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Schwarz-Braun ist der Metalgruß

Party.San Open Air VI

Manos, Die Apokalyptischen Reiter, Embraced, Finntroll, Postmortem, Herbststurm, XIV Dark Centuries, Disaster K.F.W., Burden Of Grief, Suidakra, Viu Drakh, Grief Of Emerald, Graveworm, Crack Up, Necrophobic, Amon Amarth, Helheim

Ort: Bad Berka / Flugplatzwiese
Datum: 10.08.2000 bis 12.08.2000


Lange hat es gedauert bis sich das Vöngerteam endlich einmal entschieden hat, ein Festival zu besuchen und so wurde den ganzen Frühling über nachgedacht, welches der vielen großen und kleinen Open Airs man doch besuchen wolle. Viele der Termine lagen jedoch ungünstig und so blieb nicht mehr viel übrig. Das Party.San Open Air in Bad Berka war dann aber ein würdiger Einstieg ins Festivalleben. Doch trotz aller Bemühungen gelang es mir nicht auch nur einen weiteren Mitstreiter zu finden (keine Zeit, kein Geld, keine Lust...) und so blieb dann nichts anderes übrig, als mutter- und vaterseelenalleine nach Thüringen zu fahren und zu erforschen, ob es dort mehr gibt, als Rostbratwurst und Klöße.


Donnerstag
So belud ich dann am 10. August 2000 den Vlötsa mit allen nützen und unnützen Utensilien und brauste, nur durch die eine oder andere Baustelle und diverse Fastfoodketten aufgehalten, in Richtung Veranstalltungsort, um dann am frühen Abend an einer Zeltstadt etwas außerhalb von Bad Berka anzukommen. An dem Kassenhäuschen fragte ich nach der mir versprochenen VIP/PRESSE-Karte (protz) aber da dort niemand so recht Bescheid wußte, wurde ich auf den nächsten Tag vertöstet, wo sie dann mehr zu wissen glaubten. 'Naja, das fängt ja schon mal gut an!' dachte ich so bei mir und suchte mir ein heimeliges Fleckchen Graslandschaft aus, auf dem ich die nächsten drei Tage mein Lager und Zelt aufzuschlagen gedachte. Also öffnete ich die Heckklappe und wollte gerade darüber Sinnieren, warum ich das ganze Zeug mitgenommen habe, aber dazu kam ich gar nicht, denn schon laberte mich ein noch freundliches, jedoch durch den Alkohol schon etwas aufgedunsenes rotes Gesicht an, was daß denn für ein Aufkleber auf meinem Auto wäre. Nett wie nun mal bin, erklärte ich ihm, daß es sich um das allseits bekannte und geliebte Vönger WebZine handelt und bot ihm gleich einen des noch druckfrischen neuen Samplers 'Furor Teutonicus' an. Allerdings interessierte er sich weniger für die Musik der Bands als deren Herkunft und wollte andauernd und mit der Trotzigkeit eines kleinen Kindes wissen, ob die Gruppen denn auch 'arisch' wären. Jedoch begnügte er sich nicht mit meiner Aussage, daß alle Bands aus Deutschland kommen, wollte er doch wahrscheinlich ein deutliches 'Ja, sie sind arisch, spielen NSBM und klingen wie Absurd' hören. Zum Glück zog er dann doch ab und ich konnte auspacken.

Helheim
Helheim



Als es dann Abend wurde, freute ich mich wegen der kühlen Temperaturen hier draußen auf dem Land auf das angekündigte Lagerfeuer und die Party mit DJ 'Rakete'. In dem Zelt saß dann ein einsamer Mensch bei seinem Soundequipment und hatte mit technischen Problemen zu kämpfen, so daß einige Titel (u.a. von XIV Dark Centuries) wegen Sprüngen und großem Kratzen abgebrochen werden mußten. Dies störte die 'angeheiterte' Menge jedoch nicht, die selbst bei Dimmu Borgir mitschunkelte. Wieder am Feuerchen, umringt von ca. 20 Mann, angelangt, schaute ich mir das anwesende Publikum etwas genauer an: Betrunke, die gefährlich nah am Feuer hockend dem Entschlummern kaum Einhalt gebieten konnten und nur durch in sie einschlagende Funken wieder aufschreckten, Personen in den obligatorischen Absurd- und Graveland-Shirts, die ihr braun angehauchtes Gedankengut potentiellen neuen Mitgliedern unterbreiten und 'Onkel' Pest von den Apokalyptischen Reitern. Ich gesellte mich dann zu meinen Zeltnachbarn, Karsten und Sven aus Fulda, und einem anderem Menschen, welcher auch kein anderes Thema als 'die gute alte Zeit' hatte. Der Einfachheit, der späten Stunde und des Promillespiegels halber schlug er vor, man solle sich doch nur beim ersten Buchstaben des Namens nennen, das wäre dann nicht so schwer. Also erzählte 'H' 'K', 'S' und mir (auch 'S'), daß Hendrik Möbus einfach zu intelligent für diesen Staat sei (allerdings doch nicht so clever, als daß man ihn nicht hat wieder fassen können!) und er ja eigentlich Ausländer mag, solange sie zu Hause arbeiten! Naja, aufgrund dieses mit der Zeit etwas eintönigen Monologes und der Kälte begab ich mich zur Nachtruhe, vorbei an feuerspuckenden Black Metallern und Gindcore Autos, deren Heckscheibenaufkleber (eine durchgestrichene Note!) nichts gutes zu verheißen schienen, in mein Zelt und versuchte zu schlafen, was allerings durch die Dauerbeschallung bis 6.00 Uhr und ab 7.00 Uhr kaum gelang.


Freitag
Am nächsten Morgen labte ich mich an der mitgebrachten Speise, erhielt nach einigem Suchen meine Pressekarte und konnte somit vorzeitig das Konzertareal erstürmen, in dem die ca. 19 Merchandisingstände gerade aufbauten. Ich schaute mich ein wenig um und kaufte mir einige CDs und Deadleft eine LP, mit der er jedoch keine Freude hatte, da sie wegen der großen Temperaturschwankungen im Auto (9°C - 50°C) später einige Deformationen aufwies. LPs halt! Später holte ich mir dann eine Thüringer Rostbratwurst (also ich hatte schon bessere gegessen) an einem der Cateringstände, wo dann auch wieder der 'nationalbewußte' Musikfreund stand und sich beschwerte, daß bei ihm im Westen der Service besser wäre! Der Mensch fiel mir noch desöfteren auf, zum Beispiel als er erklärte, daß der ostdeutsche Hitlergruß besser wäre als der im Westen der Republik. Anscheinend wird man dieses Gesindel einfach nicht mehr los. Wie aasfressende Kakerlaken vermehren sie sich in der BM-Szene und zerstören einen kleinen Hort der Besinnung und Ruhe!

Naja, jedenfalls war es dann 18.00 Uhr und XIV Dark Centuries erklommen die Bühne und spielten Stücke ihrer CD 'For Your God', hatten jedoch als Opener und vor knapp 40 Mann kaum die Chance, Begeisterungsstürme zu entfachen, obwohl sie viel Energie mitbrachten und die Stücke auch gut waren. Als nächste Band folgten Herbststurm, die jedoch nur ein Lückenfüller waren, da einige Bands nicht kamen. Asphyx hatten sich einen Tag vor Festivalbeginn wegen psychischer Probleme eines ihrer Bandmitglieder aufgelöst und Marduk kamen auch nicht. Dafür spielten Manos als Headliner am Abend und Helheim wurde am letzten Tag die Hauptband, so daß eine Gruppe fehlte und Herbststurm reinrutschte. Allerdings waren sie eher belusitgend als gut, denn mit einem Schlagzeug, einer Gitarre und einem Sänger kann nicht viel gutes rauskommen. Zudem sprang besagter Sänger in seinen Lackschuhen, schwarzer Hose, weißem Unterhemd und hochrotem Klatzkopf wie Rumpelstielzchen auf der Bühne herum und versuchte den Text ins Mikrophon zu kreischen. Viel besser wurde es dann nicht, als Postmortem ihre Show mit dem Geräuschen ihrer Handkurbelsirene begannen. Räudiges Rumgedresche auf den Drums und Gitarrengeleier konnten nicht viele der Fans begeistern und so freute ich mich, als ihr Auftritt (dem Zeitplan nach zu kurz, aber wen kümmert's) endlich zu Ende war.

Jetzt kamen Finntroll, welche mich mit ihren folkloristisch angehauchten Keyboardattacken sofort begeistern konnten und auch dem mitlerweile angewachsenen Publikum einheizten. Auch optisch hatten die an Wikinger erinnernden Mannen etwas zu bieten. Mitgerissen von der Musik verflog die Zeit bis zum Auftritt von Embraced wie im Flug und ihr durchschnittlicher Black Metal interessierte mich kein bißchen, denn gleich kamen Die Apokalyptischen Reiter! So brachte ich meine Fotoausrüstung noch einmal auf Hochglanz, wechselte den Film und stürmte vor die Bühne, wo schon 'Dr. Pest' stand und an seinem Keyboard herumprobierte. Verschmitzt wie immer blickte er die Menge an, lachte hier und da jemanden an, nachdem dieser ihn (wohl als Witz gedacht) als Schwuchtel oder dergleichen tituliert hatte. Sodann kam auch der Rest der Reiter (Eumel mit rot bemaltem Gesicht, Volkmar mit immer länger werdenden Haaren und der neue Drummer Sir G., welcher den ausgestiegenen Skeletton ersetzt) und die Show konnte beginnen. Wie vom Blitz getroffen zuckte ich zusammen, als plötzlich der sonst immer ruhige, zurückhaltende Pest auf einmal anfing, ins Mikrofon zu brüllen. Noch etwas verwirrt lauschte ich den Stücken, meist von dem zu diesem Zeitpunkt noch nicht erschienen 'All you Need is Love' Album, um festzustellen, daß diese härter geworden waren als auf den letzten beiden Alben. Zudem wurde der frühere Gesangspart von Skel auf Pest und Volkmar aufgeteilt, so daß die alten Stücke nicht so sehr überzeugen konnten. Zwar wurden 'Hits' wie 'Dschinghis Khan', 'Metal Will Never Die' oder 'Vader' gespielt, doch wohl mit Rücksicht auf den neuen Drummer (welcher übrigens nicht schlecht spielt) eher die neueren Songs. Da diese jedoch keiner kannte, muß ich gestehen, daß bei früheren Reiter-Konzerten die Stimmung besser war.

Nun ja, der neue Tag war bereits angebrochen, da kam die letzte 'Band' des Abends auf die Bühne: Manos! Ich hatte schon viel von ihnen gehört aber was ich da sah, überbraf meine größten Vorstellungen/Ängste: ein mit zugeklebter Hornbrille, Dederonschürze, Schweißerhandschuhen und allerhand Sachen aus dem Rot Kreuz Container bekleideter Mensch sprang mit einer Gitarre, an der ein Strohbesen, eine Latte und ein alter Beutel befestigt waren (unbedingt Fotos ansehen!), über die Bühne und spielte Songs, die einer Mischung aus JBO und Knorkator glichen, jedoch nur besser und auf Metal. Anscheinend kannten viele die ostdeutsche Kultcombo, wodurch eine großartige Stimmung aufkam, als Kracher wie 'Einer geht noch...', 'Bad Chicken Attack' oder ein Coversong von 'Biene Maja' gespielt wurden. Aber auch der schönste Abend endet einmal und so fiel ich in mein kaltes Zeltbett und schlummert, Oropax sei dank, bis zum nächsen Morgen.


Samstag
Selbigen begann man dann wieder mit einem kargen Mahl und wanderte danach Richtung Konzertwiese, wo es einen Ritterschaukampf geben sollte. Zuerst war aber ersteinmal 'Frühschoppen mit Bed Rock 5', einer Rock'n'Roll Band, angesagt. Nach dieser etwas genrefremden, aber dennoch gut angekommenden Einlage, versammelte man sich auf der Wiese, wo gegen 13.00 Uhr, in glutheißer Sonne, die Ritterkäpfe beginnen sollten. Karsten und Sven teilten sich eine erstandene Flasche Met, die ich, der daraus resultierenden Folgen bewußt, dankend ablehnte. So begannen dann die Mannen in verschiedenen Gewändern ihr sprichwörtliches Blutbad (einer verletzte sich am Kopf und hatte eine Platzwunde!) und die Menge hatte einen 'Heidenspaß', schrien immer wieder Slayer, als der Sänger dieser Gruppe auf seiner Gitarre klimperte, bejubelten den Sieg der Schottendelegation über die 'Christenfeinde' und ergötzten sich an den dieversen Trinkspielen, die als Strafe für zu aufmüpfige Zuschauer dienten.

Nach einer kurzen Pause der Erholung enterten 15.00 Uhr Disaster K.F.W. (Klassischer Friedhof Weimar), mit Skel an den Drums, die Bühne und fegten den letzten Rest des Morgenkaters mittels deftigem Metals weg! Die nachfolgenden Bands, Burden of Grief und Suidakra, spielten Mainstream Black Metal, welcher nur Teile der Menge begeistern konnte. Unter anderem schlief auch Karsten, benommen von dem Met, den vielen Bieren und der Sonne, unter dem Soundturm den Schlaf der Gerechten. Auf das Gebolze von Viu Drakh folgten wieder gewohnte Black Metal Klänge von Grief Of Emerald und Graveworm, ehe mich die Vönger-'Lieblingsband' Crack Up zu einem stärkenden Abendbrot ans Auto zwang. Gut gerüstet begab ich mich gegen 22.00 Uhr wieder zur Bühne, wurde zum ca. zehnten mal an diesem Tag von den Ordnern abgetastet, von wo Necrophobic mit ihrer Death-Grind-Mischung für gute Stimmung sorgten, gefolgt von Amon Amarth, welche den gleichen Stil darboten, jedoch die Menge mit einem 'Wie geht es Ihnen?' begrüßten. Den Abschluß des Abends (oder sollten wir lieber den Anfang des neuen Tages sagen?!) stellten Helheim, in Kettenhemd und Kapuzencapes gehüllt, dar, die dem Party.San Open Air eine würdiges Ende bereiteten und die ca. 1500 angereisten Metalmaniacs mit ihrem nordischen Metal zu begeistern wußten.


Sonntag
Am Sonntag, die letzten, fast schon lebenden, Essensreste verzehrend und das wie immer vom Tau triefend nasse Zelt in der Morgensonne trocknend, wurde dann schnell zusammengepackt und die Heimreise angetreten, da der Bedarf an einer gründlichen Körperreinigung und vor allem an einem sättigenden Mahl schon sehr gestiegen war.
Alles in allem war es für mich ein gelungenes Festival das mich anspornt, auch weiterhin derartige Events zu besuchen. Und selbst wenn einen nicht alle Bands gefallen die auftreten (man kann es ja wie immer nicht allen recht machen, besonders bei Festivals), sollte man doch mindestens einmal das Flair eines Open Airs erlebt haben!

Wehrmut am 04.06.2005




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