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Langeweile und Perfektion

Blackwater Park Tour

Novembre, Katatonia, Opeth

Ort: Essen / Zeche Carl
Datum: 27.11.2001


Ein sechsmonatiges Praktikum in Bonn versetzte mich (Deadleft) in die Lage, am 27.11.2001 einem Konzert von Opeth in der Zeche Carl in Essen beizuwohnen. Entgegen meiner Befürchtungen geriet ich nicht in den Feierabendverkehr und erreichte nach etwas mehr als einer Stunde Fahrt die Stadt Essen. Die Zeche fand ich allerdings trotz mitgebrachter Wegbeschreibung nicht auf Anhieb. Erst eine Befragung von Passanten brachte Abhilfe.
Nach mehrminütigen Warten an der Ticketverkaufsschlange stand ich dann aber endlich in der gut gefüllten Halle. Von der ersten Vorband Novembre aus Italien hörte ich an diesem Abend zum ersten Mal. Geboten wurde größtenteils reichlich kitschiger Gothic Metal mit gelegentlichen Einflüssen aus Doom und Death. Einige Passagen waren durchaus hörenswert, in der Summe war die Musik für mich aber uninteressant. Den Ansagen des Sängers konnte man entnehmen, daß dieser sich die ganze Zeit in Berlin wähnte. Nach einiger Zeit wurde er aber von einem seiner Bandkollegen auf diesen Lapsus aufmerksam gemacht. Sehr zur Freude des sonst eher reservierten Publikums. Die Stimmung war zu diesem Zeitpunkt eher gedämpft, der Applaus fiel nach 40 Minuten Spielzeit dementsprechend höflich aber zurückhaltend aus.
Auch mit der zweiten Vorgruppe, Katatonia, war ich bis zu diesem Zeitpunkt nur wenig vertraut. Ich hatte wohl mal in ein oder zwei Alben hineingehört, es dabei aber wegen Desinteresse belassen. Vor allem die letzten zwei Alben waren mir völlig unbekannt. Wie ich feststellen mußte: zu Recht. Ich habe mich selten auf einem Konzert derart gelangweilt. Belangloser Alternative Rock mit den ewig gleichen, sich ständig wiederholenden Riffs brachten mich dazu, mehr als einmal auf die Uhr zu schauen und das Ende dieses Auftritts herbeizusehnen. Im Geiste versuchte ich die Rhythmuswechsel und Einsätze des Sängers vorherzusehen. Die Trefferquote war beachtlich. Lediglich ganz zum Schluß, als ein Stück von 'Dance of the December Souls', gespielt wurde, hörte ich genauer hin: düsterer Metal, mit Death Metal Gesang und wuchtigen Riffs. Nicht übel. Die übrigen 50 Minuten waren für mich aber Zeitverschwendung. Das Publikum indes war größtenteils hellauf begeistert und honorierte die Darbietung mit großem Körpereinsatz und viel Applaus. War ich also ein Ignorant inmitten von Kennern oder ein Wissender unter den Verblendeten? Vermutlich keins von beidem. Eher schon war ich auf dem falschen Konzert. Wenn es denn jetzt zu Ende gewesen wäre.
Denn mit Opeth änderte sich alles. Opeth hörte ich zum ersten Mal mit 'Nectar' auf einem Sampler und zum zweiten Mal auf 'Blackwater Park'. Beide Male war ich begeistert, versäumte es aber, mich näher mit der Band zu beschäftigen. Bis zu jenem Tag im Dezember 2001. Die Schweden konnten mich mit ihren komplexen, teils sehr langen und vor allem abwechslungsreichen Kompositionen restlos überzeugen. Diese Mischung aus schwerem Death Metal und federleichten Akustikgitarren-Passagen, das stets souveräne und makellose Wechselspiel von Frontman Mikael Akerfeldt zwischen höllisch tiefem Grunzen und ergreifend unverzerrtem Gesang ist unübertroffen. Es lohnte sich auch, genauer auf das Schlagzeugspiel zu achten. Die Komplexität und Präzision der Leistung von Schlagzeuger Martin Lopez suchen in diesem Härtebereich ihresgleichen. Diesmal waren auch die übrigen Anwesenden meiner Meinung und schüttelten fleißig ihr Haar. Lustig wurde es, als ein Fan statt der üblichen Songwünsche 'Wurstwasser' und 'Bluuut im Stuuuhl' in die Stille zwischen den Songs gröhlte. Daraufhin gab der Sänger ihm zu verstehen, daß er durchaus des Deutschen mächtig sei. Gegen Ende forderte Akerfeldt die am Bühnenrand Stehenden sogar zum Stagediving auf, was einige sich nicht zweimal sagen ließen und daraufhin liegend in zirka zwei Metern Höhe durch den Saal getragen wurden.
Allein dieser Auftritt von Opeth entschädigte mich nicht nur für die Musik von Novembre und Katatonia, sondern für eine ganze Reihe früherer Konzerte. Die Akustik, die Stimmung, die Musik: es war beinahe alles perfekt. Nur das gelegentliche rhythmische Mitklatschen vieler Besucher ließ mich ärgerlich werden. Denn das paßt vielleicht zur Kelly Family und dem Musikantenstadl aber nicht zu progressivem Death Metal. Dennoch, läßt man Die apokalyptischen Reiter beiseite, die zu den besten Live-Bands überhaupt zählen, konnte nur eine einzige Band mich ähnlich begeistern: Satyricon.

Deadleft am 04.06.2005




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