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Die Meister der kleinen SĂ€le

Eminenz - Konzert

Eminenz, Mitgard, Obtest

Ort: Greifswald / Klex
Datum: 24.09.2000


Keiner wusste so genau, ob dieses Konzert wirklich heute stattfindet. Einige sagten, es solle erst am nĂ€chsten Tag stattfinden und andere meinten, es findet sowieso nicht statt. Wir waren uns auch nicht sicher. Wir, das sind Meyer, Christina genannt Skibby und meine Wenigkeit, mighty Turov. Wir begaben uns also auf gut GlĂŒck nach Greifswald ins Klex, wo das ganze stattfinden sollte. Kaum angekommen, stellte sich die ĂŒbliche Frage: Wo ist das Klex? Jedesmal der selbe Scheiß, du kannst jede Woche dort sein, aber immer musst du das Ding suchen, weil es so derbe versteckt ist. Und wir standen wieder ratlos da! Aber irgendwann lief uns eine andere schwarze Gestalt ĂŒber den Weg, der wir einfach folgten. Wenig spĂ€ter waren wir dann auch da, und siehe da: dort stand ein gammeliger Kleinbus der Marke Ford - das mussten Eminenz sein. Ebenso stand da ein Fahrzeug aus Litauen, wem das gehörte, erfahrt ihr spĂ€ter.
Es war jetzt 21.45 Uhr, um 22.30 Uhr geht's im Klex meistens los. Genug Zeit, mich bei den Merchandising StĂ€nden umzusehen und mich ĂŒber die Bar herzumachen. Da ich leider fahren musste, blieb es bei zwei Bier. Man, das Bier im Klex kann ich ĂŒberhaupt nicht empfehlen, eine solch gestreckte Suppe gibt's echt kein zweites Mal. Schon bald konnte man erste KlĂ€nge aus dem Raum entnehmen, in dem gespielt wurde, also nichts wie rein. Die erste Band, die spielte, waren Obtest. Das war die Band aus Litauen und mir völlig unbekannt. Musikalisch wĂŒrde ich sie schwarzmetallisch in Richtung Schweden einordnen. Sie machten ihre Sache nicht schlecht, jedoch war der SĂ€nger ein einzige Katastrophe, der war wirklich grottenschlecht. Sein dĂ€mliche Stimme und sein blödes 'ich-bin-böser-als-alle' Getue waren nervig. Zu der Zeit waren etwa 30 Leute im Raum. Nach gut 45 Minuten verließen Obtest dann die BĂŒhne. Nachschlag verlangte glĂŒcklicherweise keiner.
Nach einer schier unendlich langen Pause machten sich dann Eminenz ans Werk. Es wurde am Anfang des Eminenz-Gigs richtig voll im Klex, mit gut 60 Leute wird es da schon recht eng. Sie legten los mit Songs, die ich nicht kannte. Aufgrund dessen sah ich mich nicht veranlasst, mein holdes Haupt zu schwingen, sondern eher gebannt zuzuhören. Die AtmosphĂ€re, die diese Songs schon nach den ersten KlĂ€ngen versprĂŒhten, war schon genial. WĂ€hrend der Anfangsphase hatte ich meine Augen meist geschlossen und mich bewegungslos, fast schon starr den KlĂ€ngen hingegeben. Nach drei Songs löste Leviathan dann das RĂ€tsel, um die Songs handelt es sich um neue, die bald auf dem neuen Album 'The blackest dimension' erscheinen. AuffĂ€llig war, dass die Songs meist schnellerer Gangart waren, als beispielsweise die von 'Anti-Genesis'. Der neue Drummer, der ĂŒbrigens dem Metallica-Drummer sehr Ă€hnlich sieht, knĂŒppelte doch desöfteren mal ganz anstĂ€ndig los, was man auf 'Anti-Genesis' ja nun ĂŒberhaupt nicht vernehmen konnte. Aber auch die Songs von besagtem Album wurden mit jeder Menge Blasts verziert. Inzwischen waren nur noch ca. 40 Leute anwesend. Man sah, dass sich die Leute verpisst hatten, die vorher stolz mit Mystic Circle, Dimmu Borgir und Ă€hnlichen Shirts rumgelaufen waren. Denen wurde es wohl zu hart. Aber dass es immer weniger Leute wurden, tat der Stimmung keinen Abbruch, im Gegenteil. Die am Ende nur noch ca. 25 Leute brachten eine so geile Stimmung zu Tage, dass auch ich, sonst eigentlich eher ruhig, gepogt habe, wie ein Blöder. Die Musik und AtmosphĂ€re waren so unbeschreiblich geil, dass man nichts anderes tun konnte, als wild rumzuspringen etc. Die Besucherabnahme hatte noch was fĂŒr sich, es war mehr Platz im Klex! Und das war auch gut so. SpĂ€ter bewegte sich dann einer der tobenden Menge auf die BĂŒhne und nahm sich Leviathans Kelch und nahm einen beherzten Schluck daraus, den er dann anschließend grinsend in die Menge beförderte. Auch ich bekam eine Menge von dem Zeug ab. Das Blut schmeckte verdammt echt... Ach so, vielleicht ist das wichtig. Es waren zum Schluss fast so viele MĂ€dels anwesend, wie Menschen meines Geschlechtes. Das halte ich schon fĂŒr sehr bemerkenswert. Nach einer Zugabe war dann nach weitaus mehr als zwei Stunden Schluss, genau zur rechten Zeit, meiner Meinung nach. Es ist einfach nur geil, wenn sich Bands fĂŒr eine so geringe Menschenmenge dermaßen ins Zeug legen, wie Eminenz es taten. Respekt.
Tja, und wo waren Mitgard? Keine Ahnung, die tauchten nicht auf. Aber ich glaube nicht, dass sie Eminenz das Wasser hÀtten reichen können.

Turov am 04.06.2005




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