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Incipit-Satan Tour

Incipit-Satan Tour

Gorgoroth, Old Man's Child, Krisiun, Night in Gales, Myrkskorg, Soulreaper

Ort: Leipzig / Hellraiser
Datum: 13.05.2000


Jetzt sitze ich hier reflektiere dieses obige Ereignis und mir will partout kein sinnvoller Prolog einfallen.
Also wo soll ich anfangen. Eigentlich war alles wie immer, sozusagen die ewige Wiederkehr des Gleichen, man fand sich in trauter Runde zusammen, f├╝llte die Proviantvorr├Ąte auf, nat├╝rlich haupts├Ąchlich, beziehungsweise ausschlie├člich, mit Gerstensaft und begab sich als dieses vollbracht war, auf in Richtung Konzerthalle. Dort kurz vor neun Uhr angekommen, mu├čte der Tro├č dann erst einmal konsterniert feststellen, dass auf Grund der Tr├Ągheit einiger, meiner Person im ganz speziellen, Asche auf mein gel├Ąutertes Haupt, die ersten drei Bands schon gespielt hatten, namentlich Night in Gales, Myrkskorg und Soulreaper. Demzufolge sehe ich mich au├čerstande diese Bands zu bewerten, ist ja auch logisch oder?
Nun ja nach einigen Zeugenbefragungen kam ich zum Schlu├č, dass ich sowieso nichts wesentliches verpa├čt habe. Nachdem wir dann den Club geentert hatten, freilich nicht ohne vorher die Merchandise-St├Ąnde zu begutachten, legte dann auch gleich das brasilianische Br├╝dertrio los, die Rede ist nat├╝rlich von Krisiun. Ich mu├č sagen, ich war bez├╝glich der Musik unvorbereitet, kannte ich doch nicht ein Album der Brasilianer, so war ich doch auf Grund des Gebotenen hocherfreut. Eine derma├čen tighte Band die mit solch einer extremen Geschwindigkeit alles niederwalzt, hatte ich lange nicht mehr gesehen. Auch dem restlichen Auditorium, der Saal war gut gef├╝llt, schien der Gig zu gefallen und so wurden Krisiun dann auch standesgem├Ą├č abgefeiert. Da├č der Sound hervorragend war, mu├č beim Hellraiser eigentlich nicht mehr dazu gesagt werden. Noch ein Wort zum Drummer, der totale Wahnsinn, eigentlich h├Ątte er auch solo auftreten k├Ânnen und das Publikum h├Ątte trotzdem gefeiert. Bald darauf war es dann jedoch vorbei, Krisiun verabschiedeten sich und unsereins zog sich einstweilen an die frische Luft zur├╝ck um die vergangenen Minuten einerseits zu verarbeiten andererseits die gequ├Ąlten Lungen mit frischer Luft zu versorgen. Einstimmig kam man zum Schlu├č, dass Krisiun nur noch schwer zu topen sind, besonders da als n├Ąchstes Gorgoroth auf dem Plan standen.
So waren wir um so mehr ├╝berrascht, als dann Galder mit seinen Mannen die B├╝hne betrat, also Old Man's Child statt Gorgoroth als n├Ąchstes spielten. F├╝r mich der eigentliche Grund meines Besuches. Nachdem die doch etwas lange Introduktion verklungen war, Galder hatte anscheinend Schwierigkeiten mit seiner Gitarre, ging es dann fulminant los. Geboten wurde erfreulicherweise eine Retrospektive des gesamten Schaffens. Mit nur zwei Songs vom neuen Output und reichlich altem Material ('Born of the Flickering', 'Pagan Prosperity' und 'Ill-Natured Spiritual Invasion') gelang es dann auch das Auditorium zu begeistern, dass nach Krisiun doch etwas zur├╝ckhaltend reagierte. Jedoch wurde der Zuspruch wie auch die Band immer besser und so holten auch Galder sich seine Lorbeeren ab.
Als letzte also dann Gorgoroth. Ich hatte mich schon richtig auf einen Verri├č gefreut und ich wurde zumindest partiell nicht entt├Ąuscht. Als erstes gibt es zusagen, da├č die Band recht sch├Ân geschminkt war, man k├Ânnte auch sagen, es sah so aus, als seien sie in den Dreck gefallen. Auf jeden Fall ging's dann los. Der Sound war, wie bereits oben erw├Ąhnt, ausgezeichnet, was doch etwas ungew├Âhnlich f├╝r Gorgoroth ist. Nun aber zum eigentlichen, zur dargebotenen Musik: Gorgoroth sind weit weniger schlecht als erwartet, wenn auch das Songmaterial nicht besonders abwechslungsreich ist aber ansonsten ganz passabel. Die Show allerdings bietet richtig was f├╝r das Auge, da wird gepost bis zum Schlu├č. Besonders der Bassist tat sich dabei l├Âblich hervor, da er ohnehin nicht besonders viel zu tun hatte, mit Verlaub, sprang er von links nach rechts und zur├╝ck dabei immer seine Hand mit ausgestreckten Satansgru├č den Fans entgegenreckend. Ja, du bist wirklich true evil.
Was ich euch damit sagen will? Ganz einfach: ich war weniger begeistert von der Band und kann mich dem Urteil eines Freundes nur anschlie├čen der postulierte, Gorgoroth w├╝rden es nicht verdienen einen Namen von Tolkien zu tragen. Das interessanteste am Gig, f├╝r meine Person: der Bassist hatte einen sehr sch├Ânen Fretless Bass, vermutlich Mahagoni. Im Gegensatz zu mir schien es jedoch doch noch einer ziemlichen gro├čen Gruppe gefallen zu haben, so dass auch Gorgoroth gefeiert wurden. So bunt ├╝brigens wie die das Billing war auch die anwesende Schar von Personen: angefangen von Kuttentr├Ągern ├╝ber Lederfetischisten, einem Nuclear Blast Fan oder -Mitarbeiter bis hin zu unseren nationalistischen 'Freunden'.
Auch dieses Erlebnis hatte jedoch sein Ende, wie war das gleich mit der ewigen Wiederkehr des Gleichen, und so begaben wir uns, angeregt debattierend wer denn nun besser war Krisiun oder Old Man's Child auf den einsamen Pfad gen Heimat.

Kardarak am 04.06.2005




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