euro pro CD). Nichtsdestotrotz konnte ich wieder nichts f├╝r mich finden. Weder einen Musiktr├Ąger, noch ein Bekleidungsst├╝ck gefiel mir. Die Label haben es immer noch nicht begriffen, da├č es manche Leute gibt, die nur das Logo einer Band auf der Brust wollen, und keine bunten Bildchen vom Albumcover. Aber anscheinend denken die Label anders, denn nur auf Girlie-Shirts sind diese Nur-Logo-Motive zu finden. So zog ich also abermals unverrichteter Dinge von dannen und es bleibt mir wohl nichts anderes ├╝brig, solche Shirts in Eigenregie selbst drucken zu lassen. Die Vorteile (gew├╝nschtes Motiv/Farbe/Gr├Â├če/Material, Textilart, Menge) wiegen die Nachteile (Preis, Qualit├Ąt) allemal wieder auf. Obwohl die Nachteile noch nicht einmal als solche zu erkennen sind, denn die Qualit├Ąt der Aufdrucke hat dramatisch nachgelassen und die aktuellen Shirt-Preise stehen in keinem Verh├Ąltnis zu diesen Gummiaufdrucken, die nach dem ersten Waschen verschwunden sind. Aber ich schweife ab.

Cirith Gorgor aus den Niederlanden waren bereits auf der B├╝hne und leisteten als erste Band des Tages gute Arbeit. Sie ├╝berzeugten mit schnellen Black Metal der druckvoll aus der Anlage kam, ihre Show auf der B├╝hne war allerdings etwas mager. Danach folgten Soul Demise und Necrophagist mit Death Metal. F├╝r uns das Zeichen, uns etwas zu erholen und das Gel├Ąnde zu verlassen. Also noch einmal schnell zum Party.San Merchandise um Mitbringsel f├╝r die zur├╝ckgebliebenen Kinder zu Haus zu kaufen. Noch gibt es keine Kindergr├Â├čen, deshalb empfahl man den Kauf eines Girlie-Shirts f├╝r die Kleinen. Zum Gl├╝ck kamen wir noch rechtzeitig, denn Heiko kaufte das letzte Party.San-Girlie. Wenn ihr also keins mehr bekommen hat, er ist schuld!
Da danach wieder zwei Death/Trash Metal Bands folgten (Occult und Impious), fuhren wir kurzerhand zur schon eingangs erw├Ąhnten Franchisekette, auch da sich die vielen Steaks schon ihren Weg durch den K├Ârper gebahnt hatten. Zwar war die Anzahl der Dixis auf dem Gel├Ąnde erh├Âht worden und laut Stefan auch sauber, aber wenn man die Wahl hat, dann nimmt man auch eine kleine Fahrt in Kauf.
Zur├╝ck am Zelt h├Ârten wir von weitem noch Occult und Impious zu, bevor wir dann zu Sear Bliss aus Ungarn wollten. Und justament zu diesem Zeitpunkt begann es zu regnen. Zum Gl├╝ck legte sich der Regen etwas, so da├č wir nicht allzu na├č wurden. Das besondere an der Band war, da├č sie neben den klassischen Instrumenten des (sinfonischen) Black Metals auch eine Posaune einsetzten und dies klang sehr gut. Ich f├╝r meinen Teil bin f├╝r derartige Neuerungen sowieso immer zu haben aber auch der Meute vor der B├╝hne gefiel es (besonders das Bathory Cover 'Enter the Eternal Fire'). Das Blasinstrument ersetzte in vielen Teilen die Passagen, die sonst ein Keyboard ├╝bernehmen w├╝rde und w├Ąhrend der Musikant nicht spielte, schwang er den Kopf im Rhythmus der Musik. Leider hatten sie kein St├╝ck in Originalsprache (die ich verstehe) und so blieben die einzigen ungarischen Worte ein 'egy, k├ęt, h├í [-rom]' ('eins, zwo, drei').
W├Ąhrend des Konzerts und ├╝berhaupt auch im Festivalverlauf fielen einige Kinder (2-5 Jahre) auf, die von ihren Eltern schon recht gut auf Metal getrimmt waren: Pommesgabel, Grunzen, Fratzen schneiden und (leichtes) Headbangen. Diese Familien waren bis zum Abend auch recht oft vorne mit an der B├╝hne, wobei uns allerdings mi├čfiel, da├č einige Kinder zeitweise keinen Geh├Ârschutz trugen.
Nach Sear Bliss folgten p├╝nktlich um 19.00 Uhr Lord Belial, der erste gro├če Black Metal Headliner des Festivals. Alle Mann in Tarnfleckhosen, das konnte nichts Gutes bedeuten. Und diese Bef├╝rchtung best├Ątigte sich. Soundprobleme, zu lange Pausen zwischen den Liedern und inspirationsloses Spiel. Heiko, der sich besonders auf den Auftritt freute, meinte da├č es nicht ann├Ąhernd so wie auf CD klang. Zwar wurde hier erstmal etwas Pyrotechnik eingesetzt, aber die Show war langweilig. Genauso wie bei Krisiun, die danach auftraten. Schneller, kompromi├čloser Death Metal aber die drei Mann auf der B├╝hne standen nur da und spielten die St├╝cke.
Schlie├člich gingen wir wieder zum Auto, um uns f├╝r sp├Ąter zu st├Ąrken. W├Ąhrend wir unsere S├╝ppchen a├čen, Kaffee und Alkoholika konsumierten, h├Ârten wir von weitem Necrophobic (Death Thrash) und von nebenan nachgestellte Szenen aus Beavis & Butthead ('I am Cornholio! I need TP for my bumhole!') und Mars Attacks ('Ack, ack-ack, ack-ack-ack-ack').
Zur├╝ck an der B├╝hne beendeten Suffocation gerade Ihren Auftritt. Nun war es schon recht voll und alles wartete auf den Headliner des Tages: Amon Amarth. Zur Geisterstunde kamen die Skandinavier denn auch und boten die bis dahin beste Show des Abends. Mit viel Dynamik, Spielfreude und Fankontakt verstand es die Gruppe, die Massen zu begeistern und die gute Musik tat ihr ├╝briges dazu. Nach einer Zugabe und viel 'Prost' war es dann aber nach einer Stunde auch schon zu Ende. Die Zeit verging hier viel zu schnell und so l├Âste sich die Mange auch nur langsam auf. Der eine Teil str├Âmte in Festzelt zur Metaldisco, der andere zog die 'Ruhe' am heimischen Herd vor. Wir geh├Ârten zu letzteren und lie├čen den Tag im leichten Regen ausklingen.


Samstag
Stefan holte wieder frische Br├Âtchen f├╝r das Fr├╝hst├╝ck, diesmal allerdings mit dem eigens eingerichteten Party.San Shuttlebus inklusive Musikbeschallung und Schanktheke. W├Ąhrend des Fr├╝hst├╝ckes wurden wir von der einen Seite mit Olaf Schubert (toll!) und von der anderen mit Madonna (eher nicht so toll) beschallt. Irgendwann wurde uns die Radiomusik vom Nachbarauto zu viel und wir konterten stilecht mit Bethlehems 'Dictius te Necare'.
Den Festivaltag starteten Final Breath mit Thrash Metal. Musikalisch waren sie gut, wenn auch nicht unbedingt unsere Lieblingsmusik. Aber die Art wie die Musik r├╝berkam war nicht schlecht, denn man sah es der Band und besonders dem S├Ąnger an, da├č es ihnen Spa├č machte und das ├╝bertrug sich auch auf das Publikum. Danach begann Disparaged mit einem Sample seinen Auftritt: 'Achtung Achtung, das Vater-Sohn-Sackh├╝pfen beginnt in f├╝nf Minuten auf der Nordwiese. Die Teilnahme ist Pflicht.' Da hatte ich schon gehofft, da├č es lustig werden k├Ânnte, aber nix da. Normaler Death-Grind kam da aus den Boxen. Also gingen wir wieder zum Wagen, denn der Abend sollte lang werden. Von Omnium Gatherum haben wir nur von weitem die B├Ąsse geh├Ârt und Dead war auch nicht der Rede wert.
Aber danach folgten Enthroned, so da├č wir wieder vorne mit dabei waren. Endlich mal wieder ein bi├čchen Black Metal f├╝r uns und es hat richtig Spa├č gemacht, den b├Âsen Buben zuzuschauen. Pr├Ązise, grimmig und schnell mit Freude am Spiel trugen die Belgier ihre Titel vor und die Fans dankten es ihnen. Lord Sabathan stand da mit seiner roten Ibanez-Gitarre und bot ein herrliches Bild. Nicht belustigend, sondern eher mit dem Gef├╝hl im Magen 'Ja, dem macht das Spa├č'. Irgendwie ganz anders als der Auftritt in Aue, dem ich vor einigen Jahren beiwohnte.
Mit Graveworm folgte danach wieder ein Garant f├╝r unterhaltsamen Metal. Die Tiroler, mittlerweile erprobt auf vielen B├╝hnen, entschuldigten sich mehrmals f├╝r den Ausfall im letzten Jahr und hatten den wohl showtechnisch besten Auftritt des Festivals. Der S├Ąnger kam zuweilen von der B├╝hne und sang mit den Fans am Absperrzaun zusammen einige Passagen, bot aber auch on-stage einiges. Der Rest der Truppe legte sich auch m├Ąchtig ins Zeug, so da├č die Band auch gut zu sp├Ąterer Stunde und vielleicht irgendwann einmal als Headliner fungieren k├Ânnte.
Um acht Uhr folgte mit den Finnen von Moonsorrow das allj├Ąhrliche Tribut der Party.San-Crew an den Humppa. Von oben bis unten mit 'Blut' bekleckert, spielten Moonsorrow ihren nordischen Viking/Pagan Metal mit Anleihen an Bathory, gemixt mit Keyboardpassagen und einigen folkloristischen Kl├Ąngen. Am Ende gab es noch einmal einen Humppasong ('Do you like Humppa?').
Nun war es aber an der Zeit f├╝r den heutigen Black Metal Act, 1349 aus Norwegen. P├╝nktlich um 21.00 Uhr war der normale Soundcheck vorbei und p├╝nktlich 21.15 Uhr auch der von Frost ('No Vocals' hier, 'Guitars' dort, 'Ba├č' da dr├╝ben). Durch den Verzug durften dann aber 1349 auch nur 30 Minuten spielen, und zwar von 21 Uhr 13 bis 49 (Dank an Heiko f├╝r das Wortspiel, auch wenn sie erst 21.16 Uhr anfingen!). Was dann aber gespielt wurde, war nicht von schlechten Eltern. Zu Beginn gab es ein wenig Feuerspucken und danach folgte der typische norwegische Sound. S├Ąnger Ravn setzte sich mit Posen gekonnt in Szene, Frost spielte wie immer wunderbar und auch die anderen Musiker beherrschten ihr Handwerk. Aber wie bereits erw├Ąhnt, war das Schauspiel schnell, zu schnell vor├╝ber und die Norweger mu├čten Platz machen f├╝r die Grinder von Napalm Death.
Und auf einmal wich das Publikum mit langen Haaren dem mit k├╝rzerer Haarpracht. Nachdem Heiko entt├Ąuscht feststellen mu├čte, da├č Napalm Death nicht mehr das Niveau von fr├╝her hatten (wildes Gehampel auf der B├╝hne, schlechte Songs etc.) verlie├čen wir den Schauplatz wieder und gingen zum Auto. W├Ąhrend Napalm Death und Entombed spielten, berieten wir das weitere Vorgehen und einigten uns auf eine rasche Abfahrt nach Hause. Stefan w├Ąre sowieso schon gefahren und Heiko und ich wollten nicht mehr bis zum Morgen warten. F├╝r mich hie├č es aber noch bleiben, denn Cannibal Corpse und auch die Excrementory Grindfuckers wollte ich sehen. Also bauten Stefan und Heiko alles ab, w├Ąhrend ich zu Cannibal Corpse ging.
Die Show fing erst 0.30 Uhr mit 30 Minuten Versp├Ątung an. Einige der Lieder von den Amis gefallen mir, jedoch nicht alle und auf Dauer ist mir das Gekn├╝ppel auch zu monoton. So blieb ich nur ca. eine halbe Stunde, konnte aber miterleben wie sich der S├Ąnger George Fisher das Gehirn aus dem Kopf dr├╝ckte. Ich habe noch keinen so schnell headbangen gesehen und ich m├Âchte nicht wissen, was er f├╝r eine Nackenmuskulatur hat. Gesund jedenfalls sah es nicht aus und es kann auch keiner behaupten, da├č bei der Intensit├Ąt und Dauer keine Sch├Ąden davongetragen werden. Aufopferungsvoll! Cannibal Corpse entschuldigte sich, da├č sie kein 'Hammer Smashed Face' spielen d├╝rfen, boten aber allerhand anderes Material dar, was den Fans gefiel. Ich ging dann aber wie erw├Ąhnt zur├╝ck zum Wagen, machte alles startklar und war dann zur letzten Band, den Excrementory Grindfuckers, wieder im Festzelt.
Ein w├╝rdiger Abschlu├č f├╝r das Party.San und sch├Ân, da├č die letzte Band des Festivals immer aus der heiteren Ecke kommt. EG reihten sich so nahtlos in die Riege von Manos und Verst├Ąrkertod ein. Die Band hat die Eigenart, da├č sie in ihre Coversongs meistens 'Grind' einbauen: 'Ein bi├čchen Grind mu├č sein', 'Es steht ein Grind auf dem Flur', 'Oh When the Saints Go Grinding in' usw. usf. Die vier Mannen und zuweilen eine weiblich Aushilfe konnten mit ihrem Mix aus extrem schnellem Grind und fast lieblichen Kl├Ąngen mit Keyboard, Schlager/Pop und Fl├Âte die Menge auch zu so sp├Ąter Stunde noch redlich begeistern. Mit viel Hingabe f├╝r das Publikum und einer guten Show schlossen die Excrementory Grindfuckers das Festival ab.
Ich f├╝r meinen Teil verschwand w├Ąhrend 'You're My Grind, You're My Core' aus dem Zelt und fuhr dann dreivierteldrei (das ist 2.45 Uhr) in meine alte Heimat weiter, wo ich dann halb f├╝nf ankam. Am n├Ąchsten Morgen, nach viel Schlaf, einer anst├Ąndigen K├Ârperhygiene und einem guten Fr├╝hst├╝ck konnte ich dann auch wieder in die 'normale' Zivilisation entlassen werden.


Fazit
Knapp vier Tage Festival sind lang, besonders wenn es k├╝hl ist. Aber die Party.San-Crew versteht es, die Leute bei Laune zu halten: Fr├╝hst├╝ckspakete, ein ordentlicher Zeltplatz, erstmals in diesem Jahr auch Duschen, kleine Preise und gro├če Bands. F├╝r uns als Black Metaller war es dieses Jahr im Vergleich eher d├╝rftig. Von den 27 Bands waren gerade mal 4 reine Black Metal Bands dabei (Darkened Nocturn Slaughtercult, Enthroned, 1349 und Lord Belial) und vielleicht noch 6 andere, die gesitteteren Black Metal spielen. Der Rest wie immer Death/Thrash/Grind. Wenn das Festival an sich nicht so gut w├Ąre, w├╝rde ich mir die Teilnahme vielleicht ├╝berlegen. Aber was will man machen, es ist eben vornehmlich f├╝r die andere Interessengruppe ausgelegt.
Was gibt es sonst noch zu sagen? Die Organisation wird von Jahr zu Jahr besser und man entdeckt immer neue Dinge. Die Lichttechnik hat sich verbessert aber daf├╝r gab es dieses Jahr sehr wenig Pyrotechnik, speziell Feuer. Es wurden zwar ein paar Funkenspr├╝her an der B├╝hne gez├╝ndet (einer 50cm neben mir; komisch da├č mich da keiner von der Security darauf hingewiesen hat, letztes Jahr mu├čte man meterweit weg gehen wenn auch nur eine Wunderkerze brannte) aber so die richtigen Feuerfont├Ąnen fehlten dieses Jahr. Gut, bei Death Metal braucht man das nicht aber wenn es dunkel ist, sieht es trotzdem besser aus. Zumal es dieses Jahr auch eine kleine Feuerwand vor dem Schlagzeug gab, die gar nicht mal schlecht aussah. Brennen mu├č es! Brennende Kreuze, lodernde Flammen links und rechts, ein Wall von Feuer! Vielleicht dann n├Ąchstes Jahr mit passenden Bands (Achtung Zaunspfahl!).
Ich wei├č nicht ob dies schon vorher der Fall war, aber dieses Jahr ist es mir zumindest aufgefallen, da├č die Security um Personal von JAPO, alteingesessenen Leuten der Region sicherlich ein Begriff als 'Serviceunternehmen' f├╝r Sicherheitstechnik, erweitert wurde. Ich hatte keine Probleme mit ihnen, aber im PSOA-Forum gab es einige Eintr├Ąge bez├╝glich Voreingenommenheit vom Personal gegen├╝ber Angelegenheiten mit rechten Schergen. Diese sollen auch wieder ihre Lieder gespielt und Parolen gerufen haben. Jedes Jahr das gleiche. Auch Diebstahl gab es in diesem Jahr wieder, aus Zelten und Autos. Erfreulich jedoch, da├č einige verloren gegangene Gegenst├Ąnde im Fundb├╝ro wieder auftauchten, samt Inhalt.

Was w├╝nsche ich mir f├╝r n├Ąchstes Jahr? Hmm, weniger Death Metal, besseres Wetter, Logo-Shirts an den St├Ąnden und wieder ein richtiges Stoffb├Ąndchen am Arm. Ansonsten kann es alles so bleiben wie es ist.
Party.San eben!

Wehrmut am 20.03.2006




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