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Morbide Festspiele

Mayhem, Red Harvest, Miseria, Solarisis, The Now Noise!

Ort: Bischofswerda / East Club
Datum: 08.09.2000 bis 10.09.2000


Das Vönger-Team konnte bisher schon eine ganze Reige der einflußreichsten Bands auf zahllosen Konzerten erleben, lediglich eine der geschichtsträchtigsten Bands fehlte noch: Mayhem. Die morbiden Festspiele in Bischofwerda gaben uns dann endlich die Gelegenheit, denn die illustren Norweger hatten sich für den zweiten Tag des dreitägigen Festivals angekündigt.

Nach ein wenig Überzeigungsarbeit gelang es mir (Deadleft) dann auch, Wehrmut an bewußtem zweiten Tag zum Mitfahren zu gewinnen. In Bischofswerda fuhren wir zunächst noch in einen Supermarkt und besorgten uns noch etwas Ausrüstung für das Konzert: einen Farbfilm, ein halbes Kilo Möhren, Schokolada, Kekse und Zwieback. Von zu Hause hatte ich noch einen Sixpack Apfelsaftschorle & etwas Obst und Wehrmut wie immer nur Süßwaren mitgebracht, so daß wir uns beruhigt auf die Suche nach der Location machen konnten. Das Festivalgelände entpuppte sich als Clubschuppen mit einem wildem Parkplatz, der sich auf der gegeüberliegenden Straßenseite am Rande des örtlichen Bahnhofs befand. Nach einem kurzen Einparkprozedere, schlenderten wir dann auch schon in die Räumlichkeiten, um dort festzustellen, daß die erste Band erst in mehr als einer Stunde spielen würde, entgegen dem Spielplan der im Internet zu finden war. Nicht einmal die Bandreihenfolge stimmte annähernd! So stärkten wir uns also erst einmal und planten die nächsten Vönger-Kreuzzüge.

Manic von Mayhem
Manic von Mayhem



Nach einem anschließendem kurzen Abstecher zu den zahlreichen Verkaufsständen und einem kurzen Gespräch mit einem Kollegen vom Legacy, konnten wir dann endlich den Auftritt von Miseria verfolgen. Die Deutschen wurden ihrer Rolle als Anheizer in weiten Teilen gerecht und Wehrmut zeigte sich recht begeistert. Nach The Now Noise!, einer harten aber nicht unbedingt guten Metal Band folgten Solarisis mit einer Mischung aus Keyboardgespiele und Death Metal, die einigen Besuchern recht gut gefiel. Aeternus waren uns noch schlecht in Erinnerung und so blieb uns nur die Hoffnung auf einen Sinneswandel bei den Skandinaviern. Leider vergebens. Eine halbe Stunde holzte die Band in nimmermüder Gleichgültigkeit ihr Programm herunter, das aus montonem Black Metal mit herbem Death Metal Einschlag bestand. Die zahlreichen Hochgeschwindigkeitspassagen konnten aber einige Fans zum Headbangen und ähnlichem animieren. Griffin aus Norwegen mußtren ihren Auftritt leider absagen, weshalb dann ihre Landsmänner von Red Harvest zum Zuge kamen. Diese konnten sowohl Wehrmut (zumindest bei der späteren Drumorgie) als auch mich mit einer beinharten Melange aus Black Metal und Industrial begeistern. Vor allem die mehrminütige UltraSpeed-Vernichtungssequenz [tm] am Schluß mit zwei Schlagwerken ließ so manchen Zerstörungswütigen im Saal heimlich frohlocken.

Nach einer weiteren schier endlosen Umbaupause waren dann endlich Mayhem an der Reihe. Zu diesem Zeitpunkt war der viel zu kleine Clubraum bis auf den letzten Winkel mit Menschen vollgestopft. Nach dem üblichen Intro 'Silvester Anfang' vom Band legten Maniac und Co. dann auch los und präsentierten im Laufe der nächsten 45 Minuten einen guten Querschnitt ihres bisherigen Schaffens. Meiner Meinung nach war 'Deathcrush' eindeutig über- und 'De Mysteriis Dom Sathanas' um einiges unterrepräsentiert. Die Stücke von 'Grand Declaration of War' wirkten live um einiges räudiger und bei weitem nicht so geschliffen wie auf CD oder Vinyl. Durch den völlig übersteuerten und viel zu lauten Gitarrensound aber klang so mancher Song unangemessen chaotisch und brutal. Obwohl sich Maniac redlich bemühte, die etwas betretene Stimmung aufzulockern, konnte sich kaum jemand zum Mitmachen aufraffen. Als Folge begannen dann Necrobutcher und vor allem Blasphemer, das Publikum wüst zu beschimpfen, was zu einer noch größeren Lethargie der Menge beitrug und nicht zum Ansehen der Band beisteuerte. Nach viel zu kurzer Spielzeit verließ das Quartett dann auch die Bühne und wir den Clubraum. Wir überlegten im Anschluß noch kurz, ob wir Hypnos und Obscenity noch über uns ergehen lassen wollen, nur um Ashes you Leave sehen zu können und entschieden uns dann für die Abreise, da 4 Stunden Knüppelmusik zu schwer zu ertragen wäre.

Deadleft am 04.06.2005




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