Tod und Verderben seit MCMXCVI! Suchen | Kontakt | Impressum
Kopfbild
Startseite | Konzertberichte | Under The Sign Of Hell Tour

.:: True :: UnTrue ::.

» Schnellauswahl «
A B C D
E F G H
I J K L
M N O P
Q R S T
U V W X
Y Z Andere
Splits Sampler

Berichterstattung
  · Konzertberichte
  · Konzertfilme
  · Gespräche
  · Hören & Sehen
  · Streitfälle

Vönger
  · Kommerz   · Personal
  · Marschmusik
  · Selbstdarstellung
  · Familienalbum
  · Karriere

» Schnellsuche «

Hunde, Bravo & Survival - Angriff auf den guten Geschmack

Under The Sign Of Hell Tour

Gorgoroth, Mystic Circle, Aura Noir

Ort: Chemnitz / Black Out
Datum: 04.10.1997


Endlich wurde auch einmal wieder die 'Kulturmetropole' Chemnitz von einer Black Metal Band heimgesucht, was in letzter Zeit komischerweise zu einer Seltenheit geworden war. Am 4. Oktober luden Gorgoroth mit Aura Noir und Mystic Circle als Support zum Gemetzel, bei dem wir natürlich nicht fehlen durften. Also zwängten wir uns in den allseits beliebten 'Panzer' und dröhnten um drei bis vier Häuserecken unserer Weltstadt bis ins Black Out.

Am Veranstaltungsort angekommen, erkannten wir auch jene Zeitgenossen wieder, die Deadleft etwas früher am Tage garantiert über mehrere Umwege hierher gelotst hatte. Nach einigen Umherschauen sah und traf man wieder alte Bekannte und mehr oder weniger geliebte Gesichter, die schon zu früheren Konzerten zur Füllung der Kassen beitrugen. Die Einlaßzeremonie gestaltete sich für einige von uns wie schon in Werdau zu einem Survival-Trip, da endlos scheinenden Nieten- und Stocherärmeln ausgewichen werden mußten. (Hier sei übrigens einmal angemerkt, daß Nietenarmbänder laut §1 Abs. 7 WaffG zu Hiebwaffen gezählt werden und somit das Tragen bei öffentlichen Veranstaltungen gemäß §§53 Abs. 3 Ziffer 5, 39 Abs. 1 WaffG mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder mit Geldstrafe geahndet werden kann!!) Der schlauchartige Innenraum erwies sich insofern als Vorteil, als das sich die Wände hervorragend zum Anbringen von Homepagewerbung eigneten, so daß sich Wehrmut sich eben jenem Tun zugewandt hatte, während wir nacheinander zum gewohnten Stammplatz links-mitte-Wand strömten.
Inoffiziellen Insiderkreisen zufolge waren es am Ende 600 Fans, die um 21.15 Aura Noir als Opener erleben durften (mußten?). Die Nordmänner um Appolyon boten eine knappe dreiviertel Stunde bodenständigen Black-Trash-Metal, der allerderings nur die vorderen Reihen zum Kochen bzw. Headbangen brachte. Durch die impusliv-prägnante und variationsreiche Eintönigkeit dieses Allerwelts-Black-Metals, war es uns später nicht mehr möglich, auch nur bruchstückhaft das musikalische Wesen von Aura Noir zu rekonstruieren.

So war
So war's!



Nach einer viertel Stunde Pause betraten dann unter übermäßigem Nebelausfluß, begleitet von einem ansprechenden Intro, Mystic Circle das winzige Bühnchen. Graf von Beelzebub traute sich auch ohne seine Höllenhunde zum fröhlichen Singsang, der alsbald das Black Out erfüllen sollte. Die Mucke war weitaus abwechslungsreicher und melodischer als die ihrer Vorgänger, so daß auch bedeutend mehr Besucher mit ihren Extremitäten wedelten und um sich schlugen. Die deutschen Newcomer spielen das, was zur Zeit mächtig im Trend liegt: eingängig-melodischen Black Metal, der durchaus semimassenkompatibel Des Grafs Mikrodaherkommt. Als Tribut an Jean Pütz' Hobbythek, basteltete sich der Mann mit dem neben Mck (Vintersemestre) und Mr. Violence (Gehennah) wohl dämlichsten Pseudonym, aus dem Mikrofonständer ein Kreuz (siehe Frontcover des Last Episode Kataloges Okt.97), was er auch alsbald zur Freude des Publikums umdrehte und theatralisch mit seiner wohl rabenschwarzen Zunge bearbeitete, wobei das Publikum kräftig mithelfen durfte. An dieser Stelle sei erwähnt, daß die Menge, die die Nebelmaschine ausstieß, um ein vielfaches zu hoch war, da man teilweise nichts mehr vom Geschehen zwei Reihen weiter vorn bzw. hinten, geschweige denn von dem auf der Bühne, mitbekam. Auch eher negativ belegt war wohl wie so häufig die Rolle der Fachkraft für Tonmischung und Lichteffekterzeugung. Besagte Person sah aus wie frisch aus der Bravo-Modeseite geschnitten und verzapfte einen Unsinn, dergestalt, daß dem Publikum Hören und Sehen verging: Die einzelnen Schläge des Drummers waren nicht mehr voneinander zu unterscheiden, die Stimme ging im Gitarrenbrummen unter, Basslinien und Keyboardtöne waren teilweise kaum zu hören, da fast alle Instrumente ständig übersteuert waren.

Den Vogel des Abends aber schoß Gorgorotz (und das ist kein Tippfehler!!) ab. Schon ihr lächerliches Auftreten mit Heinzelmännchenkostümen ließ allenfalls Stoff für's Zwerchfell erwarten. Nach den ersten fünfzehn Minuten brachen die Mannen um Infernus ersteinmal, und, wie man fairerweise sagen muß, berechtigterweise, ihre 250-Blastbeats-Doublebass-Klickorgie wegen einiger 'Unzulänglichkeiten' im Sound ab, kamen aber nach nur kurzer Zeit wieder zurück und setzten fort, was sie begonnen hatten: stumpfsinniges, monotones, verzerrtes, disonantes und -harmonisches Geprügel. Solcherlei Unfug führte auch zu einem Novum innerhalb unserer zwölf-monatigen Konzertbesuchsgeschichte: Nach einer Dreiviertelstunde Gorgorotz verließen wir erstmals vorzeitig die Räume des Black Out, gerade rechtzeitig vor der Zugabe. Am Ausgang kam es dann noch zu einem kleinen Disput zwischen einigen Herumstehenden und uns. Erstgenannte wollten den Grund für das vorzeitige Verlassen wissen, darauf NIKE's Kommentar: 'So'n Rotz'.

Es blieb also beim positiven Eindruck von Mystic Circle, der durch zwei, jedenfalls live, völlig unfähigen Bands geschmälert wurde. Wir sehen uns dann hoffentlich wieder beim Satyricon-Konzert im März nächsten Jahres, oder doch schon früher, wenn nicht wieder, wie beim Out of the Dark IV oder bei der Emperor-Tour, irgendwelche Transport- und/oder Zeitprobleme dazwischen kommen.

Wehrmut am 04.06.2005




::: zur Galerie (1 Bilder) :::


.:: zurück :: nach oben ::.


» Lies dies! «

» Kauf mich «

» Deine Karriere «

© 1996-2012 Vönger
erstellt durch dunkelland - metalArt
Unser RSS-Feed Get Firefox