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Atanatos Konzert

Atanatos Konzert

Atanatos, Cerebrocide, Dark Shades, Desaster

Ort: Jena / Rosenkeller
Datum: 10.09.1999


Zun├Ąchst mal die Lokation - mitten in Jenaer Altstadt befindet sich ein denkmalgesch├╝tztes Geb├Ąude - die Gastst├Ątte 'Zu Rosen', deren Keller scheinbar f├╝r allerlei D├╝sterkeiten pr├Ądestiniert ist. Hm, auch f├╝r ein Metal-Konzert? ├ťber eine steile Treppe mit einer H├Âhe von knapp 1,70 gelangt man in eine Art Vorraum mit Tischen und B├Ąnken. Der eigentliche 'Veranstaltungsort' ist ein ca. 20 m┬▓ gro├čer Raum am Gangende, mit einem Tresen und Platz f├╝r nicht mehr als 50 Leute... Anfangs war ich stutzig geworden: ist das alles? Dazu befindet sich die B├╝hne direkt am Durchgang, der Engpa├č schien vorprogrammiert. Allerdings hab ich das ausgehfaule Jenaer Publikum ├╝bersch├Ątzt, so viele waren dann doch nicht da. Die Organisatoren schienen die Sache nicht so ernst zu nehmen, so war eine Band ausgefallen und die Reihenfolge der auftretenden Bands hat sich ziemlich ge├Ąndert, was ich dann aber nur aus Zufall von einigen Bandenmitgliedern erfahren hatte, ts-ts-ts...

Den Anfang machten mit einiger Versp├Ątung Dark Shades. Sofort wurde mir bewu├čt, da├č der alte Keller nicht sehr konzerttauglich ist: der Sound war einfach beschissen und derma├čen laut, da├č ich trotz Ohrenst├Âpsel hinterher fast taub war. Wie es den Leuten ohne ging?
Naja, zur├╝ck zur Band: 6 Leute, eine zierliche Dame am Keyboard, ein wie ein Penner aussehender S├Ąnger (Br├╝ller?), zwei Gitarristen, von den einem war wegen technischer Schwierigkeiten fast den ganzen Gig lang nichts zu h├Âren, weswegen er dann zum Schlu├č genervt die B├╝hne verlie├č, und der Bassist war 'nicht zu ├╝berh├Âren'. Man hatte das Gef├╝hl, da├č die Band ohne Soundcheck und ohne Vorbereitung auf die B├╝hne ist. An diesen dingen lag es wohl auch, da├č bei deren Black-Death-Gothic-Gemisch kein richtiges Feeling 'r├╝berkam. Es klang nach Crematory auf Black Metal und erinnerte mich stark an die Italiener Graveworm. In den 'Saal' verirrten sich kaum 30 Leute, die Stimmung war dementsprechend (bis auf einen einzigen Headbanger) gehalten.
Nach einer halbst├╝ndigen Umbaupause wu├čte ich nicht so recht, wer jetzt spielt, aber die gro├če Menschenmenge vor der B├╝hne lie├č erwarten, da├č Jenaer Atanatos jetzt dran sind. Hm... Ich habe von den ├Ąlteren Alben der Band anderes gekannt. Geboten wurde Thrash Metal mit Black-Metal-Vocals und SEHR zur├╝ckhaltender Keyboard-Untermalung. Der Fronter mit seinem Sodom-T-Shirt war der personifizierte Ausdruck der Musik. Schlecht war der Gig nicht, aber man hat was vermi├čt: Black Metal... Der augenscheinliche Spielspa├č der Jungs&M├Ądel wirkte sich nat├╝rlich auf das Publikum aus, sie wurden m├Ąchtig abgefeiert und es wurde eng vor der B├╝hne.
Eigentlich habe ich erwartet, da├č Desaster der Hauptakt des Abends sein wird, aber den Jenaern reichte es wohl die Landsleute gesehen zu haben. So war es ziemlich leer vor der B├╝hne, schon seltsam, aber hatte den Vorteil, da├č man genug Platz zum Bangen hatte. Nur animierte der unorigineller Black-Thrash nicht besonders dazu, wohl auch wegen dem (wie bei Atanatos) absolut beschissenen breiigen Sound. Die wenigen Anwesenden waren wohl alle Die-Hard-Fans, so wurde gebangt, gebr├╝llt, gefeiert. Oh ja, die Jungs von Desaster haben sich feiern lassen (Naja, kann man sich bei einem 10-j├Ąhrigen Bandjubil├Ąum schon erlauben). Mittendrin st├╝rmte der S├Ąnger von Atanatos die B├╝hne und bangte was das Zeug h├Ąlt zusammen mit dem Desaster-Gitarristen. Nach drei Zugeben-unter anderen auch Venoms 'Countess Bathory'-gingen sie total fertig aber zufrieden von der B├╝hne.

Hinterher meinten die Leute wohl, da├č jetzt Schlu├č w├Ąre, und haben den heimlichen Headliner des Abends verpa├čt: die Leipziger Cerebrocide. Ungeachtet der l├Ącherlichen Publikumsgr├Â├če-kaum 30 Leute und daher sp├Ąrlichen Feedback holzten die Jungs den ├Ąu├čerst brutalen Death Metal runter, lieferten einen Nackenbrecher nach dem anderen! Mir war der Muskelkater im Nackenbereich zumindest sicher! Die Songs waren auf technisch hohem Niveau und viel Spielfreude geboten. Nach 2 Zugaben (von ca. 5 Leuten gefordert!) haben Cerebrocide die B├╝hne widerwillig verlassen. Am besten l├Ą├čt sich ihre Musik mit Sinister oder den alten Entombed vergleichen. Und vor solchem Vergleich brauchen sie sich nicht zu scheuen, ich bin sicher, da├č man von dieser Band in Zukunft noch was h├Ârt! Tip: das in August rausgebrachte Deb├╝t-Album hei├čt 'Dellusion'!

Insgesamt betrachtet war es ein erfolgreicher (Nackenmuskelkater!) und preiswerter (15,- DM) Abend, zumal ich mich davon abhalten konnte, an den CD-St├Ąnden drau├čen im Biergarten was zu kaufen. Eines wei├č ich jetzt: ohne Ohrenst├Âpsel ist Rosenkeller gesundheitsgef├Ąhrdend! ;-)

Vamp am 05.06.2005




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